EU-Sanktionen, Messenger

EU-Sanktionen gegen Messenger Max: Spionagesoftware unter FSB-Kontrolle

Veröffentlicht: 15.07.2026 um 12:04 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Die EU verhängt Sanktionen gegen den russischen Messenger Max wegen Spionagevorwürfen und zielt auf Cyberkriminelle ab.

EU-Sanktionen gegen russischen Tech-Sektor: Messenger Max im Fokus
Ein stilisiertes digitales Schloss-Symbol vor einem verschwommenen Hintergrund aus Netzwerklinien und Datenströmen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Im Zentrum der Maßnahmen steht der Internetriese VK, der die sozialen Netzwerke VK und Odnoklassniki betreibt, sowie der Messenger Max.

Den Verantwortlichen wird vorgeworfen, die Kommunikationsplattform unter Aufsicht des Inlandsgeheimdienstes FSB als Spionagesoftware konzipiert zu haben. Ziel: Massenüberwachung und Zensur.

Fokus auf Messenger-Infrastruktur

Von den Sanktionen, die am 13. Juli wirksam wurden, ist besonders die VK-Tochter Communication Platform LLC betroffen. Das Unternehmen entwickelt den Messenger Max. Nach Einschätzung der EU-Behörden dient die App als Instrument zur staatlichen Überwachung.

Die EU verhängte zudem Sanktionen gegen elf Einzelpersonen, darunter Elena Bagudina als CEO der Communication Platform LLC.

Weitere Maßnahmen richten sich gegen Firmen, die auf SORM-Ausrüstung spezialisiert sind – also Technik zur legalen Telekommunikationsüberwachung. Namentlich genannt: VAS Experts, Norsi-Trans und Citadel. Ihnen wird eine enge Verknüpfung mit russischen Sicherheitsbehörden attestiert.

Cyberattacken im Visier

Neben der Überwachungssoftware adressiert die EU koordinierte Cyberangriffe auf Mitgliedstaaten und die Ukraine. Am 14. Juli wurden Sanktionen gegen neun Einzelpersonen und vier Organisationen formalisiert.

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Zu den gelisteten Entitäten gehören Media Land LLC, ML.Cloud, Z-Pentest sowie LLC Impuls. Den betroffenen Personen – darunter Alexander Wolossowik, Julija Pankratowa und Witali Kowaljow – wird Beteiligung an Aktivitäten der Hackergruppen Trickbot und Conti vorgeworfen. Zudem sollen sie Verbindungen zur GRU-Einheit 29155 und dem FSB-Zentrum 16 (Turla) haben.

Besonderes Augenmerk liegt auf dem FSB-Zentrum 16. Ihm werden Sabotageakte gegen kritische Infrastrukturen zugeschrieben, etwa gegen polnische Heizkraftwerke. Die Maßnahmen wurden laut Berichten eng mit dem Vereinigten Königreich abgestimmt.

Diplomatische Eskalation

Die Sanktionen lösten eine Welle diplomatischer Einbestellungen aus. Deutschland, Frankreich, Finnland und die Niederlande bestellten die jeweiligen russischen Botschafter ein. Der Grund: Protest gegen die anhaltenden Cyberaktivitäten.

Im Gegenzug bestellte die russische Regierung den deutschen Botschafter Lambsdorff in Moskau ein.

Kremlsprecher Dmitri Peskow wies die Vorwürfe am 14. Juli zurück. Er bezeichnete die Maßnahmen gegen den Messenger Max als absurd und repressiv. Russland habe sich bereits an viele Sanktionen angepasst. Die aktuelle Entscheidung werde die technische Entwicklung des Messengers nicht behindern.

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Zudem erklärte Peskow: Die europäische Position zu Sicherheitsgarantien für die Ukraine führe ohne russische Beteiligung in eine Sackgasse.

Parallel reagiert auch die Tech-Branche auf die veränderte Sicherheitslage. Apple plant für Ende Juli ein iOS-Update mit einem neuen Warnsystem für verdächtige Nachrichten – um Nutzer vor potenziell schädlichen Inhalten zu schützen.

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