EU-Recht auf Reparatur: Hersteller mĂŒssen ab Juli GerĂ€te reparierbar machen
Veröffentlicht: 13.07.2026 um 11:34 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Aktuelle Tests und neue EU-Regeln zeigen: Verbraucher zahlen immer öfter fĂŒr Marketing, nicht fĂŒr Nutzen.
Wasserstaubsauger: Viel Aufwand, wenig Mehrwert
Ein Test des WDR Haushalt-Checks aus Juli 2026 entzaubert das Image von Wasserstaubsaugern. Die GerĂ€te kosten zwischen mehreren Hundert und ĂŒber 2.000 Euro â sind aber nicht effektiver als herkömmliche Beutelstaubsauger. Nur Modelle mit integriertem Hepa-Filter ĂŒberzeugen bei der Filterleistung.
DafĂŒr gibt es handfeste Nachteile: Die GerĂ€te sind schwer und mĂŒssen nach jeder Nutzung aufwendig gereinigt werden. Sonst drohen hygienische MĂ€ngel. Auch moderne Akku-Saugroboter mit 30.000 Pa Saugkraft und HeiĂwasser-Funktion bei 90 Grad machen den Haushalt nicht einfacher â sie erhöhen Wartungsaufwand und Anschaffungskosten.
EU schreibt Reparaturfreundlichkeit vor
Ab Ende Juli 2026 Ă€ndern sich die Regeln fĂŒr ElektrogerĂ€te grundlegend. Das EU-Recht auf Reparatur zwingt Hersteller, Produkte reparaturfreundlicher zu gestalten. VerkĂ€ufer mĂŒssen Reparaturangebote auch nach Ablauf der GewĂ€hrleistung bereitstellen.
Ein wichtiger Hebel: Wird ein GerĂ€t innerhalb der GewĂ€hrleistung repariert, verlĂ€ngert sich diese um ein Jahr. Ab Februar 2027 mĂŒssen zudem Akkus in batteriebetriebenen GerĂ€ten austauschbar sein.
Der Hintergrund ist alarmierend: JÀhrlich entstehen 30 Millionen Tonnen Ressourcenverschwendung und 35 Millionen Tonnen Abfall durch vorzeitig entsorgte GerÀte. Der wirtschaftliche Schaden: rund 12 Milliarden Euro.
Schluss mit Steuerschlupflöchern bei Importen
Auch der Online-Handel wird strenger reguliert. Seit Anfang Juli 2026 fĂ€llt auf Importe unter 150 Euro ein pauschaler Zollsatz von 3 Euro an. Damit schlieĂt die EU ein Steuerschlupfloch, von dem Plattformen wie Shein oder Temu profitierten.
Die MaĂnahme wird durch SicherheitsprĂŒfungen ergĂ€nzt â und das ist dringend nötig. Tests zeigten bei 69 Prozent der Fast-Fashion-Produkte chemische RĂŒckstĂ€nde, die nicht EU-konform sind. In einigen FĂ€llen wurden Grenzwerte fĂŒr Phthalate und PFAS um ein Vielfaches ĂŒberschritten.
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WĂ€rmepumpen-Förderung wird gekĂŒrzt
Wer eine WĂ€rmepumpe installieren will, muss ab dem 21. Juli 2026 mit weniger staatlicher UnterstĂŒtzung rechnen. Der Maximalzuschuss sinkt von 16.500 auf 12.880 Euro. Die maximal förderfĂ€higen Kosten werden auf 28.000 Euro begrenzt.
Immerhin: Haushalte mit einem zu versteuernden Einkommen bis 30.000 Euro erhalten einen erhöhten Einkommensbonus von 40 Prozent.
Bauherren in der ZwickmĂŒhle
Die finanzielle Situation fĂŒr private Bauherren bleibt angespannt. Das durchschnittliche Eigenkapital liegt 2026 bei rund 147.000 Euro. Etwa ein Drittel der KĂ€ufer ist auf Erbschaften oder Schenkungen angewiesen, um die Finanzierung zu stemmen.
Wasser wird knapper â und teurer
VerbĂ€nde wie der VKU fordern strengere Regeln fĂŒr die Wasserentnahme und digitale WasserbĂŒcher. Der Grund: regionale Unterschiede beim Wasserverbrauch werden immer gröĂer. In Hamburg sank der Verbrauch in den letzten Jahren um ĂŒber neun Prozent, in Hannover stieg er um mehr als 20 Prozent.
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Ein Tipp der Experten: Eco-Programme bei Waschmaschinen nutzen. Sie brauchen zwar lĂ€nger, sind aber deutlich effizienter als Kurzprogramme, die fĂŒr das schnelle Erhitzen viel Energie verbrauchen.
Shrinkflation: Ăsterreich macht es vor
VerbraucherschĂŒtzer fordern mehr Transparenz bei Preisgestaltungen. In Ăsterreich mĂŒssen SupermĂ€rkte seit April 2026 Produkte kennzeichnen, bei denen die FĂŒllmenge reduziert, der Preis aber beibehalten wurde. Bei VerstöĂen drohen Strafen bis zu 15.000 Euro.
Auch irrefĂŒhrende Umweltwerbung wird hĂ€rter sanktioniert. Ein Gericht verurteilte einen groĂen GetrĂ€nkehersteller zu Schadensersatz â wegen unzulĂ€ssiger Aussagen zur CO?-NeutralitĂ€t.
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