Empagliflozin nach Herzinfarkt: Modell zeigt 45.100 Euro pro QALY
Veröffentlicht am: 30.10.2026 um 10:48 Uhr | Redaktion boerse-global.deEine modellbasierte gesundheitsökonomische Untersuchung fĂŒr die deutsche gesetzliche Krankenversicherung (GKV) analysiert das Kosten-Nutzen-VerhĂ€ltnis einer frĂŒhzeitigen Verabreichung von Empagliflozin nach einem akuten Myokardinfarkt.
Die im Fachjournal Cost Effectiveness and Resource Allocation fĂŒr das Jahr 2026 vorgestellte Modellstudie zeigt einen moderaten klinischen Zusatznutzen, der jedoch mit vergleichsweise hohen Ausgaben einhergeht.
Wie bioengineer.org in einem Bericht vom 30.10.2026 darlegt, liegt das inkrementelle Kosten-EffektivitÀts-VerhÀltnis (ICER) im Basisfall bei rund 45.100 Euro pro qualitÀtskorrigiertem Lebensjahr (QALY).
Klinische Parameter und Effekte der Modellrechnung
Als Datengrundlage fĂŒr die Modellierung diente die EMPACT-MI-Studie, an der 6.522 Patienten teilnahmen. FĂŒr die Berechnungen wurde eine Behandlungsdauer von 24 Monaten zugrunde gelegt. Die Modellstudie nimmt eine Hazard Ratio von 0,77 fĂŒr eine erste Hospitalisierung aufgrund von Herzinsuffizienz an, wĂ€hrend kein Vorteil hinsichtlich der GesamtmortalitĂ€t verzeichnet wird.
Auf Basis dieser Annahmen verhindert der Einsatz von Empagliflozin rechnerisch 52,0 Hospitalisierungen wegen Herzinsuffizienz pro 1.000 Patienten. Dieser Wert teilt sich auf in 9,5 vermiedene Erstaufnahmen sowie 42,5 vermiedene Folgehospitalisierungen. Bei den gewonnenen Lebensjahren ergibt sich im Modell ein rechnerisches Plus von 0,028 Jahren.
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Rechnerischer Mehraufwand im Basisszenario der GKV
Im Basisfall der Modellstudie schneidet die Standardtherapie mit einem Wert von 8,321 QALY bei Gesamtkosten von 47.520 Euro pro Patient ab. Die zusĂ€tzliche Gabe von Empagliflozin fĂŒhrt rechnerisch zu 8,352 QALY bei Kosten von 48.939 Euro je behandeltem Fall. Aus dieser GegenĂŒberstellung resultiert ein Nettozugewinn von 0,0315 QALY, dem zusĂ€tzliche Ausgaben von 1.418 Euro gegenĂŒberstehen.
Die Wirtschaftlichkeit hĂ€ngt dabei maĂgeblich vom Medikamentenpreis ab. Modellrechnungen zeigen, dass der ICER bei einer hypothetischen Preisreduktion um 25 Prozent auf 32.300 Euro pro QALY sinken wĂŒrde. Bei einem Preisnachlass von 50 Prozent lĂ€ge er bei 19.500 Euro pro QALY und bei einer Reduktion um 75 Prozent bei 6.700 Euro pro QALY.
Ausgehend von Schwellenwerten fĂŒr die gesellschaftliche Zahlungsbereitschaft ermittelte die Studie zudem Preisgrenzen: Bei einer Zahlungsbereitschaft von 30.000 Euro pro QALY lĂ€ge der maximale Jahrestherapiepreis bei etwa 607 Euro, bei einem Schwellenwert von 50.000 Euro pro QALY bei etwa 944 Euro.
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Subgruppenanalysen und regulatorischer Status
Die Ergebnisse der Modellstudie variieren je nach Patientenkollektiv deutlich. FĂŒr definierte Risikogruppen mit Begleiterkrankungen wie Diabetes oder chronischer Nierenerkrankung (CKD) fĂ€llt das Kosten-EffektivitĂ€ts-VerhĂ€ltnis mit rund 39.000 Euro pro QALY gĂŒnstiger aus.
FĂŒr Betroffene ohne entsprechende Risikomerkmale belĂ€uft sich der Wert dagegen auf rund 63.000 Euro pro QALY. Unter den Annahmen eines Real-World-Szenarios ermittelt die Modellrechnung einen ICER von circa 22.900 Euro pro QALY.
Trotz der modellierten klinischen Effekte auf die Hospitalisierungsraten besitzt Empagliflozin bisher keine arzneimittelrechtliche Zulassung zur PrÀvention von Herzinsuffizienz nach einem Herzinfarkt.
