Euro-Office 1.0: EuropĂ€ische BĂŒro-Suite startet am 9. Juni
31.05.2026 - 02:06:49 | boerse-global.deAm 9. Juni 2026 soll die erste stabile Version von Euro-Office erscheinen. Die quelloffene BĂŒro-Suite ist als webbasierte Alternative zu den groĂen US-Plattformen konzipiert und bietet Werkzeuge fĂŒr die gemeinsame Bearbeitung von Dokumenten, Tabellen und PrĂ€sentationen.
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Hinter dem Projekt steht ein BĂŒndnis europĂ€ischer Technologieunternehmen, darunter IONOS, Nextcloud, EuroStack, XWiki, OpenProject, Soverin, Abilian, BTactic, Open-Xchange und Office.eu. Ihr Ziel: öffentliche Verwaltungen, Bildungseinrichtungen und regulierte Branchen mit einer Softwarelösung auszustatten, die digitale SouverĂ€nitĂ€t und Transparenz garantiert.
Der Kampf um die digitale UnabhÀngigkeit
Die Entwicklung von Euro-Office fĂ€llt in eine Zeit, in der europĂ€ische Organisationen zunehmend nach Alternativen zu internationalen Softwareanbietern suchen. Treiber sind wachsende Bedenken hinsichtlich Datenschutz und geopolitischer Risiken. Branchenvertreter verweisen vor allem auf den US Cloud Act und die sich verschĂ€rfenden globalen Spannungen als HauptgrĂŒnde fĂŒr den Aufbau eines eigenen Ăkosystems.
IONOS-CEO Achim Weiss betont die Notwendigkeit einer souverĂ€nen BĂŒrolösung, die den europĂ€ischen Werten von Kontrolle und UnabhĂ€ngigkeit entspricht. Die Suite soll sich direkt in bestehende europĂ€ische Cloud-Infrastrukturen wie Nextcloud Hub 26 integrieren lassen. Nextcloud-Chef Frank Karlitschek stellt klar: Die PrioritĂ€t fĂŒr die anstehende Veröffentlichung liege auf einer stabilen und sicheren Version fĂŒr den institutionellen Einsatz.
Digitale SouverĂ€nitĂ€t beginnt beim Betriebssystem â wer unabhĂ€ngig von US-Anbietern und Zwangs-Updates arbeiten möchte, findet in Linux die ideale Basis. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Startpaket, wie Sie Ubuntu ohne Risiko parallel zu Windows testen und Ihre Sicherheit erhöhen. Kostenloses Linux-Startpaket inklusive Ubuntu-Vollversion hier herunterladen
Technische Basis und Plattformintegration
Euro-Office 1.0 wird ĂŒber öffentliche GitHub-Repositories verfĂŒgbar sein â das Projekt ist dort seit September 2025 aktiv. Die webbasierte Editierumgebung unterstĂŒtzt Echtzeit-Zusammenarbeit und ist mit zahlreichen Dateiformaten kompatibel: DOCX, XLSX, PPTX sowie verschiedene OpenDocument-Formate wie ODT und ODS. Ein integrierter PDF-Viewer und TXT-UnterstĂŒtzung runden das Angebot ab.
Die BenutzeroberflĂ€che orientiert sich bewusst an etablierten BĂŒro-Suiten, um die Einarbeitungszeit fĂŒr Mitarbeiter im öffentlichen Dienst gering zu halten. Neben der webbasierten Kollaborationsplattform sind fĂŒr die Zukunft auch Desktop- und Mobile-Anwendungen geplant.
Lizenzstreit und rechtliche Grundlagen
Euro-Office ist ein Fork der OnlyOffice-Codebasis. Dieses VerhĂ€ltnis hat zu einem Lizenzkonflikt mit den ursprĂŒnglichen Entwicklern von OnlyOffice gefĂŒhrt, die Bedenken hinsichtlich der Namensgebung und der Einhaltung der GNU AGPLv3-Lizenz Ă€uĂerten. WĂ€hrend OnlyOffice mehr Transparenz forderte, signalisierten Nextcloud-Vertreter, dass eine Einigung zur Namensnennung erzielt worden sei.
Die Entwickler der GNU AGPL-Lizenz sollen die Verbreitung der Software unterstĂŒtzen. Die beteiligten Programmierer haben nach eigenen Angaben den Code bereinigt und notwendige Sicherheitsupdates vor dem Launch implementiert. Branchenbeobachter gehen davon aus, dass der Lizenzstreit den fĂŒr den 9. Juni geplanten Release nicht verzögern wird.
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