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EU zwingt Google zur Zahlung: 890 Millionen Euro Rekordstrafe

Veröffentlicht am: 25.07.2026 um 05:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die EU belegt Google mit 890 Millionen Euro Strafe und erzwingt von Meta die Öffnung von WhatsApp für KI-Konkurrenten. Neue Regeln für Künstliche Intelligenz treten in Kraft.

EU-Kommission verhängt Rekordstrafe gegen Google und zwingt Meta zu WhatsApp-Öffnung
Moderne europäische Bürogebäudefassade, die digitale Marktregulierung und Technologieaufsicht repräsentiert. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Europäische Kommission geht mit voller Härte gegen Tech-Giganten vor – und schützt damit den Wettbewerb im KI-Zeitalter.

Brüssel schlägt ein neues Kapitel im Kampf gegen die Marktmacht der Digitalkonzerne auf. Mit einer Rekordstrafe von 890 Millionen Euro gegen Google und einem erzwungenen Kurswechsel bei Meta machen die europäischen Wettbewerbshüter klar: Die Ära der unkontrollierten Plattform-Macht ist vorbei. Die Maßnahmen zielen darauf ab, dass dominante Tech-Unternehmen ihre Stellung nicht nutzen, um aufstrebende KI-Konkurrenten auszubremsen.

WhatsApp soll für KI-Dienste geöffnet werden

Im Zentrum des Streits mit Meta steht die Frage, ob konkurrierende KI-Chatbots künftig auf WhatsApp zugreifen dürfen. Der Konflikt eskalierte, nachdem Meta am 15. Januar 2026 den Zugang für Drittanbieter-KI-Dienste blockierte. Zwar legte der Konzern im März ein Preismodell für die WhatsApp-Business-API vor – doch die EU-Kommission wertete die Konditionen als „faktisches Verbot".

Unter dem Druck einer drohenden einstweiligen Verfügung lenkte Meta ein: Das Unternehmen bietet nun eine einjährige, kostenpflichtige API-Nutzung an. Doch Kritiker wie die Interessengruppe The Interaction Company sehen darin weiterhin eine Hürde. „Bezahlter Zugang ist nicht gleich offener Zugang", heißt es aus Branchenkreisen.

Der Druck auf Meta kommt nicht nur aus Europa. Auch in Brasilien ordnete ein Gericht ähnliche Öffnungen an.

Google muss 890 Millionen Euro zahlen

Die Strafe gegen Google teilt sich in zwei Posten: 460 Millionen Euro wegen Bevorzugung eigener Dienste bei der Google-Suche (Shopping, Hotels, Flüge) und 430 Millionen Euro wegen wettbewerbswidriger Lenkung im Play Store.

Google hat 60 Tage Zeit, die Auflagen zu erfüllen. Doch das ist nur der Anfang. Ab Januar 2027 muss der Konzern anonymisierte Suchdaten mit Wettbewerbern teilen. Und bis August 2027 soll das Android-Betriebssystem für KI-Assistenten der Konkurrenz geöffnet werden.

„Wir brauchen technologische Souveränität und weniger Abhängigkeit von ausländischen Anbietern", betont EU-Digitalchefin Henna Virkkunen. Google warnt derweil vor Sicherheitsrisiken und Datenschutzproblemen.

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Neue Regeln für Künstliche Intelligenz

Der Zeitpunkt der Maßnahmen ist kein Zufall. Am 29. Juni 2026 billigte der EU-Rat die KI-Omnibus-Verordnung. Sie legt gestaffelte Fristen fest:

  • Ab 2. August 2026: Transparenzpflichten nach Artikel 50
  • Ab 2. Dezember 2026: Verbot KI-generierter nicht-einvernehmlicher sexueller Inhalte
  • Bis 2027/2028: Compliance für Hochrisiko-KI-Systeme

Meta steht zudem unter Aufsicht der irischen Datenschutzkommission. Nach dem Start von MetaAI im April 2025 verpflichtete sich der Konzern zu besseren Transparenzhinweisen und einem vereinfachten Widerspruchsverfahren für Nutzer. Bis Oktober 2025 muss Meta nachweisen, wie es öffentliche Daten für KI-Training schützt.

Datenschutz und Wettbewerb wachsen zusammen

Die EU-Regulierer schmieden eine neue Allianz: Datenschutz und Kartellrecht sollen künftig Hand in Hand gehen. Der Europäische Datenschutzausschuss und die Kommission planen für den 15. Oktober 2026 eine gemeinsame Konsultation. Ziel sind einheitliche Leitlinien, die widersprüchliche Entscheidungen verhindern.

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Grundlage ist ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs von 2023: Wettbewerbsbehörden dürfen bei Missbrauchsverfahren auch die Einhaltung der DSGVO prüfen. Für die Tech-Konzerne bedeutet das: Sie müssen sich künftig auf eine schlagkräftige, abgestimmte europäische Aufsicht einstellen.

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