EU-Energielabel, Apple

EU-Energielabel: Apple stuft iPhone und iPad herab

Veröffentlicht am: 29.08.2026 um 13:54 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Apple kritisiert EU-Energielabels und senkt Bewertungen eigener Geräte. Neue Reparaturregeln, Batterievorgaben und Markttrends prägen den Wettbewerb.

Apple stuft Geräte wegen EU-Energielabels freiwillig herab
Ein minimalistischer Schreibtisch mit einem modernen Tablet und Smartphone in weichem, natürlichem Licht. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Einführung verpflichtender Energieeffizienzkennzeichnungen für Smartphones und Tablets in der Europäischen Union führt zu deutlichen Reaktionen seitens der Hardware-Hersteller.

Im Zentrum der Debatte steht Apple: Das Unternehmen übt Kritik an den bestehenden EU-Energielabeln und hat in der Folge die Bewertungen für wesentliche Teile seines Portfolios freiwillig herabgestuft. Während das iPhone 16 mit der Note „B“ bewertet wird, erhielten verschiedene iPad-Modelle lediglich ein „G“, wobei das iPad mini mit der Stufe „E“ eine mittlere Position einnimmt.

Unklarheiten im Testverfahren und die EPREL-Datenbank

Hintergrund der freiwilligen Abwertungen durch Apple sind Unklarheiten im offiziellen EU-Testverfahren. Das Unternehmen bemängelt die Transparenz der regulatorischen Vorgaben. Apple steht mit niedrigen Einstufungen jedoch nicht allein; auch Wettbewerber wie Samsung sehen sich mit ähnlichen Ergebnissen konfrontiert. So wird beispielsweise das Galaxy Tab S10+ in der Datenbank ebenfalls mit der schlechtesten Energieeffizienzklasse „G“ geführt.

Die zentrale Plattform für diese Informationen ist die europäische Produktdatenbank für die Energieverbrauchskennzeichnung (EPREL). Diese existiert bereits seit 2019 und umfasst mittlerweile rund zwei Millionen Produkte. Seit Juni 2025 sind in diesem Register auch Smartphones und Tablets erfasst, die zusätzlich über eine Reparierbarkeitsnote auf einer Skala von A bis E verfügen müssen.

Seit dem 20. Juli 2026 bietet die EPREL-Datenbank zudem eine integrierte Vergleichsfunktion, die es Verbrauchern ermöglichen soll, die Effizienz und Haltbarkeit mobiler Endgeräte herstellerübergreifend zu prüfen.

Strengere Vorgaben durch Reparatur- und Batterieverordnungen

Die Energiekennzeichnung ist Teil eines umfassenderen Regulierungspakets der EU. Seit dem 31. Juli 2026 greift die EU-Reparaturrichtlinie, die Hersteller dazu verpflichtet, reparierbare Produkte instand zu setzen und Ersatzteile über einen Zeitraum von fünf bis zehn Jahren bereitzuhalten. Zudem sieht die Richtlinie eine einjährige Garantieverlängerung vor, wenn sich Kunden für eine Reparatur entscheiden.

Ergänzt werden diese Maßnahmen durch die EU-Batterieverordnung, die ab dem 18. Februar 2027 verlangt, dass Batterien in Smartphones für Nutzer einfach austauschbar sein müssen.

Erste Auswirkungen dieser Regulierung zeigen sich bereits bei anderen Marktteilnehmern: Nintendo plant beispielsweise für die europäische Version der Switch 2 sowie für zugehörige Controller eine nutzerseitig austauschbare Batterie bis zum Jahr 2027. Dabei wird die Kapazität des Akkus geringfügig von 5220 mAh auf 5172 mAh reduziert.

Anzeige

Wer sich mit neuen Regulierungen und Updates für mobile Geräte befasst, sollte auch die Sicherheit seiner Daten im Blick behalten. Dieser kostenlose Ratgeber zeigt Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie System-Aktualisierungen stressfrei und ohne Datenverlust durchführen. Kostenlosen Leitfaden für sichere iOS-Updates herunterladen

Bereits seit dem 20. Juni 2025 gelten zudem Ecodesign-Regeln, die eine Mindesthaltbarkeit von 800 Ladezyklen bei 80 Prozent Restkapazität sowie Software-Updates über einen Zeitraum von fünf Jahren vorschreiben. Die EU-Kommission rechnet durch diese Effizienz- und Haltbarkeitsregeln mit Einsparungen von insgesamt 20 Milliarden Euro bis zum Jahr 2030.

Verbot irreführender Umweltaussagen und rechtliche Rahmenbedingungen

Ein weiterer Fokus der Regulierungsbehörden liegt auf der Kommunikation ökologischer Merkmale. Ab dem 27. September 2026 untersagt die EU-Richtlinie 2024/825 allgemeine Umweltaussagen wie „klimaneutral“, sofern diese nicht eindeutig nachgewiesen werden können.

Polen plant die Umsetzung dieser Vorgaben bis zum genannten Stichtag im Herbst 2026, wobei bei Verstößen empfindliche Bußgelder drohen. Apple wurde in diesem Zusammenhang bereits in Deutschland wegen Greenwashing-Vorwürfen verurteilt.

Anzeige

Viele Nutzer beschäftigen sich aufgrund technischer Neuerungen erstmals intensiver mit den Funktionen ihres Geräts. Ein Gratis-Lexikon hilft dabei, die gängige Fachsprache rund um Smartphones endlich sicher zu verstehen. Die 53 wichtigsten Begriffe jetzt kostenlos sichern

Parallel dazu wächst der regulatorische Druck im Bereich der Wettbewerbspraktiken. Das Bundeskartellamt hat Änderungen an Apples „App Tracking Transparency“ für verbindlich erklärt. In anderen europäischen Ländern wurden bereits erhebliche Bußgelder verhängt: Frankreich forderte im März 2025 eine Zahlung von 150 Millionen Euro, während Italien im Dezember desselben Jahres eine Strafe von 98,6 Millionen Euro festsetzte.

Marktentwicklung und Hardware-Zubehör

Trotz der regulatorischen Hürden und einer erwarteten Abnahme der weltweiten Smartphone-Lieferungen um 16,7 Prozent im Jahr 2026 aufgrund einer Speicherkrise, zeigt sich der Premium-Sektor stabil.

Die durchschnittlichen Verkaufspreise (ASPs) steigen laut Marktanalysen um 27,6 Prozent auf etwa 581 US-Dollar. Apple konnte seinen iOS-Marktanteil auf einen Rekordwert von 23,6 Prozent steigern, wobei das iPhone 17 im zweiten Quartal 2026 das meistverkaufte Gerät war.

In diesem Marktumfeld passt Apple auch sein Zubehörangebot an. Ein neuer 40-Watt-Dynamic-Power-Adapter, der in der EU für 45 Euro angeboten wird, lädt ein iPhone 17 innerhalb von 20 Minuten auf 41 Prozent auf. Zudem wurde ein überarbeitetes Reinigungstuch („Polishing Cloth 2.0“) für 10 Euro eingeführt.

Preisliche Anpassungen im App Store, die unter anderem Steuerniveaus in Marokko (20 Prozent MwSt.) und Tansania (3 Prozent Digitalsteuer) berücksichtigen, wurden für den Zeitraum Ende August bis Mitte September 2026 angekündigt.

Disclaimer...

de | wissenschaft | 70020179 |