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Embodied AI: Qualcomm übernimmt PickNik Robotics und integriert MoveIt

Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 14:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Qualcomm integriert PickNiks Robotiksoftware, während Skild AI und weitere Anbieter Modelle und Anwendungen für physische KI ausbauen.

Embodied AI: Qualcomm übernimmt PickNik, Skild AI wächst
Ein minimalistisches, modernes Industrielabor mit polierten Betonböden und modularen Metallrahmen im Hintergrund. Illustration mit AI erstellt.

Weltweit verstärken Technologiekonzerne und Risikokapitalgeber ihre Investitionen in Entwickler von universellen Foundation-Modellen für die sogenannte Embodied AI. Ziel dieser physischen Künstlichen Intelligenz ist es, Rechenmodelle direkt mit Sensoren und Aktoren zu koppeln, um komplexe Interaktionen in der realen Welt autonom zu steuern.

Gleichzeitig fördern koordinierte Förderinitiativen und Beschleunigungsprogramme den Übergang von theoretischen Forschungsansätzen in den industriellen Praxisbetrieb.

Konsolidierung von Open-Source-Software und Hardwareplattformen

Ein zentraler Baustein bei der Skalierung physischer KI-Systeme liegt in der softwareseitigen Bewegungssteuerung. Vor diesem Hintergrund übernimmt Qualcomm Technologies das Unternehmen PickNik Robotics, den Entwickler des Manipulationsframeworks MoveIt.

Zu den finanziellen Rahmenbedingungen wurden keine Angaben gemacht. Laut Vereinbarung bleiben die Plattformen MoveIt 1 und MoveIt 2 weiterhin quelloffen, community-basiert sowie hardwareunabhängig lizenziert.

Qualcomm plant die direkte Integration der Software in seine Dragonwing-Robotikplattformen, beginnend mit Arduino-VENTUNO-Q-Systemen. Ziel ist es, eine geschlossene Funktionskette von multimodalen Bild-Sprache-Handlungs-Modellen bis zur Echtzeitsteuerung abzubilden.

PickNik Robotics, gegründet im Jahr 2015, hatte MoveIt Studio im Jahr 2024 zu MoveIt Pro umstrukturiert und im Jahr 2026 unter anderem eine Partnerschaft mit Motiv Space Systems für eine NASA-Mission sowie die Version 9.0 des Frameworks vorgestellt. Beide Unternehmen zählen zudem zu den Gründungsmitgliedern der Open Source Robotics Alliance.

Skalierung und In-Context-Lernen bei Foundation-Modellen

Parallel zur Konsolidierung bestehender Software-Stacks etablieren sich neue Basismodelle, die Roboter befähigen, Handlungen ohne aufwendiges Vortraining für jede spezifische Aufgabe zu generalisieren.

Das Start-up Skild AI entwickelte das Robot-Foundation-Model S1, das neue langwierige Aufgaben aus einer einzigen Videodemonstration per In-Context-Learning bewältigt, ohne dass Modellgewichte aktualisiert oder aufgabenspezifische Nachjustierungen vorgenommen werden müssen.

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Auf Basis von Nvidia-Infrastruktur gelang es dem Unternehmen, innerhalb von zehn Monaten nach dem ersten kommerziellen Einsatz eine Jahresumsatz-Run-Rate von 100 Millionen US-Dollar zu erreichen. Nach Unternehmensangaben bestehen über 60 Deployment-Partnerschaften in Branchen wie Fertigung, Logistik und Inspektion.

Unter anderem setzt Skild AI sein System gemeinsam mit Nvidia und Foxconn im Nvidia-Werk in Houston zur Montage von Blackwell-GPU-Systemen ein. Eine der zentralen Hürden bleibt jedoch bestehen: Datenverfügbarkeit und Evaluierungsverfahren gelten nach Angaben des Nvidia-Managements als die wesentlichen Engpässe für weitere Fortschritte.

Wachsender Markt und differenzierte Modellarchitekturen

Marktbeobachter verzeichnen einen deutlichen Kapitalzustrom in die physikalische KI. Laut Daten von The Business Research Company wächst der weltweite Markt für Embodied AI von 3,22 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025 auf 3,8 Milliarden US-Dollar im Jahr 2026, mit einer prognostizierten Marktgröße von 7,24 Milliarden US-Dollar bis zum Jahr 2030. Allein im ersten Quartal 2026 zogen Unternehmen aus dem Bereich der Weltmodelle rund 6 Milliarden US-Dollar an Investitionen an.

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Im Zuge dieser Marktreife differenzieren sich die methodischen Ansätze zunehmend aus: Während Start-ups wie Midcentury auf Infrastruktur und massiv parallele Simulationsdaten setzen, launchte Light Origins das Modell Light-O1, das auf Datensätzen mit bis zu 120 Milliarden multimodalen Tokens vortrainiert wurde. Das chinesische Start-up Xirang Kaiwu (XIRRA), das von einem ehemaligen Huawei-Cloud-Manager im Juli 2026 gegründet wurde, sammelte mehrere hunderte Millionen Yuan ein, um spezialisierte Modelle auf Basis von Bellman-Gleichungen bereitzustellen.

Auch Google DeepMind unterstützt die Weiterentwicklung von Realwelt-Szenarien und wählte 15 europäische Start-ups für ein dreimonatiges Förderprogramm aus, um Technologiezugänge zu Gemini Robotics zu ermöglichen. Diese Ansätze verdeutlichen, dass neben industrieller Fertigung und Logistik mittelfristig auch komplexere Einsatzfelder ins Zentrum der Entwicklung rücken.

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