Endometriose: Neuer Bluttest erkennt Krankheit zu 94,4 Prozent
Veröffentlicht: 05.07.2026 um 11:42 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Ein neuer Bluttest könnte das jetzt Ă€ndern â mit einer Genauigkeit von ĂŒber 94 Prozent.
Forscher von HerAnova Lifesciences haben einen Multi-Omics-Bluttest namens HerResolve entwickelt. In einer Studie mit 298 Frauen erkannte das Verfahren die Erkrankung in 94,4 Prozent der FÀlle. Die Ergebnisse wurden im Juli 2026 im Journal of Minimally Invasive Gynecology veröffentlicht.
Bluttest findet, was Bildgebung ĂŒbersieht
Der Test kombiniert drei microRNAs, drei Protein-Biomarker und ein Steroidhormon. Besonders spannend: Er identifizierte 61,5 Prozent der FĂ€lle, die Ultraschall oder MRT zunĂ€chst ĂŒbersehen hatten.
Das könnte die Notwendigkeit diagnostischer Operationen deutlich verringern. Aktuelle klinische Leitlinien von ESHRE oder NICE betonen ohnehin, dass eine fundierte klinische Diagnose oft fĂŒr den Therapiebeginn ausreicht.
Hormontherapie bleibt Standard
In der Praxis setzen Ărzte weiterhin auf Hormonbehandlungen. Wie Mediziner der UniversitĂ€tsklinik Halle im Juli 2026 erklĂ€rten, bleibt die Antibabypille die Standardtherapie. ErgĂ€nzt wird sie durch GestagenprĂ€parate und neue orale GnRH-Antagonisten.
Diese greifen gezielt in den Hormonhaushalt ein und unterdrĂŒcken das Wachstum des Endometriosegewebes. Reichen konservative Methoden nicht aus, kommt die SchlĂŒsselloch-Chirurgie zum Einsatz â um Verwachsungen zu entfernen.
Bessere Vernetzung in der Versorgung
Die Diagnose einer Endometriose dauert oft Jahre â ein neuer Bluttest erkennt die Erkrankung jetzt zu 94,4 Prozent. Mit dem kostenlosen Wissens-Check erfahren Sie, wie der Test funktioniert und ob er fĂŒr Sie infrage kommt. Kein medizinischer Test, keine Diagnose. Wissens-Check per E-Mail anfordern
Das Projekt âEndo Eveâ der UniversitĂ€tsklinik Halle mit regionalen Praxen soll die Verzahnung von stationĂ€rer und ambulanter Versorgung verbessern. Ziel: Diagnosewege optimieren und Therapieergebnisse besser nachverfolgen.
Doch trotz aller Fortschritte: GynĂ€kologe Markus Wallwiener betont, dass in der Erforschung der Krankheitsursachen weiterhin erhebliche WissenslĂŒcken bestehen.
Digitale Helfer und Weltraumforschung
Seit Mai 2026 gibt es die App âfemCycleâ. Sie hilft Betroffenen mit individuellen VorschlĂ€gen beim Management von Regelschmerzen und Endometriose-Symptomen.
Gleichzeitig sucht die Wissenschaft nach neuen Wirkstoffquellen. Forscher der UniversitĂ€t Innsbruck nutzen unter der Leitung von GĂŒnther Bonn die Bedingungen im Weltraum. Sie untersuchen das Verhalten von Naturwirkstoffen gegen Endometriose â Grundlagenforschung, die langfristig neue Therapiewege eröffnen könnte.
Kritik an geplanten Gesundheitsreformen
Betrifft Sie das? Der neue HerResolve-Bluttest findet Endometriose, die Bildgebung ĂŒbersieht. Die kostenlose Checkliste zeigt Ihnen, wann der Test sinnvoll ist und wie Sie Ihre Symptome fĂŒr den Arzt dokumentieren. Checkliste anfordern
Die Endometriose-Vereinigung Deutschland Ă€uĂerte sich Anfang Juli 2026 kritisch zu geplanten Ănderungen im Gesundheitswesen. Das Ende der telefonischen Krankschreibung sei problematisch.
FĂŒr Patientinnen mit schubweise auftretenden, starken Schmerzen bedeute eine verpflichtende Vorstellung in der Praxis ab dem ersten Tag eine zusĂ€tzliche Belastung. Das Risiko von PrĂ€sentismus am Arbeitsplatz könnte dadurch steigen.
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