ErnÀhrung: 59 Prozent der Deutschen wollen weniger Zucker
Veröffentlicht am: 07.08.2026 um 11:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Bundesregierung plant eine Reform der Gesundheits- und ErnĂ€hrungsbehörden, wĂ€hrend eine neue Studie zeigt: Deutsche wollen weniger Zucker und Alkohol konsumieren. Gleichzeitig belasten Hitze und DĂŒrre die Ernten.
Behörden-Umbau: BĂŒndelung der Kompetenzen bis 2029
Das Bundesministerium fĂŒr ErnĂ€hrung und Landwirtschaft will Forschung und Risikobewertung unter einem Dach vereinen. Ab 2029 sollen das Bundesinstitut fĂŒr Risikobewertung (BfR), das Max-Rubner-Institut (MRI) und das Bundeszentrum fĂŒr ErnĂ€hrung (BZfE) zum neuen âBundesinstitut fĂŒr Risikobewertung und ErnĂ€hrungâ verschmelzen.
Schon Anfang 2028 will das Ministerium erste Aufgaben des BZfE ins MRI verlagern. Auch die Referenzlabore des Bundesamtes fĂŒr Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit ziehen vorzeitig ins BfR um.
Debatte um Mehrwertsteuer: 36 Milliarden Euro winken
Parallel sorgt ein Vorschlag des Ifo-Instituts fĂŒr Diskussionen. Dessen Chef fordert, den ermĂ€Ăigten Mehrwertsteuersatz von 7 Prozent auf 19 Prozent anzuheben. Das wĂŒrde nicht nur Lebensmittel betreffen, sondern auch den Nahverkehr.
Die Rechnung klingt verlockend: Rund 36 Milliarden Euro zusĂ€tzlich könnte der Staat einnehmen. Doch die Kritik ist laut. Einkommensschwache Haushalte mĂŒssten fast 2 Prozent ihres Realeinkommens abgeben, wĂ€hrend die obersten 10 Prozent nur 0,5 Prozent verlieren wĂŒrden.
Trendwende beim Konsum: Zucker und Alkohol im Visier
Die Deutschen ĂŒberdenken ihre ErnĂ€hrungsgewohnheiten. Eine Studie des NIM zeigt: 59 Prozent wollen ihren Zuckerkonsum reduzieren, 12 Prozent verzichten bereits komplett. Besonders die 18- bis 39-JĂ€hrigen treibt das Thema um â 64 Prozent von ihnen planen, den Zuckeranteil zu senken.
Auch beim Alkohol zeichnet sich ein Wandel ab. Jeder zweite Befragte möchte kĂŒnftig weniger trinken, ein Drittel verzichtet sogar regelmĂ€Ăig. Die Industrie bekommt das zu spĂŒren: Im ersten Halbjahr 2026 sank die Fleischproduktion um 0,7 Prozent auf 3,4 Millionen Tonnen. GeflĂŒgelfleisch verzeichnete mit minus 3,2 Prozent den stĂ€rksten Einbruch â der niedrigste Wert seit 2017.
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Klimafolgen: Hitzewellen gefÀhrden Ernten
Die Sommerhitze setzt der Landwirtschaft massiv zu. In SĂŒddeutschland rechnen Experten mit einem RĂŒckgang der ZuckerrĂŒben-Ernte um 33 Prozent. Frankreich meldet bei GemĂŒse sogar AusfĂ€lle von bis zu 50 Prozent.
Das Robert Koch-Institut schlÀgt Alarm: Die Zahl der hitzebedingten TodesfÀlle liege höher als bislang angenommen. Ein Bericht von Anfang August korrigiert die bisherigen SchÀtzungen nach oben.
Neue Forschungsergebnisse: Was ErnÀhrung mit Gesundheit zu tun hat
Eine Studie der UniversitĂ€t Guangzhou liefert beeindruckende Zahlen zur frĂŒhkindlichen ErnĂ€hrung. Wer in den ersten 1.000 Tagen weitgehend zuckerfrei aufwuchs, hat spĂ€ter ein um 27 Prozent geringeres Demenzrisiko. Bei Alzheimer sinkt die Wahrscheinlichkeit sogar um 46 Prozent.
Italienische Forscher setzen auf Tomaten: 200 Gramm rohe Tomaten plus 50 Gramm SoĂe tĂ€glich reduzierten bei 79 Erwachsenen nach sechs Wochen messbar das Leberfett. Ein einfacher Ansatz mit potenziell groĂer Wirkung.
Die NAKO Gesundheitsstudie verbessert derweil die Krebsforschung. Mit ĂŒber 205.000 Teilnehmern und neuen Methoden zum Abgleich mit Krebsregistern will sie kĂŒnftig prĂ€zisere Daten liefern. Möglich macht das die Zusammenarbeit mit fast allen BundeslĂ€ndern.
Gerade die 18- bis 39-JĂ€hrigen wollen weniger Zucker â 64 Prozent planen, den Zuckerkonsum zu senken. Unser 7-Tage-Plan begleitet Sie Schritt fĂŒr Schritt, von der Bestandsaufnahme bis zu leckeren Alternativen. 7-Tage-Plan jetzt sichern
Und die CharitĂ© meldet einen ĂŒberraschenden Erfolg: Der Cannabis-Wirkstoff THC (Dronabinol) lindert AlbtrĂ€ume bei PTBS-Patienten deutlich. In der Studie mit 171 Teilnehmenden sank die Belastung um 3,7 Punkte â gegenĂŒber 2,2 Punkten in der Placebo-Gruppe.
Bei der sechsten Deutschen Mundgesundheitsstudie (DMS 6) setzen Forscher indes auf ungewöhnliche Methoden. Ein Professor des Instituts der Deutschen ZahnĂ€rzte lieĂ das Zahnputzverhalten per Video aufzeichnen â ĂŒber neun Jahre hinweg. Die LĂ€ngsschnittanalyse soll objektive Daten liefern, wie sich Gewohnheiten tatsĂ€chlich entwickeln.
