Evooo1Bot, Mirai-Botnet

Evooo1Bot: Neues Mirai-Botnet zielt auf ungepatchte Router

Veröffentlicht am: 14.08.2026 um 10:25 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Sicherheitsforscher warnen vor Evooo1Bot, einem Mirai-Abkömmling, der gezielt ungepatchte Router attackiert und kritische Sicherheitslücken ausnutzt.

Evooo1Bot: Neues Mirai-Botnet attackiert Router weltweit
Ein moderner Internet-Router mit leuchtenden Status-LEDs auf einem dunklen Schreibtisch in einer schummrigen Umgebung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Sicherheitsforscher der FortiGuard Labs haben ein neues, hochspezialisiertes Botnet identifiziert, das gezielt Schwachstellen in internetfähigen Routern ausnutzt.

Die unter dem Namen Evooo1Bot bekannte Schadsoftware basiert auf der Architektur des berüchtigten Mirai-Botnets und ist nach aktuellen Erkenntnissen bereits seit mindestens einem Monat aktiv. Im Fokus der Angreifer stehen dabei vor allem Geräte, die direkt über das Internet erreichbar sind und nicht über aktuelle Sicherheits-Updates verfügen.

Technische Erweiterungen und kritische Schwachstellen

Evooo1Bot nutzt zwar die grundlegende DDoS-Engine von Mirai, wurde jedoch um zahlreiche Funktionen erweitert, die über einfache Überlastungsangriffe hinausgehen. Die Entwickler der Malware setzen auf eine verschlüsselte Kommunikation mit ihren Command-and-Control-Servern (C2), um die Entdeckung durch Sicherheitssysteme zu erschweren.

Zudem verfügt die Schadsoftware über Mechanismen für SSH-Brute-Force-Angriffe, einen integrierten SOCKS-Proxy sowie einen sogenannten Credential-Sniffer, mit dem Zugangsdaten direkt auf den infizierten Geräten abgefangen werden können.

Ein wesentliches Merkmal des neuen Botnets ist die Nutzung von Exploits für insgesamt zehn dokumentierte Sicherheitslücken (CVEs). Die Experten stufen die Bedrohung als kritisch ein, da unter anderem die Schwachstellen CVE-2025-55583 und CVE-2024-29269 gezielt attackiert werden.

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Durch diese Exploits ist es der Malware möglich, die Kontrolle über die betroffene Hardware zu übernehmen und eine dauerhafte, schwer zu detektierende Präsenz im Netzwerk aufzubauen.

Betroffene Hersteller und globale Verbreitung

Die Angriffe von Evooo1Bot konzentrieren sich auf eine breite Palette von Hardware-Herstellern. Nach Analysen der FortiGuard Labs sind insbesondere Router der Marken Alcatel, D-Link, Mitsubishi Electric, Netgear, Tenda und Telesquare gefährdet. Ziel der Angreifer ist es, die ungepatchten Geräte für den Diebstahl von Anmeldedaten und den Missbrauch als Proxy-Server zu instrumentalisieren.

Die Telemetriedaten der Sicherheitsforscher belegen eine weltweite Aktivität des Botnets. Infektionen wurden bereits in Nord- und Südamerika sowie in Europa registriert. In Asien verzeichnen die Experten signifikante Aktivitäten in Indien, China und Japan.

Eine Besonderheit der Malware ist zudem die integrierte Honeypot-Vermeidung: Die Schadsoftware erkennt kontrollierte Sicherheitsumgebungen und versucht, diese zu umgehen, um einer Analyse durch IT-Forensiker zu entgehen.

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Empfohlene Schutzmaßnahmen für Unternehmen und Privatanwender

Angesichts der zunehmenden Verbreitung von Evooo1Bot betonen Fachleute die Notwendigkeit präventiver Sicherheitsstrategien. Da die Malware gezielt bekannte, aber unkorrigierte Lücken ausnutzt, steht das zeitnahe Einspielen von Firmware-Updates (Patching) an erster Stelle der Empfehlungen.

Darüber hinaus raten Experten zur Verwendung komplexer Passwörter und zur Deaktivierung nicht benötigter Dienste, um die Angriffsfläche für Brute-Force-Attacken zu minimieren. Ein kontinuierliches Netzwerk-Monitoring könne zudem dabei helfen, unbefugte Zugriffe oder ungewöhnlichen Datenverkehr, wie er durch den Missbrauch von SOCKS-Proxys entsteht, frühzeitig zu identifizieren.

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