EU zwingt Google: Android und Suchdaten ab 2027 für Konkurrenz offen
Veröffentlicht: 17.07.2026 um 09:13 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Der Suchmaschinenriese rüstet Gmail mit neuen KI-Tools auf, während Brüssel schärfere Regeln verhängt.
Google hat diese Woche mehrere generative KI-Updates für seinen E-Mail-Dienst Gmail vorgestellt. Die neuen Funktionen sollen das Verfassen von Nachrichten und die Verwaltung des Posteingangs erleichtern. Zeitgleich veröffentlichte die EU-Kommission verbindliche Auflagen, die Google zwingen, seine KI- und Such-Ökosysteme weiter zu öffnen.
Maßgeschneiderte KI-Textentwürfe
Am 15. Juli 2026 präsentierte Google eine verbesserte Version seiner „Help Me Write"-Funktion. Nutzer können nun präzise Bearbeitungsanweisungen für KI-generierte Entwürfe geben. Bisher war das Tool auf voreingestellte Optionen beschränkt. Jetzt gibt es eine benutzerdefinierte Eingabeleiste, in die man konkrete Folgebefehle tippen kann – etwa das Einfügen bestimmter Fristen oder die Anpassung des Tonfalls.
Die Aktualisierung enthält zudem Rückgängig- und Wiederholungsfunktionen für mehr Kontrolle beim Schreibprozess. Der Rollout begann bereits am 14. Juli 2026. Bis zum 20. Juli sollen die Neuerungen für alle berechtigten Workspace- und KI-Abonnenten verfügbar sein. Aktiviert sind die Funktionen standardmäßig für Abonnenten von Gemini for Workspace und Google One AI Premium. Während sie weltweit für Geschäftskonten zur Verfügung stehen, sind Privatnutzer derzeit auf die USA beschränkt.
KI-Posteingang und Zusammenfassungen
Neben der Schreibhilfe brachte Google am 15. Juli zwei weitere Gemini-gestützte Funktionen an den Start: den KI-Posteingang und die KI-Übersicht.
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Der KI-Posteingang hebt wichtige Nachrichten hervor, fasst ungelesene E-Mails zusammen und schlägt Aufgabenlisten auf Basis der Inhalte vor. Die KI-Übersicht wiederum liefert Zusammenfassungen langer E-Mail-Threads und erlaubt gezielte Fragen zu vergangenen Unterhaltungen. Beide Werkzeuge sind über ein Seitenfenster in Gmail zugänglich. Sie stehen Abonnenten von Google AI Pro, Ultra sowie berechtigten Workspace Business- und Enterprise-Plänen zur Verfügung.
EU verlangt Öffnung von Android und Suchdaten
Während Google seine hauseigenen KI-Tools ausbaut, erließ die EU-Kommission am 16. Juli 2026 verbindliche Maßnahmen gegen die Marktmacht des Konzerns. Der Digital Markets Act (DMA) verpflichtet Google nun, sein Android-Betriebssystem für konkurrierende KI-Assistenten zu öffnen. Diese müssen künftig Sprachaktivierung und App-übergreifende Aktionen ähnlich wie Googles eigene Dienste nutzen können. Die Frist für die Android-Anpassungen läuft bis Juli 2027.
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Die EU-Richtlinie schreibt zudem vor, dass Google anonymisierte Suchdaten mit Drittanbieter-Suchmaschinen und KI-Chatbot-Entwicklern teilen muss. Diese Datenweitergabe soll im Januar 2027 beginnen.
Das Ziel der Kommission: mehr Interoperabilität und weniger Hürden für Wettbewerber im Bereich der generativen KI. Google selbst äußerte Bedenken hinsichtlich möglicher Datenschutz- und Sicherheitsrisiken, die mit der Datenweitergabe und der Öffnung zentraler Systemfunktionen verbunden seien. Kritiker der Entscheidung warnen, dass die komplexen Auflagen das KI-Angebot auf dem europäischen Markt sogar verknappen könnten.
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