USA, Internet

Musk will Klage zu Twitter-Übernahme mit Vergleich beenden

05.05.2026 - 01:08:50 | dpa.de

Elon Musk meldete beim Twitter-Kauf zu spät das Überschreiten einer wichtigen Beteiligungsmarke. Die Börsenaufsicht zog vor Gericht - und ist nun bereit, die Klage mit einem Vergleich enden zu lassen.

Musk soll Twitter-Aktionären nach Berechnungen der SEC gut 150 Millionen Dollar zu wenig bezahlt haben. (Archivbild) - Foto: Allison Robbert/AFP Pool via AP/dpa
Musk soll Twitter-Aktionären nach Berechnungen der SEC gut 150 Millionen Dollar zu wenig bezahlt haben. (Archivbild) - Foto: Allison Robbert/AFP Pool via AP/dpa

Die Klage der US-Börsenaufsicht SEC gegen Tech-Milliardär Elon Musk im Zusammenhang mit seinen Aktienkäufen bei der Übernahme von Twitter soll mit einer Zahlung von 1,5 Millionen Dollar enden. In einem Vergleich, der der zuständigen Richterin zur Bestätigung vorgelegt wird, einigten sich Musk und die SEC auf diesen Betrag. Die Strafzahlung beträgt nur einen Bruchteil jener 150 Millionen Dollar, die Musk der Behörde zufolge durch eine Regelverletzung gespart haben soll. 

Die SEC warf Musk in der Anfang 2025 eingereichten Klage vor, er habe bei Twitter-Aktienkäufen im Jahr 2022 nicht rechtzeitig öffentlich gemacht, dass seine Beteiligung an der Online-Plattform die Marke von fünf Prozent überschritt. Dadurch habe er mehr Aktien günstiger kaufen können.

SEC: Aktionäre erlitten finanzielle Schäden

Die Behörde analysierte Musks Käufe und kam zu dem Schluss, dass er durch die verspätete Pflichtmitteilung mehr als 150 Millionen Dollar günstiger weggekommen sei. Die Aktionäre, die ihm in dieser Zeit ihre Anteile verkauften, hätten hingegen finanziellen Schaden erlitten. Die SEC verlangte ursprünglich, dass Musk die Summe zurückzahlt - und noch eine zusätzliche Strafe berappt. Laut Musks Anwälten wollte die SEC bei einem früheren Vergleichsangebot noch 200 Millionen Dollar haben.

Musk war im Februar mit dem Versuch gescheitert, die Klage abweisen zu lassen. Seine Anwälte hatten argumentiert, dass die SEC Gesetze selektiv angewendet habe und die Klage sein Recht auf freie Meinungsäußerung angreife. Richterin Sparkle Sooknanan sah jedoch keinen Grund, die Klage abzuweisen.

Verpasste Frist

Der Tech-Milliardär hatte Anfang 2022 damit begonnen, Aktien von Twitter am Markt zusammenzukaufen. Die SEC verwies in ihrer Klage darauf, dass sein Anteil am 14. März 2022 fünf Prozent erreichte. Nach den US-Regeln hätte er dies binnen zehn Kalendertagen öffentlich machen müssen. Musk gab aber erst am 4. April - und damit elf Tage zu spät - bekannt, dass er bereits neun Prozent hält. Der Aktienpreis sprang danach um 27 Prozent hoch, wie die SEC hervorhob.

Aus Twitter wurde X

Musk gab insgesamt rund 44 Milliarden Dollar für den im Oktober 2022 abgeschlossenen Kauf von Twitter aus. Für den Großteil der Summe verkaufte er Aktien des von ihm geführten Elektroauto-Herstellers Tesla. Zudem nahm Musk Kredite von rund zwölf Milliarden Dollar auf. Dank seiner Beteiligungen an Tesla und der ebenfalls von ihm geführten Raumfahrtfirma SpaceX ist Musk der mit Abstand reichste Mensch der Welt. Der Finanzdienst Bloomberg schätzt sein Vermögen aktuell auf 657 Milliarden Dollar.

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