Erbschaft ĂŒber Grenzen: Neue HĂŒrden beim EuropĂ€ischen Erbschein
Veröffentlicht: 28.05.2026 um 22:09 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Aktuelle Gerichtsurteile und der Entwurf des Jahressteuergesetzes 2026 stellen Erben und Vermögensverwalter vor neue Herausforderungen.
Angesichts komplizierter Gerichtsurteile und strenger HĂŒrden bei der Nachlassabwicklung ist eine rechtssichere Vorsorge wichtiger denn je. Dieser kostenlose Ratgeber bietet Ihnen geprĂŒfte Vorlagen fĂŒr das Berliner Testament und die PatientenverfĂŒgung, um Ihre Familie vor unnötigem Behördenchaos zu schĂŒtzen. Berliner Testament & PatientenverfĂŒgung: Jetzt kostenlosen Ratgeber sichern
EuropĂ€ischer Erbschein: Strenge HĂŒrden bei EinwĂ€nden
Das Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt am Main hat die HĂŒrden fĂŒr die Ausstellung eines EuropĂ€ischen Nachlasszeugnisses (ENZ) verschĂ€rft. Nach einem Urteil vom Dezember 2025 darf ein ENZ nicht ausgestellt werden, wenn ein Beteiligter EinwĂ€nde erhebt, die sich nicht durch einfache Ermittlungen klĂ€ren lassen. Das gilt selbst dann, wenn bereits ein nationaler Erbschein vorliegt. Eine Ausnahme besteht nur, wenn ĂŒber den Einwand bereits rechtskrĂ€ftig entschieden wurde.
Das OLG Braunschweig unterstrich zudem die Bedeutung des ENZ oder alternativ eines öffentlichen Testaments. Ein Testamentsvollstrecker darf demnach GrundstĂŒcke aus dem Nachlass nicht an den eigenen Ehepartner verkaufen â nicht ohne Zustimmung aller Erben. Solche InsichgeschĂ€fte erfordern einen lĂŒckenlosen Nachweis der Erbfolge, den das Grundbuchamt ĂŒber das ENZ oder ein notarielles Testament prĂŒft.
Steuerliche AbzĂŒge: BFH schafft Klarheit
Der Bundesfinanzhof (BFH) hat im MĂ€rz 2026 eine wichtige Entscheidung zu den Kosten der Nachlassabwicklung getroffen. Anwaltskosten fĂŒr eine Teilungsversteigerung zur Auseinandersetzung des Nachlasses sind demnach als Nachlassverbindlichkeiten abzugsfĂ€hig. Anders sieht es bei laufenden Verwaltungskosten aus â etwa fĂŒr die Verwaltung oder Aufteilung von Mietkonten. Diese Kosten sind nicht abzugsfĂ€hig.
Jahressteuergesetz 2026: Was sich Àndert
Das Bundesministerium der Finanzen (BMF) hat Ende Mai den Entwurf des Jahressteuergesetzes 2026 vorgelegt. Die wichtigsten Neuerungen:
- Internationale KinderfreibetrĂ€ge: Der volle Kinderfreibetrag soll auch fĂŒr Einwohner von EU- und EWR-Staaten erhalten bleiben.
- GrundstĂŒcksbewertung: Eine neue gesetzliche Regelung zur Aufteilung von Kaufpreisen fĂŒr bebaute GrundstĂŒcke ist nach Paragraf 6f Einkommensteuergesetz geplant.
- Verfahrenserleichterungen: Die Schwelle fĂŒr bestimmte Steuerbefreiungsverfahren soll von 10.000 auf 100.000 Euro steigen.
- Digitalisierung: Der Entwurf schafft die rechtliche Grundlage fĂŒr den Einsatz KĂŒnstlicher Intelligenz in FinanzĂ€mtern.
Viele Deutsche machen beim Erben folgenschwere Fehler, die oft zu hohen Steuerzahlungen oder Familienstreit fĂŒhren. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Report, wie Sie Ihren Nachlass rechtssicher regeln und mit wertvollen Tipps sogar mehrere Tausend Euro Erbschaftsteuer sparen können. Kostenlosen Report inklusive Erbschaftsteuer-Spartipps herunterladen
FĂŒr Rentner bringt der Juni 2026 eine Erhöhung um 4,24 Prozent â der Rentenwert steigt auf 42,52 Euro. Der steuerliche Grundfreibetrag liegt bei 12.348 Euro. Allerdings mĂŒssen Neurentner mit einer Steuerpflicht auf 84 Prozent ihrer EinkĂŒnfte rechnen.
Auswanderung und digitale Vermögen: Fallstricke fĂŒr Erben
Wer Vermögen oder Wohnsitz ins Ausland verlegt, muss steuerliche Konsequenzen bedenken. Bei einem Umzug aus der Schweiz etwa endet die Steuerpflicht erst mit der offiziellen Abmeldung. Wer weiterhin Schweizer EinkĂŒnfte oder Immobilien besitzt, bleibt beschrĂ€nkt steuerpflichtig. Die Schweiz unterhĂ€lt mit ĂŒber 100 Staaten Doppelbesteuerungsabkommen. Steuerberater empfehlen, das zustĂ€ndige Finanzamt mindestens 30 Tage vor dem Umzug zu kontaktieren.
Digitale Vermögenswerte sind seit einem Grundsatzurteil des Bundesgerichtshofs (BGH) aus dem Jahr 2018 fester Bestandteil der Nachlassplanung. Der BGH stellte klar: Das digitale Erbe ist rechtlich genauso zu behandeln wie physische VermögensgegenstĂ€nde. Erben erhalten automatisch Zugriffsrechte. Allerdings: Ein Erbschein ermöglicht den Zugriff auf Bankkonten, nicht aber auf KryptowĂ€hrungen, die durch private SchlĂŒssel geschĂŒtzt sind.
Experten raten, Zugangsdaten nicht direkt im Testament zu hinterlegen, sondern getrennt aufzubewahren. FĂŒr ein funktionierendes digitales Erbe ist eine regelmĂ€Ăig aktualisierte Liste mit Passwörtern und Zugangsdaten unerlĂ€sslich. Nur so können Erben ihre gesetzlichen Rechte an digitalen Vermögenswerten auch tatsĂ€chlich ausĂŒben.
Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und MĂ€rkten ohne GewĂ€hr; Ănderungen jederzeit möglich. BörsengeschĂ€fte können zu hohen Verlusten fĂŒhren. Unsere BeitrĂ€ge werden ganz oder teilweise automatisiert mit UnterstĂŒtzung von AI erstellt und geprĂŒft.
