JapankÀfer-Kolonie, Schweiz

JapankĂ€fer-Kolonie in Schweiz erhöht Gefahr fĂŒr Deutschland

12.07.2024 - 12:13:36 | dpa.de

Er frisst Felder leer und BÀume kahl: In der Schweiz nahe der deutschen Grenze breitet sich der JapankÀfer aus. Das hat Konsequenzen hierzulande.

Der JapankĂ€fer ist eine invasive Art mit enormem Schadpotenzial. Nach Funden in Basel ist man in Baden-WĂŒrttemberg alarmiert. - Foto: Uli Deck/dpa

Nach neuen Funden des gefrĂ€ĂŸigen JapankĂ€fers in der Schweiz nahe der Grenze - darunter eine grĂ¶ĂŸere Kolonie - ist die deutsche Seite in Alarmbereitschaft. «Durch die neuen KĂ€ferfunde in der Grenzstadt hat sich die Bedrohungslage fĂŒr Baden-WĂŒrttemberg und fĂŒr Deutschland verschĂ€rft», teilte Bernhard SchĂ€fer mit, der am Julius KĂŒhn-Institut in Braunschweig, dem Bundesforschungsinstitut fĂŒr Kulturpflanzen, das zustĂ€ndige Fachinstitut fĂŒr Pflanzengesundheitsfragen leitet. Der KĂ€fer könne leicht und unbeabsichtigt ĂŒberall nach Deutschland eingeschleppt werden, etwa als «Blinder Passagier» an Fahrzeugen oder mit Pflanzen und Pflanzenteilen wie einem Blumenstrauß.

NatĂŒrliche Gegenspieler fehlen

Der aus Asien stammende JapankĂ€fer (Popillia japonica) ist in der EuropĂ€ischen Union als SchĂ€dling eingestuft, der besonders starke SchĂ€den verursachen kann. Die Tiere fallen ĂŒber Obstplantagen, Weinberge, WĂ€lder, GrĂŒnanlagen und GĂ€rten her und fressen bei mehr als 300 Pflanzenarten alles kahl. NatĂŒrliche Feinde hierzulande gibt es keine.

Dem Obst- und Pflanzenbau, aber auch Forst und HausgĂ€rten drohen nach EinschĂ€tzung von Fachleuten massive SchĂ€den bei einer Invasion. An BĂ€umen blieben oft nur die Gerippe der BlĂ€tter zurĂŒck. Große SchĂ€den können demnach auch die Larven auf Wiesen und RasenflĂ€chen anrichten: Sie fressen Graswurzeln und hinterlassen braune FlĂ€chen mit abgestorbenen Pflanzen.

Pufferzone reicht bis nach Deutschland

Funde mĂŒssen in der EU und der Schweiz gemeldet werden. «Bislang waren auf Schweizer Gebiet im DreilĂ€ndereck lediglich einzelne KĂ€fer aufgetaucht», erklĂ€rte das JKI. Nun sei das Schadinsekt an zwei weiteren Stellen gefunden worden, wobei es sich in einem Fall um eine grĂ¶ĂŸere Kolonie handele. Rund einen Kilometer um die Fundorte sei eine sogenannte Befallszone gekennzeichnet worden. «Im Umkreis von weiteren fĂŒnf Kilometern gibt es eine Pufferzone», hieß es. «Damit fallen auch Teile der deutschen Gemeinden Grenzach-Wyhlen und Weil am Rhein im Landkreis Lörrach in das Beobachtungsgebiet.» 

Aus der Pufferzone darf beispielsweise GrĂŒngut nur dann herausgebracht werden, wenn sichergestellt ist, dass damit keine KĂ€fer transportiert werden, hatte das in Baden-WĂŒrttemberg zustĂ€ndige Landwirtschaftliche Technologiezentrum Augustenberg (LTZ) in Karlsruhe vor kurzem mitgeteilt. 

KĂ€ferfunde einfrieren

Um eine Ansiedlung in Deutschland zu verhindern, sollen Menschen verdĂ€chtige KĂ€ferfunde dem zustĂ€ndigen Pflanzenschutzdienst im jeweiligen Bundesland melden. Diese Mithilfe sei von großer Bedeutung, um SchĂ€den in Deutschland vorzubeugen, betonte SchĂ€fer. Das LTZ bittet die Bevölkerung, KĂ€fer, auf die die Merkmale des JapankĂ€fers zutreffen, zu fangen, einzufrieren und zu fotografieren. Das Foto soll mit Angabe des Fundortes per E-Mail an
Pflanzengesundheit-kaefer@ltz.bwl.de geschickt werden. Fachleute bewerten es dann.

Der JapankĂ€fer ist nur etwa einen Zentimeter groß, hat einen metallisch glĂ€nzenden grĂŒnen Kopf und braune FlĂŒgel. Auffallend sind fĂŒnf weiße HaarbĂŒschel an jeder Hinterleibseite und zwei weiße HaarbĂŒschel am Ende des Hinterleibs. Verwechselt wird der JapankĂ€fer oft mit dem GartenlaubkĂ€fer oder dem grĂ¶ĂŸeren RosenkĂ€fer - heimischen Arten, die den Experten zufolge aber keine nennenswerten SchĂ€den verursachen.

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