EU-Verpackungsverordnung: Neue Regeln ab 12. August 2026
Veröffentlicht: 14.07.2026 um 00:52 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Der aktualisierte Leitfaden fĂŒr die umweltfreundliche Beschaffung definiert klare Schwellenwerte.
Betroffen sind Erzeugnisse, die zu mehr als 90 Prozent aus Kunststoff bestehen. Sie mĂŒssen kĂŒnftig einen Rezyklatanteil von mindestens 80 Prozent aufweisen. Die Vorgaben orientieren sich an den Kriterien des Blauen Engels (DE-UZ 30a), die bereits im Januar 2024 prĂ€zisiert wurden.
Parallel dazu legte das UBA neue Richtlinien fĂŒr die IT-Beschaffung vor. Sie betreffen Server, Datenspeicher und PeripheriegerĂ€te wie Computer, Tastaturen und MĂ€use. Die Dokumente enthalten detaillierte Fragebögen fĂŒr Anbieter, um die Transparenz ĂŒber eingesetzte Materialien zu erhöhen.
EU-Verpackungsverordnung: Herstellerverantwortung neu definiert
Der rechtliche Rahmen fĂŒr Kunststoffe verschĂ€rft sich massiv. Die EU-Verpackungsverordnung (PPWR) tritt am 12. August 2026 in Kraft und definiert die Herstellerverantwortung neu. In Deutschland wurde zur Umsetzung das Verpackungsgesetz (VerpackDG) am 10. Juli 2026 im Bundesrat verabschiedet.
Eine wesentliche Ănderung betrifft Versandverpackungen. KĂŒnftig gilt das Unternehmen als Hersteller, das die leere Verpackung erstmals bereitstellt â sofern die Verpackung neutral gehalten ist. Bei Eigenmarken bleibt die Verantwortung jedoch beim HĂ€ndler.
Branchenvertreter mahnen eine technologieoffene Gestaltung der Recyclingquoten an. Fachleute betonen: Investitionen in Milliardenhöhe brauchen verlÀssliche regulatorische Voraussetzungen.
ZusĂ€tzliche KomplexitĂ€t bringt die EmpCo-Richtlinie. Ihre Fristen werden ab dem 27. September 2026 wirksam. HandelsverbĂ€nde warnen vor logistischen Problemen: Fehlende Ăbergangsfristen könnten zur Vernichtung von Produkten und Verpackungen fĂŒhren, die den neuen Kennzeichnungspflichten noch nicht entsprechen.
Automobilindustrie setzt auf hochwertige Rezyklate
In der industriellen Praxis gewinnen hochwertige Rezyklate zunehmend an Bedeutung. Auf einem Fachforum im Juni 2026 prÀsentierte die Branche Fortschritte bei der Serienreife komplexer Bauteile.
Die EU-Verpackungsverordnung tritt am 12. August 2026 in Kraft â mit Rezyklatanteilen von 80 Prozent und neuen Herstellerpflichten. Wer jetzt nicht handelt, riskiert ProduktionsausfĂ€lle und Strafen. Unser kostenloser Report liefert die konkrete Checkliste, um die PPWR-Anforderungen fristgerecht zu erfĂŒllen. Jetzt kostenlosen Compliance-Report anfordern
Ein Beispiel: Die Windleitblende eines Nutzfahrzeugherstellers erhielt Ende 2025 die Serienfreigabe. Das verwendete Material besteht zu 65 Prozent aus industriellen AbfÀllen (PIR). Der Polycarbonat-Anteil wird vollstÀndig aus Rezyklat gewonnen.
Technologische Innovationen treiben die Entwicklung voran:
- Materialquellen: Polyvinylbutyral (PVB) aus Verbundglas wird verstĂ€rkt als Quelle fĂŒr Post-Consumer-Rezyklate (PCR) genutzt.
- ProzessstabilitĂ€t: Intelligente Steuerungssysteme in der SpritzgieĂtechnik gleichen Schwankungen in der MaterialqualitĂ€t schussweise aus.
- Additivierung: Das Fraunhofer LBF entwickelte AdditivbaukĂ€sten fĂŒr Polyamid-6-Rezyklate. Damit lassen sich Zugfestigkeit und SchlagzĂ€higkeit auf Neuniveau heben.
Im Juli 2026 wurde zudem ein neues Recyclingverfahren vorgestellt. Es soll die Emissionen im Vergleich zu herkömmlichen Methoden um 60 Prozent senken und erlaubt die Wiederverwertung schwieriger Abfallströme wie Mehrschichtmaterialien und farbiger Folien.
Verbraucher misstrauen Kunststoff-Verpackungen
Trotz technologischer Fortschritte bleibt die Umsetzung von Nachhaltigkeitszielen in der KonsumgĂŒterindustrie herausfordernd. Ein global agierender Lebensmittelkonzern gab bekannt, dass 96 Prozent seiner Verpackungen bis Ende 2025 recyclingfĂ€hig sein sollen. Die langfristigen Ziele fĂŒr den Rezyklateinsatz musste das Unternehmen jedoch auf 2030 verschieben. Aktuell liegt der Rezyklatanteil bei 3,7 Prozent, angestrebt werden 5 Prozent.
Die Verbraucher zeigen eine deutliche PrĂ€ferenz fĂŒr alternative Materialien. Laut einer Umfrage bevorzugen 88 Prozent der deutschen Konsumenten Karton gegenĂŒber Kunststoff bei identischen Produkten. WĂ€hrend 86 Prozent der Befragten Karton fĂŒr gut recycelbar halten, Ă€uĂerten 60 Prozent Skepsis gegenĂŒber der tatsĂ€chlichen Wiederverwertung von flexiblen Kunststoffen.
Diese Skepsis spiegelt sich im Kaufverhalten wider: Rund ein Drittel der Verbraucher gab an, die Marke aufgrund der Verpackung bereits gewechselt zu haben.
Ab September 2026 gelten die EmpCo-Kennzeichnungspflichten â fehlende Ăbergangsfristen drohen zur Vernichtung von BestĂ€nden zu fĂŒhren. Unser Leitfaden zeigt Ihnen, wie Sie Ihre Verpackungen rechtzeitig umstellen und logistische EngpĂ€sse vermeiden. EmpCo-Leitfaden jetzt sichern
Zukunftsvisionen: Biokunststoffe und Pilzmyzel
Zukunftsprojekte könnten langfristig den Bedarf an konventionellen Kunststoffen reduzieren. Forscher arbeiten an biobasierten Kunststoffen, die unter marinen Bedingungen abbaubar sind. Auch die Herstellung kompostierbarer Leiterplatten aus Pilzmyzel befindet sich in der Pilotphase. Beide Technologien sind noch in der Erprobung, versprechen aber Lösungen fĂŒr spezialisierte Bereiche.
Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und MĂ€rkten ohne GewĂ€hr; Ănderungen jederzeit möglich. BörsengeschĂ€fte können zu hohen Verlusten fĂŒhren. Unsere BeitrĂ€ge werden ganz oder teilweise automatisiert mit UnterstĂŒtzung von AI erstellt und geprĂŒft.
