Exynos-Lücken, Google

Exynos-Lücken: Google Project Zero findet kritische Modem-Schwachstellen

Veröffentlicht am: 03.07.2026 um 14:25 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Samsung behebt kritische Exynos-Modemlücken, plant aber für die Galaxy-A18-Serie den Umstieg auf Chips von MediaTek und Qualcomm.

Samsung: Exynos-Sicherheitslücken und Wechsel zu MediaTek & Qualcomm
Nahaufnahme eines leuchtenden Mikrochips mit digitalem Sicherheitsschloss-Symbol, das Smartphone-Sicherheitslücken darstellt. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der koreanische Elektronikkonzern steckt in einem strategischen Spagat: Während Sicherheitslücken in den hauseigenen Exynos-Modems für Aufsehen sorgen, plant Samsung für seine Mittelklasse-Smartphones den Wechsel zu Fremdherstellern.

Kritische Lücken in Exynos-Modems entdeckt

Das Sicherheitsteam Google Project Zero hat mehrere schwerwiegende Schwachstellen in Samsungs Exynos-Modemchips aufgespürt. Betroffen ist eine breite Palette von Geräten – darunter das Galaxy S22, zahlreiche Modelle der A- und M-Serie wie das A71, A53, M33 und M12 sowie Googles eigene Pixel-6- und Pixel-7-Smartphones und mehrere Vivo-Handys.

Die gefährlichste dieser Lücken? Ein Angreifer könnte ein Gerät aus der Ferne kompromittieren – und braucht dafür nur die Telefonnummer des Opfers. Schadsoftware ließe sich so unbemerkt installieren. Samsung hat die meisten Probleme nach Angaben von Sicherheitsanalysten bereits mit Updates im März und April 2026 behoben, Google lieferte zeitgleich Patches für seine Pixel-Geräte.

Wer noch kein Update erhalten hat, dem empfehlen Experten eine vorübergehende Notlösung: VoLTE (Sprachanrufe übers LTE-Netz) und WLAN-Telefonie deaktivieren. Das schließt den wichtigsten Angriffsweg.

Galaxy A18: Abschied von Exynos

Noch bedeutsamer für die Zukunft: Samsung will bei der kommenden Galaxy-A18-Serie offenbar auf die eigenen Exynos-Prozessoren verzichten. Grund dafür sind steigende Komponentenkosten.

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Die Pläne im Detail: Die 4G-Version des A18 (Modellnummer SM-A185F) soll einen Chipsatz von MediaTek erhalten. Die 5G-Variante setzt auf Qualcomm – vorausgesetzt, der Hersteller liefert rechtzeitig. Ein klarer Bruch mit der Vergangenheit: Der Vorgänger Galaxy A17 5G arbeitete noch mit dem Exynos 1330.

Die Produktion des A18 4G startet im August 2026 mit zunächst 100.000 Einheiten. Im September sollen bereits 2,4 Millionen folgen, im Oktober 2,5 Millionen. Kein Wunder: Die A-Serie ist Samsungs Umsatzbringer in der Mobilsparte. Kosteneffiziente Prozessoren sind hier überlebenswichtig.

Der Blick nach vorn: 2nm und 1,4nm bis 2029

Trotz der Probleme bei den aktuellen Mittelklasse-Chips treibt Samsung seine langfristige Halbleiterstrategie voran. Beim SAFE Forum gab das Unternehmen Einblicke in die Roadmap.

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Der SF2P-Knoten – eine zweite Generation der 2nm-Technologie – soll noch 2026 in die Massenproduktion gehen. Die Versprechen: 26 Prozent weniger Stromverbrauch und 15 Prozent höhere Taktfrequenzen durch optimiertes Design.

Weiter in der Zukunft: Der 1,4nm-Prozess SF1.4 ist für 2029 geplant, eine verbesserte SF1.4+-Version folgt 2030. Parallel arbeitet Samsung an Hochleistungsspeicher für KI-Beschleuniger – unter anderem in Kooperationen für Large-Language-Model-Hardware auf bestehenden 4nm-Prozessen.

Ob spezielle Knoten für die Automobilindustrie kommen, bleibt vorerst offen. Die aktuellen Updates lassen dazu keine klaren Aussagen zu.

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