EMS-Training, DGKN

EMS-Training: DGKN warnt vor Nierenschäden und rät zu höchstens zwei Einheiten

Veröffentlicht am: 15.10.2026 um 09:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Fachgesellschaften und Behörden verweisen auf mögliche Muskel- und Nierenschäden sowie Nebenwirkungen und Qualitätsrisiken bei Nahrungsergänzungsmitteln.
Ein heller, minimalistisch eingerichteter Physiotherapieraum mit einer leeren Yogamatte und einem Glas Wasser. Illustration mit AI erstellt.

Sowohl im Fitnessbereich als auch bei frei verkäuflichen Nahrungsergänzungsmitteln greifen Verbraucher häufig zu Methoden, deren gesundheitliche Risiken unterschätzt werden. Fachgesellschaften und Gesundheitsbehörden weisen auf potenzielle Gefahren hin, die von starker Muskelbeanspruchung bis hin zu Organschäden reichen können.

Risiken durch EMS-Training für Muskeln und Nieren

Die Deutsche Gesellschaft für Klinische Neurophysiologie und Funktionelle Bildgebung (DGKN) warnt vor einer Überbelastung und möglichen Nierenschäden infolge von Training mit Elektromyostimulation (EMS). Die Fachgesellschaft rät von dieser Trainingsform im Breitensport ab und empfiehlt die Anwendung ausschließlich unter Anleitung ausgebildeter Sportmediziner oder Physiotherapeuten.

Als Obergrenze nennt die DGKN höchstens ein bis maximal zwei Trainingseinheiten pro Woche. Zudem verweist der Verband darauf, dass ein Trainingseffekt nicht bewiesen sei, und empfiehlt, ausreichend zu trinken sowie bei Schmerzen, Herzrasen oder Schwächegefühl nach dem Training ärztliche Hilfe zu suchen.

Stefan Knecht, Pressesprecher der DGKN, weist darauf hin, dass das Personal in Fitnessstudios oft nicht ausreichend geschult sei. Wissenschaftler der Sporthochschule Köln stellten fest, dass der Anstieg der Creatin-Kinase (CK) beim EMS-Training bis zu 18-mal höher ausfallen kann als beim herkömmlichen Training. Derartige Extremwerte können in Einzelfällen zu Nierenschädigungen führen.

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Fragliche Evidenz und Nebenwirkungen bei Curcumin-Präparaten

Auch bei pflanzlichen Nahrungsergänzungsmitteln wie Kurkuma bestehen Risiken. Der Kardiologe Aurelio Rojas erklärt, dass die Aufnahme von Curcuma im Körper überschätzt werde: Curcumin werde sehr schlecht absorbiert und rasch metabolisiert. Für eine bessere Aufnahme empfiehlt Rojas eine Mischung aus Curcuma und schwarzem Pfeffer.

Zwar werden dem Stoff antioxidative sowie entzündungshemmende Eigenschaften zugeschrieben, und es werden potenzielle Vorteile für Muskeln, Gelenke, Leberzellen und Muskelregeneration diskutiert; die Evidenz für Bereiche wie Herz-Kreislauf-Gesundheit, Stimmung, Testosteron und Gewichtskontrolle gilt jedoch als unzureichend.

Zudem geriet die wissenschaftliche Datenbasis in der Vergangenheit in die Kritik: Der Forscher Bharat Aggarwal vom MD Anderson Cancer Center der University of Texas publizierte zwischen den 1990er-Jahren und 2020 über 120 Artikel zu Curcumin.

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Nachdem das Institut 2012 eine Untersuchung eingeleitet hatte, wurden rund 30 Studien wegen Bildmanipulation und Datenintegritätsproblemen zurückgezogen. Eine Übersichtsarbeit im Journal of Medicinal Chemistry aus dem Jahr 2017 äußerte sich ebenfalls kritisch zu dem Molekül.

Die französische Behörde Anses registrierte über 100 Signale unerwünschter Wirkungen bei Curcuma- und Curcumin-Produkten, darunter 15 Fälle von Hepatitis; ähnliche Fälle wurden auch in Italien verzeichnet. Küchengewürze seien dabei nicht mit konzentrierten Extrakten gleichzusetzen.

Die europäische Behörde Efsa und die Anses definieren eine tolerable Tagesdosis von 3 mg Curcumin pro Kilogramm Körpergewicht, was 180 mg pro Tag bei einem Körpergewicht von 60 kg entspricht. Großverbraucher in Frankreich nehmen schätzungsweise etwa 27 mg Curcumin täglich über die Nahrung auf, sodass theoretisch weniger als 153 mg pro Tag aus Supplementen stammen sollten.

Konzentrierte Dosen können Verdauungsbeschwerden, Reflux, Durchfall oder selten Allergien auslösen. Da Curcuma Oxalate enthält und Wechselwirkungen mit Antikoagulanzien sowie Diabetes-Medikamenten auftreten können, ist Vorsicht geboten – insbesondere bei Lebererkrankungen, Gallensteinen, in der Schwangerschaft oder Stillzeit. Warnsignale für Leberschäden sind Gelbsucht, dunkler Urin und ungewöhnliche Müdigkeit.

Gefahren unregulierter Nahrungsergänzungsmittel bei chronischen Nierenerkrankungen

Nach einer CDC-Schätzung aus dem Jahr 2023 leidet mehr als ein Siebtel der Erwachsenen in den USA an einer chronischen Nierenerkrankung; bei Menschen ab 65 Jahren liegt der Anteil bei 34 Prozent. Die Erkrankung wird nach der geschätzten glomerulären Filtrationsrate (eGFR) in fünf Stadien eingeteilt.

Die National Kidney Foundation führt Kurkuma und Brennnessel als Kalium- und Phosphorquellen auf und warnt davor, dass Nahrungsergänzungsmittel nicht bezüglich Dosis, Inhalt und Reinheit reguliert sind. Sie können Schwermetalle enthalten, zudem gilt die teils enthaltene Aristolochiasäure als nierenschädigend.

Die US-Behörde NCCIH warnt bei ayurvedischen Produkten explizit vor Verunreinigungen mit Blei, Quecksilber und Arsen und verweist darauf, dass etwa Johanniskraut die Wirkung diverser Medikamente abschwächt.

Bei weit fortgeschrittenen Stadien bestehen spezifische Gefahren: Ein Ayurveda-Praktiker riet etwa einem Dialyse-Patienten im Stadium 5 von Haritaki ab, da die Substanz stark abführend und dehydrierend wirke, Kalium- und andere Elektrolytverschiebungen verursachen und in Kombination mit Blutdruckmedikamenten zu Blutdruckabfällen führen könne.

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