Energy Sh Bis zu 230 mg Koffein in einer einzigen Portion
Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 10:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Koffeinhaltige Produkte zielen durch modernes Marketing zunehmend auf junge Konsumentengruppen ab. Wie Erhebungen von Verbraucherschützern und Behörden verdeutlichen, erreichen viele der im Handel erhältlichen Getränke und Pulver Dosierungen, die empfohlene Sicherheitsgrenzen für Heranwachsende deutlich überschreiten.
Hohe Konzentrationen im Sortiment
Ein Marktcheck des österreichischen Vereins für Konsumenteninformation (VKI), über den Medien am 24. September 2026 berichteten, zeigt erhebliche Koffeingehalte in gängigen Trendgetränken. Eine Dose Nocco Ramonade mit 330 ml enthält demnach 180 mg Koffein.
Bei Gönrgy Viva Fundarina stecken 160 mg in der 500-ml-Dose, während Monster Energy Ultra Strawberry Dreams bei gleicher Dosenfüllmenge auf 150 mg kommt. Auch Holy Koffeinpulver liefert 160 mg pro 500-ml-Portion.
Nach Richtwerten der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) gilt für Kinder und Jugendliche eine Obergrenze von 3 mg Koffein pro Kilogramm Körpergewicht am Tag. Für ein Kind mit einem Körpergewicht von 40 Kilogramm liegt das Limit folglich bei maximal 120 mg pro Tag.
Eine einzelne Dose der untersuchten Lifestyle-Getränke überschreitet diesen Schwellenwert somit vollständig. VKI-Ernährungswissenschafterin Teresa Bauer warnte in diesem Zusammenhang, dass Kinder und Jugendliche Koffeinmengen oft unterschätzten und biologisch nicht an solche Dosen gewöhnt seien.
Im Vergleich dazu fallen alltägliche Lebensmittel deutlich moderater aus: Nach Angaben des VKI enthält ein 50-g-Riegel Vollmilchschokolade etwa 10 mg Koffein, Eistee 14 mg und Cola 35 mg. Ein Matcha Latte kommt auf rund 50 mg, eine 250-ml-Dose Red Bull auf 80 mg, eine Tasse Filterkaffee mit 200 ml auf 90 mg und eine 500-ml-Flasche Club Mate auf 100 mg.
Der VKI kritisierte zudem, dass wichtige Warnhinweise oft ausschließlich auf der Rückseite der Dosen aufgedruckt seien. Besonders risikobehaftet sei zudem der Mischkonsum mit Alkohol oder bei sportlicher Betätigung.
Gefahrenpotenzial hochkonzentrierter Formate
Noch stärkere Konzentrationen finden sich laut Berichten der Verbraucherzentralen vom 23. September 2026 bei sogenannten Energy Shots. In Portionsgrößen von 25 bis 60 ml stecken bis zu 230 mg Koffein, was einer Konzentration von etwa 3.800 mg pro Liter entspricht.
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Die allgemeine Sicherheitsgrenze für eine Einzelportion liege hingegen bei 200 mg. Für gesunde Erwachsene gelten 200 mg auf einmal und bis zu 400 mg pro Tag als Richtschnur; Schwangere und Stillende sollten höchstens 200 mg täglich aufnehmen.
Als besonders schwer kontrollierbar gilt reines Koffeinpulver: Bereits eine Messerspitze entspricht laut Verbraucherzentrale rund 200 mg und lässt sich im Alltag kaum exakt abmessen. Mengen von 5 bis 10 Gramm können lebensgefährlich wirken; in Deutschland sind diesbezüglich bereits Todesfälle dokumentiert.
Mögliche Folgen einer Überdosierung reichen von Nervosität, Schlaflosigkeit und Bluthochdruck über Herzrasen und Herzrhythmusstörungen bis hin zum Kreislaufkollaps. Deutsche Verbraucherzentralen und das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) fordern daher ein Verbot von Energy Shots sowie Verkaufsverbote für Energydrinks an Minderjährige.
Konsummuster und Regulierungen in Nordeuropa
Auch Daten aus Skandinavien belegen die Verbreitung der Produkte. Wie das schwedische Livsmedelsverket darlegt, gilt dort für Jugendliche unter 16 Jahren ein Richtwert von maximal 70 mg Koffein pro Tag, während für Kinder unter 6 Jahren eine Nullvision verfolgt wird.
Schwedische Energydrinks enthalten zwischen 32 und 56 mg pro 100 ml, wodurch eine Dose mit 355 bis 500 ml 160 bis 200 mg Koffein liefert — bis zu 285 Prozent der empfohlenen Tagesgrenze.
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Eine nordische Studie unter rund 4.900 Jugendlichen verdeutlichte das Ausmaß des Konsums: 75 Prozent der schwedischen 15- bis 19-Jährigen greifen wöchentlich zu den Wachmachern, verglichen mit einem nordischen Schnitt von 61 Prozent.
Täglich konsumieren 28 Prozent der schwedischen Teenager entsprechende Dosen, während der Gesamtschnitt bei 22 Prozent liegt. 39 Prozent der Befragten gaben an, bereits im Alter von 13 Jahren oder früher mit dem Konsum begonnen zu haben.
Die gesundheitlichen Auswirkungen spiegeln sich in den Ergebnissen wider: 38 Prozent der Konsumenten berichteten über Schlafprobleme, 31 Prozent über Herzklopfen oder Schwindel und 19 Prozent über Entzugssymptome.
Auf regulatorischer Ebene bestehen in Nordeuropa teils striktere Vorgaben. Norwegen führte ein gesetzliches Werbeverbot für Zielgruppen unter 18 Jahren sowie eine Altersgrenze beim Kauf ab 16 Jahren ein. In Dänemark gilt eine Obergrenze von 32 mg Koffein pro 100 ml, während das finnische Institut THL ein generelles Verkaufsverbot an unter 18-Jährige fordert.
