Milliardenstrafe, Milliarden

EU gegen Meta: Milliardenstrafe bis 12 Milliarden Euro droht

Veröffentlicht: 11.07.2026 um 08:12 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Die EU-Kommission sieht in Metas Plattform-Design ein Suchtrisiko für Minderjährige und droht mit Milliardenstrafe nach dem DSA.

EU-Kommission rügt Meta: Suchtgefahr durch Instagram und Facebook
Eine Hand greift nach einem leuchtenden Smartphone-Bildschirm, der endlos scrollenden Social-Media-Inhalt anzeigt. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Das Design der Plattformen sei systematisch darauf ausgelegt, Nutzer möglichst lange zu binden – mit erheblichen Risiken für Kinder und Jugendliche.

Endloses Scrollen und Autoplay unter Beschuss

Die Vorwürfe stützen sich auf vorläufige Untersuchungsergebnisse vom 10. Juli. Besonders kritisch sehen die Behörden Funktionen wie das endlose Scrollen („Infinite Scroll“), die automatische Videowiedergabe („Autoplay“) und personalisierte Algorithmen.

Diese Mechanismen unterliefen die natürliche Impulskontrolle, insbesondere bei jüngeren Nutzern. Auch Push-Benachrichtigungen und personalisierte Empfehlungssysteme stuft die Kommission als Teil eines Designs ein, das auf maximale Verweildauer abzielt.

DSA-Verfahren: Milliardenstrafe möglich

Das Verfahren gegen Meta basiert auf dem Digital Services Act (DSA), der große Plattformen verpflichtet, negative Auswirkungen auf das Nutzerwohl zu analysieren und gegenzusteuern. Die EU wirft Meta vor, diese Sorgfaltspflichten nicht ausreichend zu erfüllen.

Anzeige

Die strengen Vorgaben der EU durch den Digital Services Act und die KI-Verordnung stellen Unternehmen vor massive Compliance-Herausforderungen. Dieser kostenlose Download verschafft Ihnen den Überblick über Fristen und Pflichten, den Ihre Rechts- und IT-Abteilung jetzt dringend braucht. EU AI Act in 5 Schritten verstehen

Sollten sich die Vorwürfe erhärten, droht dem Konzern ein Bußgeld von bis zu sechs Prozent des weltweiten Jahresumsatzes. Branchenanalysten beziffern die Summe auf rund zwölf Milliarden US-Dollar – mehr als zehn Milliarden Euro.

Kommission fordert konkrete Änderungen

Die EU verlangt tiefgreifende Anpassungen an den Plattformen. Funktionen wie Endlos-Scrollen und Autoplay sollen standardmäßig deaktiviert sein. Nutzer müssten aktiv entscheiden, ob sie diese Funktionen nutzen wollen.

Gefordert werden zudem wirksame Bildschirmpausen und eine Anpassung der personalisierten Algorithmen. Ziel: Das Suchtpotenzial senken und Minderjährige besser schützen.

Anzeige

Nicht nur große Plattformen stehen unter Beobachtung – neue EU-Regeln bringen für viele Unternehmen unbekannte rechtliche Pflichten und Haftungsrisiken mit sich. Dieser kostenlose Report klärt auf, welche rechtlichen Anforderungen und Bedrohungen Unternehmer jetzt kennen müssen. Aktuelle Cyberrisiken und neue Gesetze entdecken

Meta wies die Vorwürfe zurück. Das Unternehmen verwies auf bereits existierende Kontenmodelle für Teenager mit speziellen Schutzfunktionen.

Branchenweite Regulierungswelle

Bereits im Februar waren ähnliche Vorwürfe gegen die Plattform TikTok laut geworden. Die aktuellen Feststellungen gegen Meta deuten auf ein verstärktes Vorgehen der europäischen Regulierungsbehörden hin – suchtfördernde Design-Strukturen stehen offenbar in der gesamten Branche auf dem Prüfstand.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.

de | wissenschaft | 69741469 |