Excel, Microsoft

Excel: Microsoft kippt nach rund 40 Jahren die Ein-Wert-Regel pro Zelle

Veröffentlicht am: 08.10.2026 um 22:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Microsoft erprobt verschachtelte Zellinhalte im Beta-Kanal; mehrere Excel-Werkzeuge unterstützen sie derzeit noch nicht vollständig.

Microsoft Excel testet Arrays und Listen direkt in einzelnen Zellen
Minimalistische, geometrische Gitterstrukturen auf einer hellen, schattenreichen Oberfläche. Illustration mit AI erstellt.

Der Softwarekonzern Microsoft verändert das Grundprinzip seiner Tabellenkalkulation Excel grundlegend. Nach rund 40 Jahren führt das Unternehmen Listen und Arrays direkt in einzelnen Zellen ein. Damit bricht Microsoft mit der bisher geltenden Regel, nach der eine einzelne Zelle stets nur einen einzigen Wert aufnehmen und verarbeiten kann.

Mit dieser Neuerung wird es möglich, mehrere Werte innerhalb einer Zelle abzulegen, ohne dass diese ihre Struktur verlieren. Die Werte bleiben innerhalb der Zelle separat filterbar sowie für Berechnungen nutzbar. Darüber hinaus lassen sich Arrays künftig auch verschachtelt in einer Zelle speichern, was völlig neue Möglichkeiten bei der Erfassung und Verarbeitung komplexer Datenbestände eröffnet.

Neue Formeln für komplexe Datenstrukturen

Um die erweiterten Zellstrukturen effizient auszuwerten und weiterzuverarbeiten, stellt Microsoft neue integrierte Funktionen bereit. Dazu gehören die Operationen FLATTEN, HAS, HASANY sowie HASALL. Während FLATTEN das Auflösen und Verflachen verschachtelter Datenkonstrukte unterstützt, dienen Funktionen wie HAS, HASANY und HASALL der gezielten Prüfung, ob bestimmte Einträge oder Kombinationen von Werten in den Zell-Arrays vorkommen.

Damit reagiert das System auf Anforderungen von Nutzern, die relationale Datenstrukturen oder mehrdimensionale Inhalte bislang über Hilfsspalten, komplexe Verbindungen oder externe Skripte verwalten mussten.

Vorabversion im Beta-Kanal gestartet

Die Neuerung steht vorerst nicht für die Allgemeinheit zur Verfügung, sondern wird schrittweise im Beta-Channel von Microsoft 365 getestet. Für den Zugriff auf die Vorschau nennt der Hersteller konkrete technische Mindestversionen: Erforderlich ist mindestens Excel für Windows 2610 (Build 20520.20000) oder auf macOS die Version Mac 16.114 (Build 26092111).

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Da die Bereitstellung in Wellen erfolgt, erhalten Nutzer die Funktion auch innerhalb der Testkanäle erst nach und nach. Einen allgemeinen Starttermin für das reguläre Release hat das Unternehmen bislang nicht angekündigt.

Einschränkungen und Warnung vor Produktiveinsatz

Gleichzeitig warnt Microsoft vor dem Einsatz der neuen Funktion in geschäftskritischen oder wichtigen Arbeitsmappen. Der Softwarehersteller weist darauf hin, dass zahlreiche etablierte Kernfunktionen des Programms derzeit noch Einschränkungen im Zusammenspiel mit den zellbasierten Arrays aufweisen.

So arbeiten Werkzeuge wie PivotTables, Diagramme, Power Query sowie die integrierte Datenvalidierung derzeit noch nicht uneingeschränkt mit den Mehrfachwerten in Einzelzellen zusammen.

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Auch grundlegende Befehle wie Suchen und Ersetzen können bei den neuen Zellinhalten an Grenzen stoßen. Anwender sollten die Testphase daher vor allem zur Erprobung nutzen, während Microsoft an der vollständigen Integration in das gesamte Ökosystem von Excel arbeitet.

Teile dieses Beitrags beruhen auf Recherchen von CHIP.

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