ErdnĂŒsse und GedĂ€chtnis: 60 Gramm tĂ€glich zeigen messbare Effekte bei Ălteren
Veröffentlicht am: 13.10.2026 um 20:24 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der regelmĂ€Ăige Konsum bestimmter Lebensmittel kann physiologische AblĂ€ufe im alternden Gehirn messbar beeinflussen. Eine im Fachjournal Food and Function (2026, DOI 10.1039/d6fo03208g) publizierte Untersuchung der Maastricht University (NUTRIM) liefert dazu neue Erkenntnisse.
Im Rahmen einer randomisierten Crossover-Studie analysierten die Forschenden, wie sich der tĂ€gliche Verzehr von ErdnĂŒssen auf die zerebrale Insulinreaktion und kognitive Leistungen bei Ă€lteren Menschen auswirkt.
Messbare VerÀnderungen im MRT und bei GedÀchtnistests
An der Untersuchung nahmen 31 gesunde Erwachsene im Alter von 60 bis 75 Jahren teil. Das Design sah vor, dass die Teilnehmenden ĂŒber einen Zeitraum von 16 Wochen tĂ€glich 60 Gramm ungesalzene, in der Schale geröstete ErdnĂŒsse zu sich nahmen, was etwa zwei Portionen beziehungsweise zwei Handvoll entspricht. Zwischen der Erdnussphase und der Kontrollphase ohne ErdnĂŒsse lag eine Unterbrechung von acht Wochen.
Untersuchungen am Maastricht University Medical Center mittels Magnetresonanztomografie (MRT) ergaben nach der Erdnussphase ein verbessertes Insulin-Ansprechen in Clustern der rechten GehirnhĂ€lfte, die fĂŒr die GedĂ€chtnisbildung relevant sind.
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Zu den betroffenen Regionen zĂ€hlten unter anderem der linguale Gyrus, der Hippocampus, der parahippocampale und posteriore cingulĂ€re Gyrus sowie der Thalamus. Die Forschenden verzeichneten hierbei eine mittlere Ănderung von -5,4 ml/100 g Gewebe/Minute. Begleitend durchgefĂŒhrte standardisierte GedĂ€chtnistests zeigten zudem Zugewinne beim Abrufen und Wiedererkennen von Informationen.
Mögliche Wirkmechanismen ĂŒber bioaktive Inhaltsstoffe
FĂŒr die beobachteten physiologischen Effekte kommen verschiedene Inhaltsstoffe infrage. Seniorautor Peter Joris vom Maastricht University Medical Center verwies darauf, dass ungesĂ€ttigte Fette, Ballaststoffe, Vitamine, Mineralien und bioaktive Phytochemikalien zu diesen Resultaten beitragen könnten.
Ein wesentlicher Faktor sei zudem der hohe Gehalt an L-Arginin in ErdnĂŒssen. Die AminosĂ€ure fungiert als Vorstufe von Stickstoffmonoxid, einem Botenstoff, der Lernprozesse und GedĂ€chtnisfunktionen im zentralen Nervensystem unterstĂŒtzt.
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Methodische Grenzen und Einordnung der Ergebnisse
Trotz der gemessenen Effekte verweisen die Forschenden der Maastricht University auf deutliche Limitationen der Untersuchung. Da die ErdnĂŒsse in die ĂŒbliche ErnĂ€hrung der Probanden integriert wurden und kein vorgeschriebener Ersatz fĂŒr andere Nahrungsmittel stattfand, könnten Teile der Effekte auch auf eine verĂ€nderte Gesamtenergiezufuhr zurĂŒckgehen. Um die Mechanismen fundiert abzusichern, seien gröĂere kontrollierte Studien notwendig.
Zudem liefert die Arbeit keinen Nachweis dafĂŒr, dass der Verzehr von ErdnĂŒssen Demenzerkrankungen verhindern kann. Ein direkter Vergleich mit anderen Nusssorten fand im Rahmen des Versuchsaufbaus nicht statt. Ebenso lassen sich die Befunde nicht ohne Weiteres auf jĂŒngere Personengruppen, erkrankte Menschen oder abweichende ErnĂ€hrungsweisen ĂŒbertragen.
Finanziert wurde das Forschungsprojekt von der Peanut Institute Foundation, wobei die beteiligten Wissenschaftler betonten, dass der Geldgeber keinen Einfluss auf das Studiendesign, die Datenanalyse oder die Interpretation der Resultate genommen hat.
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