Elterngeld-Reform: Bezugsdauer sinkt von 14 auf 12 Monate
Veröffentlicht: 07.07.2026 um 07:54 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Die Bezugsdauer sinkt von 14 auf 12 Monate. Das sieht ein Gesetzentwurf vor, der sich Anfang Juli in der Ressortabstimmung befand.
Mehr Partnermonate, weniger Flexibilität
Künftig müssen beide Elternteile jeweils mindestens drei Monate Elterngeld beziehen. Bisher reichten zwei Vätermonate für die volle Bezugsdauer. Das neue 3-3-6-Modell reserviert drei Monate pro Elternteil fest. Die restlichen sechs Monate sind flexibel aufteilbar.
Alleinerziehende können weiterhin bis zu 12 Monate beziehen. Parallel plant das Ministerium eine Änderung des Mutterschutzgesetzes: Individuelle Beschäftigungsverbote nach der Entbindung sollen auf 12 Monate begrenzt werden. Die Einkommensgrenze bleibt bei 175.000 Euro.
Mehr Geld, aber weniger Ausgaben
Trotz der Kürzung steigen die Leistungssätze moderat. Der Mindestbetrag des Elterngeldes klettert von 300 auf 330 Euro, der Höchstbetrag von 1.800 auf 1.900 Euro. Grund für die Reform: Das Familienministerium muss jährlich rund 500 Millionen Euro beim Elterngeld einsparen.
Der vom Bundeskabinett Anfang Juli beschlossene Haushalt 2027 sieht für das Familienressort insgesamt 1,19 Milliarden Euro weniger vor. 2025 lagen die Ausgaben fürs Elterngeld noch bei rund 7,1 Milliarden Euro. Von 1,61 Millionen Beziehern waren 1,19 Millionen Frauen und 417.000 Männer – ein Väteranteil von 25,9 Prozent.
Ab 2026 sinkt die Elterngeld-Bezugsdauer von 14 auf 12 Monate – und beide Partner müssen mindestens drei Monate nehmen. Wer den Höchstbetrag von 1.900 Euro sichern will, braucht eine klare Aufteilung. Dieser kostenlose Planer zeigt Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie die neuen Regeln optimal nutzen. Jetzt Elterngeld-Planer anfordern
„Armutsrisiko für Frauen“
Verbände und Wissenschaftler kritisieren die Pläne scharf. Der Deutsche Frauenrat warnt vor erhöhtem Armutsrisiko für Millionen von Frauen. Die Soziologin Jutta Allmendinger sieht mehrere Maßnahmen, die die wirtschaftliche Unabhängigkeit von Frauen schwächen könnten.
Sie kritisiert die mögliche Abschaffung der kostenlosen Mitversicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung – solange der Kita-Ausbau nicht flächendeckend garantiert sei. Eine Abschaffung von Minijobs ohne alternative Absicherung könnte Frauen in die Schwarzarbeit drängen, warnt Allmendinger. Bei der geplanten Kapitalrente fordert sie staatliche Beiträge für Kindererziehungszeiten, um Rentenlücken zu vermeiden.
Wunsch und Wirklichkeit
Alleinerziehende können auch künftig 12 Monate Elterngeld beziehen – doch die Kürzung trifft viele Familien hart. Der Deutsche Frauenrat warnt vor steigendem Armutsrisiko für Frauen. Unser kostenloser Ratgeber zeigt Ihnen, wie Sie mit dem neuen 3-3-6-Modell dennoch das Maximum herausholen. Ratgeber für Alleinerziehende sichern
Die Pläne entsprechen nur bedingt den Wünschen der Eltern. Laut einer Bertelsmann-Umfrage befürworten 45 Prozent der Frauen und 42 Prozent der Männer ein egalitäres Modell mit jeweils sieben Monaten Elterngeld pro Partner.
In der politischen Diskussion stand auch eine 4-4-4-Aufteilung zur Debatte. Das Zukunftsforum Familie (ZFF) kritisiert zudem die Höhe des Mindestbetrags und fordert 506 Euro für eine existenzsichernde Wirkung.
Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.
