Ernährungsmonitor: 89 Prozent der Schweizer interessieren sich für Ernährung
Veröffentlicht am: 30.09.2026 um 18:05 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das Bewusstsein für die eigene Ernährung hat in der Schweizer Bevölkerung einen neuen Höchststand erreicht. Wie der 13. Monitor Ernährung und Bewegung des Forschungsinstituts GFS Bern dokumentiert, interessieren sich 89 Prozent der Befragten eher oder sehr für das Thema Ernährung. Dies stellt den höchsten gemessenen Wert seit dem Beginn der Erhebungsreihe im Jahr 2014 dar.
Für die repräsentative Untersuchung wurden im Zeitraum vom 18. März bis zum 13. April 2026 insgesamt 1.013 Stimmberechtigte befragt. Demnach messen ebenfalls 89 Prozent einer gesunden Ernährung und regelmässiger Bewegung eine grosse Bedeutung bei. Zudem gab gut jede vierte stimmberechtigte Person an, abnehmen zu wollen.
Verunsicherung durch digitale Informationsflut
Trotz des ausgeprägten Interesses verzeichnet die Studie zugleich einen Rückgang beim subjektiven Wissensstand. Lediglich 68 Prozent der Befragten gaben an, sich mindestens gut informiert zu fühlen – ein Tiefststand im Rahmen der Langzeitstudie.
Als wesentlicher Grund für diese Entwicklung gelten widersprüchliche Aussagen in digitalen und sozialen Medien, welche die Orientierung im Alltag zunehmend erschweren. Mehr als die Hälfte der Teilnehmer bekundete Mühe damit, wissenschaftlich fundierte Fakten von Ernährungsmythen und Marketingaussagen zu unterscheiden.
Forderungen an Hersteller und Skepsis gegenüber Steuern
Deutliche Erwartungen richten die Befragten an die Lebensmittelindustrie. Über 70 Prozent erwarten von den Herstellern gesündere Rezepturen. Zudem sprachen sich über 90 Prozent gegen unnötigen versteckten Zuckerzusatz in Fertigprodukten aus. Gleichzeitig befürworten zwei Drittel der Befragten eine staatliche Einschränkung des Zuckerkonsums.
Bei den konkreten Instrumenten zeigt sich die Bevölkerung jedoch gespalten: 68 Prozent lehnen eine allgemeine Steuer auf stark zucker-, salz- oder fetthaltige Lebensmittel ab.
Wer sich mit einer bewussten Ernährungsweise befasst, stößt oft auf das Problem versteckter Inhaltsstoffe, die Müdigkeit oder Gelenkbeschwerden fördern können. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt Ihnen, wie Sie mit 12 natürlichen Lebensmitteln Entzündungsprozesse im Körper lindern. Kostenlosen Ratgeber für antientzündliche Ernährung sichern
Rund drei Viertel (76 Prozent) bezweifeln die nachhaltige Wirkung einer solchen Abgabe und halten staatliche Massnahmen gegen Übergewicht bislang für unzureichend. Eine zweckgebundene Zuckerabgabe findet bei 45 Prozent Unterstützung, während lediglich 19 Prozent ein Mindestalter für den Erwerb entsprechender Produkte befürworten.
Hohe Zustimmung zu Prävention und Werbeeinschränkungen
Weitaus grössere Einigkeit herrscht bei präventiven und aufklärenden Ansätzen. Nahezu 90 Prozent der Befragten unterstützen Bildungs- und Präventionsmassnahmen.
Jeweils 90 Prozent sprachen sich für gezielte Präventionsprogramme für Risikogruppen sowie für Kooperationsprojekte mit der Wirtschaft aus. 89 Prozent befürworten die Verankerung von Ernährungskunde an Schulen. Eine breite Mehrheit von 82 Prozent fordert zudem ein gesetzliches Werbeverbot für ungesunde Lebensmittel, das sich an Kinder unter 13 Jahren richtet.
Was haben Blutzuckerspitzen, Gelenkschmerzen und ständige Müdigkeit gemeinsam? Die überraschende Antwort und praktische Tipps für eine gesunde Ernährung ohne teure Spezialprodukte finden Sie in diesem kostenfreien Leitfaden. Gratis-PDF: Die 12 stärksten natürlichen Entzündungs-Killer
Differenzierte Haltung zu Abnehmmedikamenten
Hinsichtlich des Einsatzes moderner Abnehmmedikamente zeigt die Erhebung ein differenziertes Meinungsbild. Grundsätzlich stehen 41 Prozent der Befragten diesen Präparaten kritisch gegenüber, während sich 36 Prozent positiv dazu äussern.
Liegt jedoch eine diagnostizierte Adipositas vor oder blieben vorherige Therapien erfolglos, steigt die gesellschaftliche Akzeptanz deutlich: In diesen Fällen befürworten bis zu 90 Prozent den Einsatz der Medikamente. Eine reine Anwendung aus ästhetischen Gründen wird hingegen von fast 80 Prozent der Befragten abgelehnt.
Die regelmässige Befragung durch GFS Bern erfolgte im Auftrag der Informationsgruppe Erfrischungsgetränke, einem Zusammenschluss der Schweizer Mineral- und Softdrinkproduzenten.
