Ergrauen, Vitamin-B12-Mangel

Ergrauen: Vitamin-B12-Mangel verdreifacht Risiko laut Studie

Veröffentlicht am: 12.09.2026 um 14:32 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Vitamin-B12-Mangel tritt bei vorzeitigem Ergrauen hÀufiger auf, doch Gene bleiben entscheidend. Experten warnen vor unkontrollierten Supplementen.

Graue Haare: Welche NÀhrstoffmÀngel das Ergrauen fördern können
Eine Nahaufnahme von Laborwaagen und einer Glasschale mit verschiedenen NĂ€hrstoffen und Mineralien auf einem weißen Untergrund. Illustration mit AI erstellt.

In der medizinischen Forschung wird der Zusammenhang zwischen der NÀhrstoffversorgung und der Pigmentierung der Haare zunehmend differenziert betrachtet. Aktuelle Berichte und klinische Untersuchungen verdeutlichen, dass insbesondere Defizite bei bestimmten Vitaminen und Spurenelementen die Entstehung grauer Haare beschleunigen können, wÀhrend die genetische Veranlagung weiterhin die primÀre Rolle spielt.

Die Rolle essentieller NĂ€hrstoffe fĂŒr die Melaninbildung

Die ErnĂ€hrungsmedizinerin Michaela Axt-Gadermann wies in einem Fachbericht vom 12.09.2026 darauf hin, dass NĂ€hrstoffmĂ€ngel ein vorzeitiges Ergrauen der Haare begĂŒnstigen können. FĂŒr den Prozess der Melaninbildung seien vor allem Selen, Zink, Kupfer, Vitamin D und Eisen von zentraler Bedeutung.

Dennoch betonte die Expertin, dass sich genetisch oder altersbedingt ergrautes Haar durch die Zufuhr von NĂ€hrstoffen nicht wieder in seine ursprĂŒngliche Farbe zurĂŒckversetzen lĂ€sst. Die ersten grauen Haare zeigen sich demnach ĂŒblicherweise zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr.

Gleichzeitig warnte Axt-Gadermann vor einer unkontrollierten Supplementierung. Eine Überdosierung von Selen oder Zink ohne einen klinisch nachgewiesenen Mangel könne kontraproduktiv wirken und selbst Haarprobleme hervorrufen.

Vitamin B12 als kritischer Faktor

Ein wesentlicher Fokus der aktuellen wissenschaftlichen Debatte liegt auf Vitamin B12. Laut Dr. Kunal Sood ist dieses Vitamin essentiell fĂŒr das Nervensystem und die Bildung roter Blutkörperchen. Ein Mangel könne nicht nur Haarausfall, sondern auch ein vorzeitiges Ergrauen fördern.

Ein solches Defizit trete vermehrt bei Personen auf, die wenig tierische Produkte konsumieren, unter Verdauungsproblemen leiden oder Medikamente wie Metformin oder SÀureblocker einnehmen. Diese Substanzen können die Aufnahme von B12 im Körper reduzieren.

Informationen aus medizinischen Berichten zufolge speichert der menschliche Körper Vitamin B12 ĂŒber einen Zeitraum von drei bis fĂŒnf Jahren in der Leber. Symptome eines Mangels treten daher oft erst dann auf, wenn die Reserven nahezu vollstĂ€ndig erschöpft sind. Die empfohlene tĂ€gliche Zufuhr liegt bei 2,4 ”g.

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Statistiken und klinische Studienergebnisse

Die Relevanz von Vitaminen wird durch statistische Erhebungen gestĂŒtzt. Eine im International Journal of Trichology veröffentlichte Studie zeigt signifikante Unterschiede auf: Demnach wurde bei 55,8 % der Probanden mit vorzeitigem Ergrauen ein B12-Mangel festgestellt, wĂ€hrend dieser in der Kontrollgruppe nur bei 17,3 % lag.

Bei Patienten mit einer perniziösen AnÀmie wiesen sogar 11 % ein vorzeitiges Ergrauen auf (Kontrollgruppe: 2 %). Zudem besteht eine Korrelation zwischen verschiedenen B-Vitaminen; so zeigten 65 % der FÀlle mit einem Folatmangel gleichzeitig ein Defizit an Vitamin B12.

Die PrĂ€valenz eines B12-Mangels variiert laut Daten des BMJ erheblich mit dem Alter. WĂ€hrend in der Altersgruppe der 20- bis 39-JĂ€hrigen rund 3 % betroffen sind, steigt dieser Wert bei Personen ĂŒber 85 Jahren auf bis zu 20 % an.

Einfluss von Genetik, Stress und Umweltfaktoren

Trotz der Bedeutung der ErnĂ€hrung bleibt die Genetik der stĂ€rkste PrĂ€diktor fĂŒr den Zeitpunkt des Ergrauens. In bis zu 40 % der FĂ€lle findet sich eine entsprechende Familienanamnese. Neben der genetischen Komponente identifizierte eine Harvard-Studie, die im Januar 2020 im Fachmagazin Nature erschien, chronischen Stress als entscheidenden Faktor.

Stress schĂ€digt ĂŒber das sympathische Nervensystem und den Botenstoff Norepinephrin die Melanocyten-Stammzellen dauerhaft. Auch externer Einfluss durch Rauchen könne die SchĂ€digung dieser Zellen beschleunigen.

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Regulatorische Höchstmengen und Sicherheitshinweise

Bei der Supplementierung von Vitaminen sind die Empfehlungen europĂ€ischer und nationaler Behörden zu beachten. Die EuropĂ€ische Behörde fĂŒr Lebensmittelsicherheit (EFSA) gibt die tolerierbare tĂ€gliche Gesamtzufuhr (UL) fĂŒr Vitamin B6 bei Erwachsenen mit 12 mg an. Das Bundesinstitut fĂŒr Risikobewertung (BfR) empfiehlt fĂŒr NahrungsergĂ€nzungsmittel jedoch eine deutlich geringere Höchstmenge von 0,9 mg pro Tagesdosis.

Ähnlich verhĂ€lt es sich bei Vitamin D: WĂ€hrend die EFSA einen UL von 100 ”g (4.000 IE) tĂ€glich festlegt, belĂ€uft sich die BfR-Höchstmenge auf 20 ”g (800 IE) pro Tagesdosis. Eine ĂŒbermĂ€ĂŸige Zufuhr dieser Vitamine kann laut Expertenberichten vom 11.09.2026 schwerwiegende gesundheitliche Folgen wie NervenschĂ€den oder HyperkalzĂ€mie nach sich ziehen.

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