Ernährung, Altern

Ernährung und Altern: Studie mit 7.500 Personen zeigt moderate Effekte

Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 06:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Studien verbinden hohe glykämische Kost mit Hautentzündungen und gute Ernährungsqualität mit langsamerem Altern; schnelle Effekte des Zuckerverzichts sind nicht belegt.

Zucker, Haut und Alter: Was Studien zu Ernährung und Kollagen zeigen
Nahaufnahme einer aufgeschnittenen Granatapfelfrucht mit leuchtenden Kernen auf einer minimalistischen Oberfläche. Illustration mit AI erstellt.

Zucker gilt seit Langem als Feind schöner Haut. Ein Beitrag von thamhiemmekong.com bringt hohen Zuckerkonsum erneut mit vorzeitigen Falten und Elastizitätsverlust in Verbindung – über einen Mechanismus namens Glykation, bei dem Zuckermoleküle Kollagen und Elastin verändern. Ein Blick auf die aktuelle Studienlage zeigt jedoch, dass nicht jede kursierende Zahl zu diesem Thema tatsächlich belegt ist.

Zucker, Glykation und Akne

Laut dem Beitrag erhöht eine Ernährung mit hohem glykämischem Index das Aknerisiko – eine Einschätzung, die sich auf eine zitierte Quelle der American Academy of Dermatology (AAD) stützt. Als möglicher Mechanismus werden erhöhte Insulin- und Talgproduktion beschrieben, die Entzündungsprozesse in der Haut begünstigen können.

Weniger gesichert sind dagegen konkrete Zeit- und Prozentangaben, die im selben Umfeld kursieren: Die Behauptung, Entzündungswerte sänken durch Zuckerverzicht innerhalb von 14 Tagen um fast 40 Prozent, ist nicht als belastbares Studienergebnis ausgewiesen.

Auch eine Fallgeschichte, wonach sich Akne-Ausbrüche nach sechs Wochen Zuckerverzicht um rund 60 Prozent reduziert hätten, lässt sich nicht auf eine überprüfbare Studie zurückführen.

Solche Einzelfallberichte können individuelle Erfahrungen widerspiegeln, taugen aber nicht als allgemeingültiger Beleg. Wann genau sich ein Ernährungsumstellung sichtbar im Hautbild niederschlägt, bleibt in der Quelle vage – konkrete Wochenangaben dazu sind nicht belastbar dokumentiert.

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Hormone, Alter und Kollagenverlust

Unabhängig von der Zuckerdebatte verändert sich die Haut auch durch natürliche Alterungsprozesse. Ein Beitrag von beauty-forum.com beschreibt, dass hormonelle Veränderungen in den Wechseljahren mit weniger Kollagen, geringerer Elastizität und reduzierter Feuchtigkeit einhergehen. Immunprozesse, sogenanntes Inflammaging sowie das Hautmikrobiom werden als zusätzliche Einflussfaktoren genannt.

Laut einer dort zitierten Studie können peri- und postmenopausale Frauen in den ersten fünf Jahren nach der Menopause bis zu 30 Prozent ihres Kollagens verlieren. Eine Studie mit KI-gestützten Hautanalysen berichtete zudem von verbesserten Hautbildern und einer gesteigerten Lebensqualität; als Pflegeansatz werden Barrieremimetika mit Ceramiden, Cholesterin und Fettsäuren genannt.

Ergänzend hält ein Beitrag von telegra.ph fest, dass der Körper mit zunehmendem Alter grundsätzlich weniger Kollagen produziert – ein Protein, das etwa 30 Prozent des gesamten Eiweißes im menschlichen Körper ausmacht und Knochen, Gelenke, Muskeln, Sehnen, Haut und Bindegewebe stützt. Der Beitrag selbst enthält allerdings auch Produktwerbung, für deren beworbene Wirkungen keine belastbaren Studiendaten vorliegen.

Ernährungsqualität und biologisches Altern

Einen breiteren Blick auf den Zusammenhang zwischen Ernährung und Alterungsprozessen liefert eine vom Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) zitierte Untersuchung, über die thieme.de berichtete.

Demnach ist eine höhere Ernährungsqualität mit langsamerem biologischem Altern verknüpft, wobei es nicht die eine geeignete Ernährungsweise gebe. Analysiert wurden Ernährungsgewohnheiten und Blutproben von rund 7.500 Personen – zunächst 6.470 Teilnehmende der Rheinland-Studie, anschließend bestätigt anhand von rund 1.000 Personen der EPIC-Potsdam-Studie.

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Untersuch wurden zehn verschiedene Ernährungsstile, die allesamt mit langsamerem biologischem Altern assoziiert waren. Die gemessenen Effekte fielen laut den Forschenden zwar messbar, aber nicht groß aus; mehr als 70 Prozent der beeinflussten Signalwege überschnitten sich zwischen den unterschiedlichen Diäten.

Einordnung für Verbraucher

Die vorliegenden Quellen zeichnen ein gemischtes Bild: Während der grundsätzliche Zusammenhang zwischen hohem glykämischem Index, Insulinreaktion und Hautentzündungen wissenschaftlich untermauert ist, sollten konkrete Prozent- und Zeitangaben zu schnellen Hautverbesserungen durch Zuckerverzicht mit Vorsicht betrachtet werden.

Belastbarer erscheinen die Erkenntnisse zur schleichenden Kollagenabnahme im Alter und in den Wechseljahren sowie zum Zusammenhang zwischen allgemeiner Ernährungsqualität und biologischem Altern – letztere allerdings mit moderaten, nicht dramatischen Effektstärken.

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de | wissenschaft | 70173639 |