Erbvertrag mit 88-Jähriger: Drei Vorwürfe gegen früheren Notar vor Gericht
Veröffentlicht am: 14.10.2026 um 08:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Am Landgericht Limburg wird ein Strafverfahren gegen einen 49-jährigen Rechtsanwalt und früheren Notar verhandelt. Dem Juristen werden besonders schwerer Betrug sowie Urkundenfälschung zur Last gelegt.
Gegenstand der Verhandlung ist ein Vorgang aus dem Jahr 2023: Anstelle eines Testaments soll der Angeklagte einen unanfechtbaren Erbvertrag mit seiner damals 88-jährigen Mandantin aufgesetzt und sich dabei selbst als Alleinerben eingesetzt haben, wie aus Berichten vom 13. Oktober 2026 hervorgeht.
Erhebliche Vermögenswerte und geändertes Erbe
Gegenstand des Verfahrens unter dem Aktenzeichen 5 Kls 2 Js 52080/23 sind erhebliche Vermögenswerte. Das Vermögen der betagten Mandantin belief sich auf mehr als 975.000 Euro sowie ein Grundstück im Wert von 250.000 Euro, womit der Gesamtwert bei über 1,2 Mio. Euro lag.
Ursprünglich waren für den Nachlass gänzlich andere Begünstigte vorgesehen gewesen. Zuwendungen sollten demnach an ein Kloster in Eibingen im Rheingau, an die Kirchengemeinde Braunfels sowie an Nachbarn der Frau fließen.
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Die Seniorin verstarb später in einem Pflegeheim in Horbach. Durch die vertragliche Regelung, die Gegenstand der gerichtlichen Untersuchung ist, wurden die ursprünglichen Vorstellungen der Mandantin verdrängt. Insgesamt sieht sich der Jurist mit drei Anklagevorwürfen konfrontiert.
Einlassung zur Person und geplanter Verhandlungsverlauf
Zum Auftakt des Prozesses vor der Strafkammer machte der Angeklagte von seinem Schweigerecht Gebrauch und äußerte sich nicht zu den Tatvorwürfen. Sein Verteidiger Prof. Alfred Dierlamm erklärte dazu, dass sich sein Mandant vorläufig ausschließlich zu seinem persönlichen Lebenslauf äußere.
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Im Rahmen dieser Schilderungen ging der Angeklagte auf seinen beruflichen Werdegang und private Hintergründe ein. Demnach arbeitet er seit 18 Jahren als Rechtsanwalt. Zudem berichtete er vor Gericht von einem familiären Vorfall, wonach sein Großvater seinen Vater erschossen habe.
Für die gerichtliche Klärung der Betrugs- und Fälschungsvorwürfe hat das Landgericht Limburg ein umfangreiches Programm angesetzt. Insgesamt sind zwölf Verhandlungstage terminiert, die sich bis zum 24. November erstrecken. Im Rahmen dieser Hauptverhandlung wird zu prüfen sein, wie das Vertragswerk zustande kam und welche strafrechtliche Verantwortung den früheren Notar trifft.
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