EXIT-CVD, Studien

EXIT-CVD: 22 Studien mit mehr als 14.000 Patienten sollen Herzversorgung verbessern

Veröffentlicht am: 15.10.2026 um 16:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das fünfjährige EXIT-CVD-Projekt bündelt 42 Partner aus 17 Ländern und plant 22 klinische Studien mit mehr als 14.000 Teilnehmenden.
Ein minimalistischer, heller Korridor in einem modernen klinischen Forschungszentrum mit klaren architektonischen Linien. Illustration mit AI erstellt.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen stellen die Gesundheitssysteme in Europa vor immense Herausforderungen. Nach Angaben des EXIT-CVD-Konsortiums leben derzeit mehr als 60 Millionen Menschen in der Europäischen Union mit einer kardiovaskulären Erkrankung.

Um Diagnostik, Verlaufskontrolle und Behandlungsstrategien grundlegend zu verbessern, wurde das auf fünf Jahre angelegte Forschungsprojekt EXIT-CVD ins Leben gerufen. Die Initiative wird gemeinsam vom University Medical Center Groningen (UMCG) und Royal Philips geleitet und von der europäischen Innovative Health Initiative (IHI) sowie Industriepartnern kofinanziert.

Strukturierte Versorgungspfade entlang dreier Ausstiegspunkte

Das Vorhaben verfügt über ein Gesamtbudget von 27,6 Millionen Euro und vereint 42 öffentliche sowie private Partner aus 17 Ländern. Zum Konsortium zählen renommierte wissenschaftliche Einrichtungen und Organisationen wie das King's College London, das spanische Hospital de la Santa Creu i Sant Pau und die European Society of Cardiology (ESC).

Zudem beteiligen sich führende Industrieunternehmen wie Siemens Healthineers, Medtronic, AstraZeneca, Novartis, Sanofi sowie Johnson & Johnson an der Initiative.

Im Zentrum von EXIT-CVD steht das Konzept der Ausstiegspunkte, das die Behandlung kardiovaskulärer Erkrankungen in drei Phasen unterteilt:

  • Früher Exit: Fokus auf Prävention und Früherkennung mittels digitaler Überwachungstechnologien, um Risiken rechtzeitig zu identifizieren.
  • Mittlerer Exit: Gezielte Risikoumkehr durch personalisierte Bewertungen, bevor chronische Schäden manifest werden.
  • Später Exit: Verlangsamung des Krankheitsverlaufs bei bereits fortgeschrittenen Erkrankungen durch spezialisierte Therapiemodelle.
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Breites Studienprogramm mit innovativer Diagnostik

Zur wissenschaftlichen Untermauerung dieses Ansatzes plant das EXIT-CVD-Konsortium insgesamt 22 klinische Studien, an denen mehr als 14.000 Patientinnen und Patienten teilnehmen sollen. Die ersten Patientenaufnahmen sind noch für Oktober 2026 vorgesehen.

Die Forschungsarbeiten decken ein breites Spektrum moderner Medizintechnik und digitaler Diagnostik ab. Das Projekt umfasst mehrere dezidierte Einzelstudien:

  • CARDIO-CAM: Erforschung kamera- und videobasierter Überwachungsmethoden zur nichtinvasiven Erfassung von Vitaldaten.
  • LEADER-PAD: Untersuchung des Einsatzes von Spektral-Computertomographie (Spektral-CT) bei peripherer arterieller Verschlusskrankheit.
  • REMODEL-HF: Evaluierung digitaler Fernüberwachungssysteme für Patienten mit Herzinsuffizienz.
  • GUIDANCE-PCCT: Einsatz von Photon-Counting-CT zur Steuerung perkutaner Koronarinterventionen (PCI).
  • NOTIFY-2: Integration künstlicher Intelligenz in die kardiovaskuläre Bildgebung zur schnelleren und präziseren Befundung.
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Durch die Verzahnung klinischer Spitzenforschung mit datengestützten Überwachungstechnologien zielt das Vorhaben darauf ab, die Versorgungspfade chronisch herzkranker Menschen effizienter zu gestalten und langfristige Krankheitsfolgen wirksamer abzuwenden.

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