Elvis-Presley-Klage: Rechteinhaber fordern 41,1 Millionen Dollar von Anthropic
Veröffentlicht am: 25.10.2026 um 22:44 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie Verwalter des musikalischen Erbes von Elvis Presley gehen juristisch gegen den US-amerikanischen KI-Entwickler Anthropic vor. Vor dem US-Bezirksgericht für Nordkalifornien reichten eine Tochtergesellschaft der Authentic Brands Group, ABG EPE IP LLC, sowie die Musikverlage Abilene Music und Raleigh Music Publishing unter dem Aktenzeichen 5:26-cv-12473 Klage ein.
Den Klägern zufolge hat das Technologieunternehmen insgesamt 274 Songs des Musikers ohne Lizenz verwendet, um das KI-Modell Claude zu trainieren. Die Authentic Brands Group hält einen Großteil der Musikrechte und Marken rund um Elvis Presley.
Millionenforderungen wegen unlizenzierter Trainingsdaten
Zu den von der Klage erfassten Werken zählen bekannte Titel wie „All Shook Up", „Can't Help Falling in Love", „Don't Be Cruel", „A Little Less Conversation", „Return to Sender", „(You're The) Devil In Disguise" sowie „Farther Along". Die Kläger fordern einen gesetzlichen Schadenersatz von 41,1 Millionen US-Dollar, basierend auf bis zu 150.000 US-Dollar pro Werk wegen vorsätzlicher Verletzung.
Zusätzlich verlangen die Rechteinhaber weitere 7,5 Millionen US-Dollar. Diese Summe setzt sich aus 685.000 US-Dollar für das Umgehen technischer Schutzmaßnahmen sowie 6,85 Millionen US-Dollar für das unzulässige Entfernen von Urheberrechtsinformationen zusammen.
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Neben den finanziellen Forderungen streben die Rechteinhaber eine dauerhafte Unterlassungsverfügung, die Vernichtung aller unautorisierten Kopien sowie ein Verfahren vor einer Geschworenenjury an.
Laut der Klageschrift habe das System Claude auf entsprechende Eingabeaufforderungen hin Versionen generiert, die für ein modernes Publikum bestimmt seien, dabei jedoch die identische Struktur und dieselben Wiedererkennungselemente mit nur geringfügigen Textänderungen übernommen hätten.
Vorwurf systematischer Rechtsverletzungen
Der die Kläger vertretende Anwalt Richard Busch betonte, die Rechteinhaber nähmen den Schutz dieser prägenden Stücke sehr genau. Anthropic habe sein gesamtes Geschäftsmodell auf Urheberrechtsverletzungen in einem bislang ungesehenen Ausmaß aufgebaut.
Zudem reproduziere Claude das geschützte Repertoire selbst nach der Einführung angeblicher Schutzmechanismen weiterhin. Busch hatte in der Vergangenheit bereits den Nachlass von Marvin Gaye im Urheberrechtsstreit um den Song „Blurred Lines" gegen Robin Thicke und Pharrell Williams vertreten.
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Die Klage gilt als einer der ersten Fälle, in denen der Werkkatalog eines einzelnen Künstlers beziehungsweise ein Nachlass direkt juristisch gegen ein KI-Unternehmen vorgeht. In ihrer Argumentation verwiesen die Kläger zudem auf frühere Rechtsstreitigkeiten des Entwicklers: Im Jahr 2025 hatte Anthropic im Rahmen eines Vergleichs mit Autoren eine Zahlung von 1,5 Milliarden US-Dollar geleistet.
Anthropic wies die Vorwürfe zurück und kündigte an, sich umfassend gegen die Klage zu verteidigen. Das Unternehmen beruft sich bei der Nutzung urheberrechtlich geschützter Daten auf die im US-Recht verankerte Ausnahmeregelung der fairen Nutzung (Fair Use).
