ETSI, Spezifikation

ETSI TS 104 275: Neue Spezifikation soll Deepfakes über den KI-Lebenszyklus eindämmen

Veröffentlicht am: 30.10.2026 um 19:08 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die neue ETSI-Spezifikation bündelt Schutzvorgaben für KI-Systeme von der Konzeption bis zum Betriebsende und sieht Tests vor.
Abstrakte Lichtstrukturen und ein komplexes Netzwerk in einem dunklen, modernen Raum symbolisieren Sicherheitsarchitektur und digitale Integrität. Illustration mit AI erstellt.

Das Europäische Institut für Telekommunikationsnormen (ETSI) hat die Technische Spezifikation ETSI TS 104 275 vorgelegt. Das Regelwerk soll die Risiken minimieren, die durch den Einsatz generativer künstlicher Intelligenz entstehen, insbesondere mit Blick auf Identitätsbetrug und das unbefugte Nachahmen von Personen.

Wie aus einem Bericht von biometricupdate.com vom 30. Oktober 2026 hervorgeht, zielt die Veröffentlichung darauf ab, die Erzeugung schädlicher Deepfakes durch generative KI-Systeme mithilfe konkreter Schutzmaßnahmen wirksam einzudämmen.

Erarbeitet wurde das Dokument vom technischen Komitee für die Absicherung künstlicher Intelligenz (Technical Committee on Securing Artificial Intelligence, TC SAI). Die neue Spezifikation baut auf der bestehenden Cybersicherheits-Grundlinie ETSI EN 304 223 auf und soll zugleich die regulatorischen Ziele des KI-Gesetzes der Europäischen Union (EU AI Act) unterstützen.

Umfassende Vorgaben über den gesamten Lebenszyklus

Die technischen Vorgaben der Spezifikation ETSI TS 104 275 erstrecken sich über fünf Phasen des Lebenszyklus von KI-Systemen: das sichere Design, die Entwicklung, die Inbetriebnahme (Deployment), die Wartung sowie das Lebensende (End of Life).

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Für diese Stufen definiert das Dokument verbindliche Anforderungen. Dazu gehören strukturierte Risikobewertungen, lückenlose Dokumentationspflichten, eine wirksame menschliche Aufsicht sowie Mechanismen zur Erkennung von und Reaktion auf Missbrauch.

Darüber hinaus umfasst der Standard praktische Schutzvorkehrungen, um die Erzeugung manipulierter Inhalte zu unterbinden oder transparent zu machen. Vorgesehen sind unter anderem die Filterung von Inhalten, Kennzeichnungspflichten sowie eine kontinuierliche Überwachung während des laufenden Betriebs.

Um die Wirksamkeit der Maßnahmen überprüfbar zu machen, enthält die Spezifikation standardisierte Test-Szenarien mit klaren Kriterien für das Bestehen oder Nichtbestehen.

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Sicherheitsarchitektur bereits bei der Konzeption verankern

Alex Cadzow, Berichterstatter und Sekretär des zuständigen Gremiums ETSI TC SAI, verwies in diesem Zusammenhang auf die veränderte Bedrohungslage. Deepfakes würden zunehmend allgegenwärtig, weshalb Organisationen und Entwickler bereits frühzeitig Unterstützung benötigten. Der Schutz müsse folglich direkt beim grundlegenden Systemdesign ansetzen, anstatt erst bei fortgeschrittener Nutzung nachgesteuert zu werden.

Mit der Veröffentlichung adressiert die Normungsorganisation die wachsenden Herausforderungen, vor denen Betreiber generativer KI-Modelle stehen. Indem technische Hürden bereits in die Entwicklungsphasen integriert werden, soll verhindert werden, dass Systeme missbräuchlich zur Täuschung oder Manipulation der Öffentlichkeit verwendet werden können.

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