Entra, Microsoft

Entra ID: Microsoft schaltet SMS-Authentifizierung ab Februar 2027

Veröffentlicht am: 13.08.2026 um 09:34 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Microsoft beendet bis Februar 2027 SMS- und Sprachauthentifizierung in Entra ID. Ab September 2026 sind Passkeys für Nutzer verpflichtend.

Microsoft kündigt Ende von SMS-MFA an: Passkeys werden Pflicht
Ein IT-Administrator arbeitet in einem modernen Serverraum an der Implementierung sicherer Authentifizierungsmethoden. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Microsoft hat IT-Administratoren offiziell vor der weiteren Nutzung von SMS- und sprachbasierten Authentifizierungsverfahren gewarnt. Das Unternehmen begründet diesen Schritt mit den wachsenden Sicherheitsrisiken durch KI-gestützte Phishing-Angriffe und kündigte eine umfassende Umstellung auf sicherere Identitätslösungen innerhalb der Plattform Entra ID an.

Zeitplan für die Abschaltung veralteter MFA-Verfahren

Der Technologieriese setzt für den Übergang zu modernen Sicherheitsstandards einen verbindlichen Zeitplan fest. Am 1. Februar 2027 wird die SMS- und Voice-basierte Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) in Entra ID vollständig abgeschaltet. Microsoft stellte klar, dass für diesen Schritt keine Opt-out-Möglichkeit vorgesehen ist.

Bereits im Vorfeld werden die Sicherheitsanforderungen verschärft. Ab dem 1. September 2026 wird die Registrierung von Passkeys für Nutzer von Entra ID zur Pflicht. Während diese Maßnahmen zunächst geschäftliche Nutzer betreffen, sollen persönliche Microsoft-Konten zu einem späteren Zeitpunkt an die neuen Standards angepasst werden. Zur Unterstützung der Unternehmensinfrastruktur wird Microsoft ab dem 18. September 2026 eigene Telekommunikationsanbieter über den Microsoft Security Store verfügbar machen, deren Konfiguration ab dem 30. Oktober 2026 möglich sein soll.

Sicherheitsrisiken durch KI-Phishing und SIM-Swapping

Die Notwendigkeit des Technologiewechsels ergibt sich laut Microsoft aus der veralteten Architektur von SMS- und Sprachnachrichten. Diese seien zunehmend anfällig für SIM-Swapping und moderne Cyberattacken, die unter Einsatz von künstlicher Intelligenz durchgeführt werden. Passkeys hingegen nutzen die Public-Key-Kryptografie, um SMS- und Sprachcodes als zweiten Faktor zu ersetzen und so ein höheres Schutzniveau zu bieten.

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Die Relevanz sicherer Authentifizierungsmethoden wird durch aktuelle Marktdaten unterstrichen. So waren in der Vergangenheit bereits 43 % der britischen Unternehmen von Cybervorfällen betroffen. IT-Verantwortlichen wird daher empfohlen, insbesondere Administrator-Konten mit Priorität auf Passkeys, Authenticator-Apps oder physische Hardware-Keys umzustellen. Zudem rät das Unternehmen zur Registrierung einer Backup-Methode für die Authentifizierung, um Ausfälle zu vermeiden.

Integration moderner SSO-Lösungen

Um den Authentifizierungsprozess für Nutzer komfortabler zu gestalten und Abbrüche zu reduzieren, erkennt Entra ID ab Oktober 2026 Windows Hello for Business sowie macOS Platform SSO als eigenständige MFA-Methoden an. Der Rollout dieser Funktion soll bis Ende November 2026 abgeschlossen sein. Nach Angaben von Microsoft sind für diese Umstellung keine manuellen Änderungen an der Konfiguration durch die Administratoren erforderlich.

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Verbleibende Herausforderungen bei Legacy-Systemen

Trotz der Fortschritte bei der Einführung von Passkeys weisen Sicherheitsforscher auf neue Bedrohungsszenarien hin. Am 12. August 2026 wurde die Entdeckung einer Angriffsfamilie namens „Pass-the-Passkey“ bekannt, die Windows 11 und Microsoft Entra ID ausnutzen könne, um MFA-Hürden zu umgehen. Dies ziehe die bisherige Annahme in Zweifel, dass Passkeys grundsätzlich immun gegen sogenannte Credential-Replay-Angriffe seien.

Zusätzlich warnt Microsoft vor den Risiken veralteter Schnittstellen. Der Legacy-WS-Trust-Endpunkt in Entra ID könne für Password-Spraying-Angriffe missbraucht werden, wobei gängige Sicherheitsmechanismen wie Smart Lockout umgangen werden könnten. Analysen des Unternehmens zeigen, dass mehr als 99 % der Password-Spray-Angriffe auf solche veralteten Authentifizierungswege zurückgreifen. In diesen Fällen biete eine herkömmliche MFA keinen automatischen Schutz, was die Bedeutung eines vollständigen Wechsels auf moderne Sicherheitsprotokolle unterstreicht.

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