EuroOffice startet am 9. Juni: Europas Antwort auf Microsoft 365
01.06.2026 - 15:21:02 | boerse-global.deEin BĂŒndnis europĂ€ischer Technologieunternehmen bringt mit EuroOffice eine neue BĂŒrosoftware auf den Markt, die als souverĂ€ne Alternative zu den Platzhirschen aus den USA antreten soll. Der Start ist fĂŒr den 9. Juni 2026 geplant â ein Signal fĂŒr mehr digitale UnabhĂ€ngigkeit in Europa.
Der VorstoĂ fĂŒr digitale SouverĂ€nitĂ€t
EuroOffice basiert auf einer Abspaltung (Fork) der OnlyOffice-Plattform. Getragen wird das Projekt von namhaften europĂ€ischen Playern wie Nextcloud, IONOS, XWiki, OpenProject und Eurostack. Weitere UnterstĂŒtzer sind Soverin, Abilian, BTactic, OpenXchange und Office.eu. Zielgruppe sind Regierungen, Bildungseinrichtungen und Unternehmen in regulierten Branchen â ĂŒberall dort, wo Datenkontrolle und die Einhaltung europĂ€ischer Standards oberste PrioritĂ€t haben.
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Die Suite wird in drei Versionen erscheinen: als Web-, Desktop- und Mobile-Anwendung. Sie bietet Werkzeuge fĂŒr Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, PrĂ€sentationen und PDF-Bearbeitung. Die Entwickler legen Wert auf KompatibilitĂ€t: Sowohl Microsoft-Office- als auch OpenDocument-Formate werden unterstĂŒtzt. Die BenutzeroberflĂ€che soll Nutzern von Microsoft 365 vertraut vorkommen â ein strategischer Schachzug, um den Umstieg fĂŒr Unternehmen zu erleichtern.
Lizenzstreit und Vertrauensfrage
Warum der Fork? Die Projektverantwortlichen nennen mangelnde Transparenz und mögliche Verbindungen zu externen RechtsrĂ€umen als HauptgrĂŒnde. âWir brauchen eine Lösung, die zu 100 Prozent unter europĂ€ischer Rechtsprechung steht", heiĂt es aus dem Projektumfeld. Nextcloud plant, EuroOffice als Kernkomponente in sein Nextcloud Hub 26 Spring-Update zu integrieren.
Die Reaktion von OnlyOffice lieĂ nicht lange auf sich warten: Das Unternehmen bestreitet die RechtmĂ€Ăigkeit des Forks und verweist auf spezifische LizenzbeschrĂ€nkungen. Parallel dazu veröffentlichte OnlyOffice ein Update seiner Community Edition 9.4 â und strich ĂŒberraschend die bisherige BeschrĂ€nkung auf 20 gleichzeitige Verbindungen. Ein ZugestĂ€ndnis an die Community? Die FĂŒhrung von IONOS betont jedenfalls die Notwendigkeit einer verlĂ€sslichen, Microsoft-kompatiblen Lösung, die fest in europĂ€ischer Hand bleibt.
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Neue Dokumentenlösungen fĂŒr Unternehmen
WĂ€hrend EuroOffice auf den Marktstart zusteuert, bringt ein weiterer Anbieter frische Ware in die Regale der digitalen SouverĂ€nitĂ€t. Pydio hat am heutigen Montag Version 5 seiner Plattform Pydio Cells veröffentlicht. Die Unternehmenssoftware setzt auf sicheres, herstellerunabhĂ€ngiges Wissensmanagement â ganz ohne Vendor-Lock-in.
Die neue Version bringt eine Wiki-Ă€hnliche Funktion namens Pages sowie verbesserte Metadatenverwaltung mit. Die Plattform nutzt eine zustandslose Kubernetes-Architektur, die sowohl On-Premises als auch in souverĂ€nen Cloud-Umgebungen lĂ€uft. Multi-Tenancy ist ebenfalls an Bord â gedacht fĂŒr groĂe Unternehmen mit hohen Anforderungen an Dokumentenkontrolle und Zusammenarbeit.
Google zieht bei Dokumenten-Scanner nach
WĂ€hrend die europĂ€ischen Alternativen Fahrt aufnehmen, schlafen die globalen Player nicht. Google hat im Mai 2026 ein Update fĂŒr seinen Drive-Dokumentenscanner veröffentlicht. Im Fokus stehen KI-Funktionen: intelligentes Batch-Scannen, eine automatische Bildausschnitt-Funktion und ein System zur Erkennung von Duplikaten.
Die Verarbeitung lĂ€uft komplett auf dem GerĂ€t â ein ZugestĂ€ndnis an Datenschutzbedenken. Das ermöglicht auch die Offline-Nutzung. Ein Haken bleibt: Das Update setzt mindestens 8 GB Arbeitsspeicher voraus. Der Schritt zeigt den Branchentrend: Immer mehr rechenintensive Aufgaben wandern vom Cloud-Server direkt auf das EndgerĂ€t der Nutzer.
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