EXPO-ULL, AMDs

EXPO-ULL: AMDs neuer Speicherstandard bringt 13% mehr FPS

30.06.2026 - 00:14:30 | boerse-global.de

AMD führt EXPO-ULL-Speicher ein, der die Bildrate steigert, aber zu drastisch gestiegenen DRAM-Preisen führt.

AMD EXPO-ULL: Neuer RAM-Standard verspricht bis zu 13% mehr FPS
EXPO-ULL - Leuchtender DDR5-RAM-Riegel neben Münzstapel, Symbol für hohen Preis und moderne Technik. 30.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

AMDs neuer EXPO-ULL-Standard verspricht bis zu 13 Prozent mehr FPS – zu einem stolzen Preis.

Der Chiphersteller hat auf der Computex 2026 offiziell den EXPO-ULL-Speicherstandard vorgestellt. Die Technologie zielt darauf ab, die maximale Leistung aus der AM5-Plattform herauszuholen. Bereits einen Tag später, am 29. Juni, kamen die ersten speziellen Hardware-Kits in den Handel – mit einem saftigen Aufpreis.

Bis zu 13 Prozent mehr Leistung

Der neue EXPO-ULL (Ultra-Low Latency) Standard definiert besonders aggressive Timings für DDR5-6000 und DDR5-6400 Speicherkits. Technische Tests zeigen: Im Vergleich zu Standard-JEDEC-Konfigurationen sind bis zu 13 Prozent mehr Bilder pro Sekunde (FPS) drin. Branchenexperten sehen 6000 MHz weiterhin als den idealen Leistungspunkt für Ryzen-7000-Prozessoren.

Pünktlich zur Markteinführung landete ein High-End-Kit im Handel: Ein AMD EXPO ULL DDR5-6000 C26 32GB-Kit kostet schlappe 1.099 Euro – ein Aufschlag von rund 80 Prozent gegenüber herkömmlichem EXPO-RAM. Mehrere große Hersteller haben sich bereits zum neuen Standard bekannt, darunter G.Skill, Kingston, Klevv, Lexar, Team Group, V-Color und ADATAs XPG-Marke.

DRAM-Preise explodieren

Der Zeitpunkt für die Premium-Einführung könnte kaum ungünstiger sein – zumindest aus Verbrauchersicht. Der DRAM-Markt erlebt eine beispiellose Inflation. 32GB DDR5-Kits, die Ende 2024 und Anfang 2025 noch rund 70 Euro kosteten, liegen heute bei bis zu 400 Euro. Im Unternehmenssektor stiegen die Preise für 64GB-DIMMs zwischen dem dritten Quartal 2025 und dem ersten Quartal 2026 um das 3,5-fache. Einige Prognosen gehen davon aus, dass die Kosten bis zum dritten Quartal 2026 auf das Fünffache des Ausgangsniveaus steigen könnten.

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Die Gründe dafür sind vielfältig:

  • KI-Boom: High-Bandwidth Memory (HBM) für KI-Rechenzentren schluckt Produktionskapazitäten, die früher für Consumer-DRAM reserviert waren.
  • Angebotslücke: Marktforscher erwarten, dass die Schere zwischen Angebot und Nachfrage bis 2027 weiter auseinanderklafft. Bis zu 20 Prozent der Consumer-Speicherkapazität könnten in Rechenzentren abwandern.
  • Rekordgewinne: Während Verbraucher leiden, fahren die Hersteller Rekorde ein. ADATA meldete einen Gewinnsprung von 2.800 Prozent, Microns Umsatz hat sich vervierfacht.

Lenovo-Vertreter haben bereits klargestellt: Die RAM-Preise werden wohl nie wieder das Niveau von 2025 erreichen. Die aktuellen Preise seien die neue Normalität – und könnten bis 2030 anhalten. Um die Serverkosten in den Griff zu bekommen – DRAM macht dort mittlerweile 60 bis 90 Prozent der Gesamtausgaben aus – hat AMD kürzlich MEXT übernommen, um die DRAM-Kapazität per Flash-Speicher zu erweitern.

Kartellvorwürfe gegen Speicherriesen

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Die Preisrallye hat nun auch juristische Konsequenzen. Am 25. Juni 2026 wurde in Kalifornien eine Sammelklage gegen Samsung, SK hynix und Micron eingereicht. Die 17 Kläger – darunter Privatpersonen und kleine Unternehmen – werfen den drei Unternehmen vor, gemeinsam die Produktion gedrosselt zu haben, um die Preise künstlich in die Höhe zu treiben. Die drei Konzerne kontrollieren rund 90 Prozent der DRAM-Produktion. Die Klage behauptet, die bewusste Verlagerung hin zur HBM-Produktion habe die Verfügbarkeit von Standard-DDR3- und DDR4-Komponenten eingeschränkt.

Trotz der aktuellen Turbulenzen bleibt die Investitionsbereitschaft hoch. SEMI-Prognosen zufolge werden die Investitionen in 300-mm-Speicheranlagen 2026 die Marke von 50 Milliarden Euro überschreiten – ein Plus von 29 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Allein für DRAM-Anlagen sind Ausgaben von 37 Milliarden Euro geplant. Die Hersteller wollen ihre Kapazität auf 4,1 Millionen Wafer pro Monat ausbauen. AMD selbst hat sich zum aktuellen Ökosystem bekannt und bestätigt, dass der AM5-Sockel bis 2029 unterstützt wird.

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