Ernährungs-Klimabilanz, Männer

Ernährungs-Klimabilanz: Männer liegen bei 4,36 Kilo CO? täglich

Veröffentlicht am: 13.10.2026 um 20:23 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine internationale Analyse verknüpft höhere Ernährungsemissionen mit Geschlecht, Stadtleben und Bildungsniveau.

WU-Wien-Studie zeigt Unterschiede beim Klimaeffekt der Ernährung
Weitläufige, abwechslungsreiche Agrarlandschaft mit verschiedenen Feldern und Anbauflächen unter natürlichem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Der weltweite Ausstoß von Treibhausgasen durch die Nahrungsmittelproduktion hängt maßgeblich von Alter, Geschlecht, Wohnort und Bildungsgrad ab. Das Ernährungssystem verursacht weltweit zwischen 25 und 30 Prozent der gesamten Treibhausgasemissionen.

Wie stark sich die individuellen Belastungen jedoch zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen unterscheiden, zeigt eine internationale Untersuchung der Wirtschaftsuniversität Wien (WU Wien), die im Fachjournal Nature Food veröffentlicht wurde.

Deutliche Diskrepanzen zwischen Altersgruppen und Geschlechtern

Die Analyse stützt sich auf Daten aus 165 Ländern und differenziert 72 soziodemografische Gruppen. Dabei wurden neben den Treibhausgasemissionen auch der Wasserverbrauch sowie der Flächenbedarf der jeweiligen Ernährungsgewohnheiten erfasst. Die Ergebnisse verdeutlichen erhebliche Unterschiede im täglichen Ausstoß von Treibhausgasen.

Den höchsten ernährungsbedingten Fußabdruck weisen demnach hochgebildete Männer im Alter von 15 bis 34 Jahren auf, die im städtischen Raum leben. In dieser Gruppe liegt der Median bei 5,66 Kilogramm CO2-Äquivalenten pro Tag.

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Die Studie der Wirtschaftsuniversität Wien zeigt: Der ernährungsbedingte CO2-Fußabdruck liegt bei Männern im Median bei 4,36 Kilogramm pro Tag, bei Frauen bei 3,43 Kilogramm — und pauschale Klimatipps greifen deshalb zu kurz. Wer seinen eigenen Wert kennt, kann gezielt dort ansetzen, wo es wirklich etwas bringt. Der kostenlose Leitfaden führt Sie in fünf Schritten zur persönlichen Ernährungs-Klimabilanz. Eigene Klimabilanz jetzt berechnen

Am anderen Ende der Skala befinden sich Frauen im Alter von 35 bis 54 Jahren mit niedrigem Bildungsniveau in ländlichen Gebieten. Deren ernährungsbedingter Ausstoß liegt im Median bei 2,85 Kilogramm CO2-Äquivalenten täglich und damit bei etwa der Hälfte des Spitzenwerts.

Über alle Alters- und Bildungsschichten hinweg zeigt sich zudem ein klares Geschlechtergefälle: Während der Median bei Männern 4,36 Kilogramm CO2-Äquivalente pro Tag beträgt, liegt er bei Frauen bei 3,43 Kilogramm täglich. Auch das Siedlungsumfeld spielt eine Rolle, da Bewohner von Städten durchweg höhere ernährungsbedingte Emissionen aufweisen als die ländliche Bevölkerung.

Bildungsniveau und Konsummuster als Treiber

Ein wesentlicher Faktor für die ökologische Belastung ist der sozioökonomische Status. Martin Bruckner von der WU Wien, ein Mitautor der Studie, erklärte hierzu, dass der CO2-Fußabdruck mit dem Bildungsniveau ansteige, da ein höheres Einkommen grundsätzlich einen umfangreicheren und ressourcenintensiveren Konsum ermögliche.

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Höheres Einkommen ermöglicht umfangreicheren Konsum — deshalb steigt der CO2-Fußabdruck der Ernährung mit dem Bildungsniveau, wie die WU-Wien-Studie zeigt. Wenn Sie zu den Gruppen mit den höchsten Werten gehören, hilft Ihnen die Zielgruppen-Checkliste, Ihren Einkauf konkret zu entlasten: nach Lebensstil, nicht nach Pauschalregel. Zielgruppen-Checkliste jetzt anfordern

Die Ergebnisse verdeutlichen, dass pauschale Annahmen über den Pro-Kopf-Verbrauch in der Klimadebatte zu kurz greifen. Die Umweltwirkungen der Ernährung spiegeln gesellschaftliche Wohlstandsunterschiede und ungleiche Konsummöglichkeiten wider. Eine gezielte Klimapolitik im Ernährungssektor erfordert daher ein genaues Verständnis der Konsummuster spezifischer Zielgruppen, um wirksame Anreize für eine ressourcenschonendere Versorgung zu setzen.

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