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Erste Hilfe für Kinder: DRK schulte seit 2021 mehr als 3.000 Kinder

Veröffentlicht am: 09.10.2026 um 10:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Seit 2021 schulte der DRK-Kreisverband Groß-Gerau mehr als 3.000 Kinder; DRK und JRK verlangen feste Erste-Hilfe-Inhalte an Schulen.

DRK stärkt Erste-Hilfe-Wissen bei Kindern und fordert Schulunterricht
Ein heller, freundlicher Gruppenraum in einer Kindertagesstätte mit Holzmöbeln und natürlichem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Praktische Notfallkompetenzen können bereits im frühen Kindesalter entscheidend dazu beitragen, psychologische Sicherheit zu schaffen und Ängste in Ausnahmesituationen abzubauen. Das Deutsche Rote Kreuz setzt hierbei auf strukturierte Trainingsformate, die das Selbstvertrauen stärken.

Ein langjähriges Beispiel hierfür liefert der DRK-Kreisverband Groß-Gerau, der seit über 30 Jahren Kurse unter dem Titel Erste Hilfe mit Selbstschutzinhalten anbietet, um Kinder durch handlungsorientiertes Wissen gezielt auf Notlagen vorzubereiten.

Altersgerechte Vermittlung in Kitas und Schulen

Das Konzept zielt darauf ab, bereits den Jüngsten Berührungsängste zu nehmen. Wie Maike Weber vom DRK-Kreisverband Groß-Gerau erläuterte, wurden seit dem Jahr 2021 mehr als 3.000 Kinder in Erster Hilfe geschult.

Die Kursinhalte reichen vom Trösten und dem richtigen Absetzen eines Notrufs über den Umgang mit Verbandmaterial bis hin zum Erkennen von Gefahren- und Notfallsituationen. Vermittelt werden diese Aspekte methodisch über Bilder, Geschichten und Rollenspiele.

Dabei variiert der Schwerpunkt je nach Altersgruppe, wobei für Vorschul- und Grundschulkinder bewusst kürzere Einheiten vorgesehen sind. In der Kita Hölderlinstraße im südhessischen Groß-Gerau üben Vier- bis Fünfjährige beispielsweise das Absetzen des Notrufs 112, das Anlegen von Verbänden sowie das Reaktionsspiel „Hochwasser, Feuer, Blitz“.

Die Kurse für Erwachsene beim Kreisverband Groß-Gerau behandeln hingegen Maßnahmen wie die Herz-Lungen-Wiederbelebung, die stabile Seitenlage und das Stillen bedrohlicher Blutungen.

Ähnliche Ansätze finden sich auch in anderen Regionen: In der DRK-Kita „Pfiffikus“ in Lübz widmete sich die sogenannte Eichhörnchengruppe dem Projekt „Kleine Retter ganz groß“. Dabei standen Alltagsmaßnahmen im Mittelpunkt, darunter Trösten, Hilfe anbieten, das laute Rufen nach Unterstützung sowie das Erkennen eigener Grenzen. Zudem gestalteten die Kinder eigene Ersthelfersäckchen.

Forderung nach bundesweiter Verankerung in Bildungsplänen

Auf bundespolitischer Ebene drängen Hilfsorganisationen auf eine strukturelle Stärkung dieser Fähigkeiten. Das DRK und das Jugendrotkreuz (JRK) formulierten in einem gemeinsamen Positionspapier zum Welt-Erste-Hilfe-Tag am 12. September 2026 die Forderung, Gesundheits- und Krisenkompetenz fest an Schulen zu verankern.

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Beide Organisationen sprachen sich dafür aus, verbindliche Kompetenzen in Erster Hilfe, Laienreanimation, Gesundheitskompetenz und Resilienz in die Bildungspläne aller Bundesländer aufzunehmen, und zwar mit einem Mindestumfang von 24 Unterrichtsstunden pro Schuljahr.

DRK-Präsident Hermann Gröhe wies darauf hin, dass Herz-Kreislauf-Erkrankungen weiterhin zu den häufigsten Todesursachen gehören. DRK-Bundesarzt Prof. Bernd Böttiger hob hervor, dass jährlich mindestens 10.000 Menschenleben zusätzlich gerettet werden könnten, wenn die gesamte Bevölkerung die Grundlagen der Laienreanimation beherrschen würde. JRK-Bundesleiter Marcel Bösel betonte diesbezüglich das Ziel, Erste Hilfe zu einer gesellschaftlichen Selbstverständlichkeit zu machen.

Breites Angebot für unterschiedliche Altersgruppen

Neben schulischen Initiativen bauen Bildungseinrichtungen ihr Angebot an Kursen für Erste Hilfe mit Selbstschutzinhalten (EHSH) weiter aus. Das DRK-Bildungszentrum Nuthetal bietet derartige Einheiten kostenfrei für Potsdam, Potsdam-Mittelmark und das Havelland an.

Gefördert wird diese sechs Stunden umfassende Maßnahme vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe. Die Inhalte umfassen die medizinische Erstversorgung in Ausnahmesituationen, die Stärkung der Selbsthilfefähigkeit sowie die Unterstützung professioneller Einsatzkräfte.

Unter der Leitung von Ivo Winterstein, der den Fachbereich Bildung verantwortet, starteten die Kurse am 18. September 2026, gefolgt von einem weiteren Termin am 11. Dezember 2026 jeweils freitags von 9 bis 15 Uhr in der Arthur-Scheunert-Allee 2 in 14558 Nuthetal.

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Die Anmeldung ist online, per Mail oder über die Telefonnummer 033200 / 513 670 möglich; auf Anfrage stehen Formate auch für Kinder ab fünf Jahren, Jugendliche, Schulen und Firmen bereit.

Ergänzt werden die Ausbildungsangebote durch lokale Vereinsarbeit: Das JRK Neuhausen auf den Fildern präsentierte entsprechende Themen beim Fleckenherbst 2026 an einem Standort vor der Kronenbäckerei und plante weiterführende Gruppentermine für den 11. Oktober 2026 sowie Gruppenübungen zu Vitalwerten und Reanimation am 13. Oktober 2026.

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