EY-Datendiebstahl, Steuerinformationen

EY-Datendiebstahl: Steuerinformationen von Millionen Kunden betroffen

Veröffentlicht am: 18.07.2026 um 16:54 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Ernst & Young meldet unbefugten Zugriff auf vertrauliche Steuerinformationen. Betroffenen wird eine 24-monatige Identitätsüberwachung angeboten.

EY-Datendiebstahl: Steuerdaten von Mandanten kompromittiert
Stilisierte digitale Schlosssymbole mit blauem Leuchten, umgeben von abstrakten Linien für sichere Datenübertragung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young (EY) hat einen schwerwiegenden Datendiebstahl gemeldet. Unbefugte verschafften sich Zugriff auf vertrauliche Steuerinformationen von Mandanten.

Der Vorfall ereignete sich zwischen dem 28. März und dem 12. April 2026, wie EY am 17. Juli bekannt gab. Das Unternehmen entdeckte die Sicherheitslücke in einem extern verwalteten Support-Ticket-System allerdings erst am 23. April. Bislang hat sich keine Erpresserbande zu dem Angriff bekannt. EY bietet betroffenen Kunden nun eine 24-monatige Identitätsüberwachung durch Experian an – ein klares Zeichen dafür, wie ernst die Lage eingeschätzt wird.

1Password setzt auf KI – mit Sicherheitsgarantie

Während EY mit den Folgen des Lecks kämpft, treiben andere Anbieter die Sicherheit von Passwörtern voran. Am 16. Juli kündigte 1Password eine Integration mit Anthropics KI-Assistenten Claude an. Das System erlaubt es der KI, Online-Aufgaben mit gespeicherten Zugangsdaten auszuführen – allerdings unter strengen Auflagen.

Die sogenannte Zero-Exposure-Architektur sorgt dafür, dass Passwörter und Einmalcodes niemals in den Arbeitsspeicher oder Trainingskontext der KI gelangen. Stattdessen fordert Claude für jede Aktion – etwa eine Buchung oder Aboverwaltung – eine biometrische Freigabe durch den Nutzer. Erst dann werden die Daten direkt in den Browser eingespeist. Sicherheitsexperten raten Unternehmen dennoch zur Vorsicht: Die Berechtigungen in den Tresoren müssten genau geprüft werden, damit KI-Agenten nicht eigenmächtig in sensiblen Konten handeln.

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Bitwarden macht Schluss mit Passwörtern

Einen weiteren Schritt in die passwortlose Zukunft geht Bitwarden. Das Unternehmen gab am 18. Juli die allgemeine Verfügbarkeit seines Passwordless.dev-Toolkits bekannt. Die Plattform bietet Entwicklern eine API, um FIDO2-WebAuthn-Passkeys in ihre Anwendungen zu integrieren.

Der Zeitpunkt ist gut gewählt: Laut Umfragen interessieren sich 56 Prozent der Nutzer für passwortlose Technologien. Doch die Umsetzung hapert: Rund die Hälfte der IT-Entscheider gibt an, dass ihre aktuellen Anwendungen nicht für die Authentifizierung ohne Passwort ausgelegt sind. Das neue Toolkit soll diese Lücke schließen – inklusive einer Verwaltungskonsole für Entwickler.

Der lange Schatten von LastPass

Die Sicherheit von Passwort-Managern selbst steht unter genauer Beobachtung. Am 17. Juli veröffentlichte das Organized Crime and Corruption Reporting Project (OCCRP) einen Bericht über den spanischen Anbieter Passwork. Demnach teilt das Unternehmen historische Wurzeln mit einem russischen Pendant, das von russischen Sicherheitsbehörden zertifiziert wurde. Passwork dementiert jegliche aktuelle Verbindung zu dem russischen Unternehmen. Die Enthüllung wirft jedoch Fragen zu Lieferkettenrisiken für europäische öffentliche Auftraggeber auf.

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Die Folgen von gestohlenen Zugangsdaten zeigen sich auch im Fall LastPass. Bundesermittler haben kürzlich einen 150 Millionen Dollar schweren Kryptowährungsdiebstahl mit dem Leak von 2022 in Verbindung gebracht. Damals erbeuteten Hacker rund 30 Millionen verschlüsselte Tresore. Zwar hielt die Verschlüsselung stand – doch die Angreifer knackten jene Tresore, deren Master-Passwörter zu schwach waren.

Ein kleiner Trost für Betroffene: Ein 3-Millionen-Dollar-Vergleich für Kanadier, die durch den LastPass-Vorfall geschädigt wurden, erreichte am 23. Juni seine Anspruchsfrist. Die Entschädigung deckte Zeitaufwand und Auslagen ab. Sicherheitsexperten mahnen: Für Nutzer von Tresor-Systemen bleibt ein langes, einzigartiges Master-Passwort und die Aktivierung von Notfallzugriffsfunktionen der beste Schutz.

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