Euro-Office startet 9. Juni: Neue freie Bürosuite aus Deutschland
30.05.2026 - 20:40:09 | boerse-global.deDie Document Foundation will LibreOffice fit für die Zukunft machen – mit einem ehrgeizigen Plan für Web, Mobilgeräte und die Cloud. Das Ziel: technische Gleichstellung mit den großen kommerziellen Büroprogrammen, die derzeit 96 Prozent des Marktes kontrollieren.
Warum Millionen Deutsche keine 150€ mehr für Microsoft Office bezahlen: Diese kostenlose Alternative kann fast alles – und läuft auf beliebig vielen Rechnern. Holen Sie sich jetzt das gratis Startpaket und sparen Sie hunderte Euro im Jahr
Fünf Initiativen für den technischen Aufholprozess
Die vorgeschlagene Strategie gliedert die Entwicklung in fünf unabhängige Bereiche. So soll die Arbeit an den verschiedenen Plattformen effizienter werden. Geplant sind unter anderem eine responsive Benutzeroberfläche sowie eine Web-Version auf Basis von WebAssembly-Technologie. Hinzu kommen spezielle Entwicklungen für mobile Geräte und ein Dokumentenserver für die Zusammenarbeit in Echtzeit.
Mit dieser Aufteilung will die Stiftung die technischen Lücken zwischen der Open-Source-Suite und den kommerziellen Konkurrenten schließen. Der Vorstoß ist Teil laufender Modernisierungsarbeiten, die unter anderem die Brücke zwischen Desktop- und Mobilanwendungen schlagen sollen.
Euro-Office: Neue Konkurrenz aus Deutschland
Die Ankündigung kommt nicht zufällig – im europäischen Open-Source-Ökosystem tut sich einiges. Erst am 29. Mai 2026 gab Nextcloud bekannt, dass Euro-Office am 9. Juni 2026 seine erste stabile Produktionsversion erreicht. Die freie Alternative zu proprietären Bürosuiten basiert auf OnlyOffice-Code und wurde umfassend sicherheitsüberprüft.
Hinter Euro-Office steht ein Bündnis aus IONOS, Nextcloud, EuroStack und Open-Xchange. Die Suite ist zunächst für die Web-Integration in Plattformen wie Nextcloud Hub 26 Spring ausgelegt. Die Roadmap sieht aber auch Unterstützung für das OpenDocument-Format (ODF) sowie Desktop- und Mobilversionen vor.
Gratis statt teuer: So nutzen Sie Word, Excel & Co. ohne einen Cent zu zahlen. Das kostenlose LibreOffice Startpaket zeigt Ihnen Schritt für Schritt, wie es geht. Kostenloses LibreOffice Startpaket inkl. Installationsanleitung sichern
Politik treibt digitale Souveränität voran
Der Vorstoß für Open-Source-Bürolösungen ist Teil eines größeren Trends: Europa will technologisch unabhängiger werden. Bereits im Frühjahr kündigte Frankreichs Digitaldirektion DINUM die Umstellung auf Linux-Systeme an. Französische Ministerien müssen bis Herbst 2026 Pläne vorlegen, um die Abhängigkeit von nicht-europäischen Softwareanbietern zu reduzieren.
Auch in Deutschland gibt es Vorreiter: Schleswig-Holstein hat bereits 80 Prozent seiner Systeme auf LibreOffice umgestellt. Ein Signal, das Schule machen könnte.
EU bereitet neues Technologiepaket vor
Die Entwicklungen fallen mit einem wichtigen politischen Termin zusammen: Am 3. Juni 2026 will die Europäische Union ein neues Paket zur technologischen Souveränität vorstellen. Darin enthalten sind der Cloud and AI Development Act sowie der Chips Act. Ziel der Gesetzesinitiative: den Marktanteil nicht-europäischer Cloud-Anbieter von derzeit 70 Prozent deutlich zu reduzieren und Open-Source-Technologien gezielt zu fördern.
Die Frage ist nur: Können LibreOffice und Euro-Office das Fenster nutzen, das Politik und wachsendes Bewusstsein für digitale Souveränität gerade öffnen? Der Markt ist hart umkämpft – aber die Rahmenbedingungen waren selten günstiger.
So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!
Für. Immer. Kostenlos.
