Ernährung, Knochenbrüche

Ernährung und Knochenbrüche: Protein senkt Hüftfrakturrisiko um 21 Prozent

Veröffentlicht am: 13.10.2026 um 18:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine Langzeituntersuchung mit 541.887 Frauen verknüpft bestimmte Nährstoffe und Lebensmittel mit einem niedrigeren oder höheren Hüftfrakturrisiko.

Oxford-Studie: Ernährung hängt mit Hüftfrakturrisiko im Alter zusammen
Frische, gesunde Lebensmittel wie Gemüse, Hülsenfrüchte und Getreide auf einem Holztisch, die eine ausgewogene Ernährung symbolisieren. Illustration mit AI erstellt.

Ernährungsmuster haben einen messbaren Einfluss auf das Risiko von Knochenbrüchen im Alter. Eine umfassende Langzeituntersuchung der University of Oxford, veröffentlicht im Fachblatt European Journal of Epidemiology, liefert detaillierte Einblicke in diesen Zusammenhang.

Die Auswertung basiert auf Daten der sogenannten Million Women Study, für die zwischen 1996 und 2001 Teilnehmerinnen rekrutiert wurden. Über einen durchschnittlichen Nachbeobachtungszeitraum von rund 19,7 Jahren bis Ende 2023 begleiteten die Forschenden 541.887 postmenopausale Frauen.

In diesem Zeitraum wurden 27.318 Hüftfrakturen registriert. Von insgesamt 99 untersuchten Ernährungsfaktoren erwiesen sich 60 als statistisch mit dem Risiko für Hüftfrakturen assoziiert.

Schützende Nährstoffe und Lebensmittel im Überblick

Die Ergebnisse der University of Oxford bestätigten nicht nur 25 bereits bekannte Zusammenhänge, sondern identifizierten auch 35 neue Assoziationen. Die ermittelten E-Werte bewegten sich dabei in einem Bereich von 1,22 bis 1,98. Mehrere Nährstoffe und Lebensmittel standen in einer klaren Verbindung zu einer Verringerung des Frakturrisikos.

Besonders ausgeprägt zeigte sich dieser Effekt bei der Zufuhr von Protein: Pro 15 Gramm pro Tag sank das Risiko um 21 Prozent. Bei Zink betrug der Rückgang 19 Prozent pro 2 Milligramm und bei Niacin 18 Prozent pro 10 Milligramm.

Eine höhere Aufnahme von Ballaststoffen war mit einer Risikominderung von 11 Prozent pro 5 Gramm verbunden. Zudem reduzierten Carotin (9 Prozent weniger Risiko pro 1.000 Mikrogramm) sowie Calcium (6 Prozent weniger Risiko pro 300 Milligramm) die Wahrscheinlichkeit eines Bruchs.

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Auf Ebene der konkreten Lebensmittel wiesen die Forschenden der University of Oxford ebenfalls signifikante Effekte nach. Der Verzehr von Hühnchen war mit einer Risikosenkung um 16 Prozent pro 20 Gramm täglich verbunden.

Bei Pasta lag die Reduktion bei 13 Prozent pro 20 Gramm pro Tag, während Gemüse das Risiko um 12 Prozent pro 100 Gramm pro Tag verringerte. Auch der Konsum von Joghurt ging mit einem um 6 Prozent niedrigeren Risiko pro 50 Gramm einher.

Risikofaktoren auf dem Speiseplan

Gleichzeitig machten die Wissenschaftler Ernährungskomponenten ausfindig, die mit einem erhöhten Auftreten von Hüftfrakturen einhergingen. So stieg das Risiko durch den täglichen Konsum von Limonade um 18 Prozent pro 50 Gramm.

Bei Chips führte ein Mehrverzehr von 25 Gramm pro Tag zu einer Risikoerhöhung um 14 Prozent. Darüber hinaus zeigten die Analysen der University of Oxford, dass auch Retinol, freie Zucker sowie gesättigte Fettsäuren positiv mit dem Hüftfrakturrisiko assoziiert waren.

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Hohe Belastung für Gesundheitssysteme

Die Relevanz dieser präventiven Erkenntnisse verdeutlichen Daten zur Krankheitslast. Laut Angaben der University of Oxford wurden im Jahr 2025 in England, Wales und Nordirland rund 72.000 Hüftfrakturen bei Menschen im Alter von mindestens 60 Jahren verzeichnet. Mehr als 80 Prozent dieser Fälle traten bei Personen ab einem Alter von 75 Jahren auf.

Ab dem 50. Lebensjahr sind Frauen im Vergleich zu Männern in einem Verhältnis von etwa 2,5 zu 1 betroffen. Neben den individuellen gesundheitlichen Folgen belasten die Verletzungen auch die öffentlichen Haushalte erheblich: Im Vereinigten Königreich belaufen sich die damit verbundenen Kosten auf rund 2 Milliarden Pfund pro Jahr. Die Ergebnisse der Langzeitbeobachtung unterstreichen daher das Potenzial gezielter Ernährungsempfehlungen zur Entlastung der Gesundheitssysteme.

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