EU-Vernichtungsverbot: Große Modekonzerne dürfen Textilien ab 19. Juli nicht mehr wegwerfen
Veröffentlicht: 10.07.2026 um 21:04 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Neue Gesetze, innovative Verfahren und milliardenschwere Investitionen treiben die Nutzung von Abfällen und nachwachsenden Rohstoffen voran.
EU verbietet Vernichtung unverkaufter Textilien
Die EU-Ökodesign-Verordnung (ESPR) bringt ab dem 19. Juli 2026 ein Verbot der Vernichtung unverkaufter Textilien und Schuhe für große Unternehmen. Schon für das Geschäftsjahr 2025 greift eine Offenlegungspflicht für vernichtete Waren – auch für Elektrogeräte und Spielzeug. Mittlere Unternehmen müssen die Vorgaben ab 2030 erfüllen.
Parallel dazu hilft ein neues Online-Tool Unternehmen bei der Konformitätsprüfung nach der Verpackungsverordnung (PPWR), die ab dem 12. August 2026 gilt. Die Fraunhofer-Institute IPA und IAO veröffentlichten zudem ein Handbuch zur kreislauffähigen Wertschöpfung. Es soll Firmen bei der methodischen Umsetzung unterstützen.
Phosphor aus Klärschlamm: Weniger Schadstoffe
Patentierte Verfahren ermöglichen das Phosphorrecycling aus Klärschlammasche. Die Sekundärrohstoffe enthalten laut Hersteller deutlich weniger Uran und Cadmium als herkömmliche Phosphatdünger. Ab 2029 werden gesetzliche Anforderungen wirksam, die diese Verfahren noch attraktiver machen.
In der internationalen Landwirtschaft kommen neue Methoden zur Aufwertung von Ernteabfällen zum Einsatz. Im Frühjahr 2026 wurden Modelle getestet, bei denen Reisstroh mit mikrobiellen Enzymen zu organischem Dünger kompostiert wird. Das kann den Einsatz konventioneller Düngemittel um bis zu 30 Prozent reduzieren.
Die Papierindustrie zeigt in Italien, wie aus Abfällen Luxuspapier entsteht. Für die Kunststoffverarbeitung gibt es neue Masterbatches, die auch bei schwankenden Rezyklat-Qualitäten stabile Farbgebungen ermöglichen.
Die neuen EU-Regulierungen zur Kreislaufwirtschaft und Nachhaltigkeit stellen viele Händler vor große Herausforderungen. Dieser kostenlose Leitfaden klärt auf, ob Ihr Unternehmen von aktuellen Verordnungen betroffen ist und wie Sie Strafen vermeiden. Drohende Sanktionen prüfen und rechtzeitig vorbeugen
1,2 Milliarden für Bioraffinerie in Leuna
Die stoffliche Nutzung von Holz gewinnt für Textil- und Chemieindustrie an Bedeutung. In Leuna entsteht eine Bioraffinerie für Funktionstextilien aus Buchenholz – mit einem Investitionsvolumen von 1,2 Milliarden Euro. Begleitet wird die Entwicklung vom Fachzentrum KoNaRo in Straubing, das im Juli 2026 sein 25-jähriges Bestehen feierte und verlässliche politische Rahmenbedingungen für die Bioökonomie fordert.
Auch die kommunale Abfallwirtschaft setzt auf lokale Lösungen. In Bremen wurde Ende Juni 2026 über eine eigene Biogasanlage mit einer Kapazität von 45.000 Tonnen diskutiert. Ziel: Der Abtransport von jährlich bis zu 27.000 Tonnen Biomüll in andere Regionen soll enden.
In Saerbeck wurde bereits ein Energieverbund eingeweiht, der ein Biomasseheizkraftwerk mit einer Klärschlammtrocknung kombiniert. Die Anlage produziert jährlich 22.000 Megawattstunden Wärme und 2.250 Megawattstunden Strom.
Während die Industrie auf nachhaltige Rohstoffe setzt, verschärft die EU auch die Dokumentationspflichten für Unternehmen drastisch. Mit dieser Gratis-Checkliste erfüllen Sie Ihre Sorgfaltspflichten Schritt für Schritt und bleiben rechtssicher compliant. Kostenloses E-Book mit Compliance-Checkliste herunterladen
470.000 Bäume für den Wasserschutz
Aufforstungsprojekte gewinnen an Relevanz – zur Sicherung des Wasserhaushalts und der Rohstoffbasis. In Nordrhein-Westfalen wurden im Rahmen von Kooperationen bereits über 470.000 Bäume gepflanzt. Weitere Maßnahmen in Hessen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein sind ab Oktober 2026 geplant. Stabile Wälder dienen als natürliche Filter für die Trinkwassergewinnung.
Die Bedeutung von Sicherheit in der chemischen Industrie unterstrichen am 10. Juli 2026 die Gedenkfeiern zum 50. Jahrestag des Seveso-Unfalls. Das Ereignis von 1976, bei dem hochgiftiges Dioxin austrat, gilt als Wendepunkt für die europäische Umweltschutzgesetzgebung.
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