Fable, Microsoft

Fable 5: Microsoft sperrt Anthropic-Modell wegen Datenspeicherung

19.06.2026 - 08:23:48 | boerse-global.de

Microsoft blockiert Anthropics KI-Modell Fable 5 wegen neuer Datenspeicherregeln. Auch Exportkontrollen belasten den KI-Entwickler vor dem Börsengang.

Microsoft stoppt Anthropic-KI: Datenschutz stoppt Fable 5
Fable - A digital padlock with binary code on a blurred server room background, symbolizing data security and AI model restrictions. 19.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Grund sind Bedenken der Rechts- und Sicherheitsabteilungen.

Datenschutz als Zünglein an der Waage

Auslöser der Einschränkung ist ein neues Datenregime für Fable 5, das Anfang Juni in Kraft trat. Seit dem 9. Juni 2026 speichert Anthropic Eingaben und Ausgaben des Modells für 30 Tage – angeblich für Sicherheitskontrollen. Wird ein Verstoß gegen die Nutzungsrichtlinien festgestellt, droht sogar eine Speicherdauer von bis zu zwei Jahren.

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Für Microsofts Juristen ein Albtraum. Anders als frühere Claude-Versionen fällt Fable 5 nicht unter die Zero-Data-Retention-Vereinbarungen, die Drittanbietern die Speicherung von Unternehmensdaten verbieten. Die Folge: Das Modell wurde aus den internen Auswahltools entfernt. Eine formelle Prüfung läuft.

Andere große Cloud-Anbieter verzeichnen ähnliche Tendenzen – teils mit Speicherfristen von bis zu 60 Tagen für dasselbe Modell.

Exportkontrollen erschüttern den Markt

Der interne Schritt bei Microsoft fällt mit einer handfesten Regulierungskrise für Anthropic zusammen. Am 12. Juni 2026 erließ die US-Regierung eine Exportkontrollverordnung gegen Fable 5 und das Spitzenmodell Mythos 5. Handelsminister Howard Lutnick begründete den Schritt mit nationalen Sicherheitsinteressen. Anthropic musste die Modelle für alle ausländischen Nutzer abschalten.

Auslöser waren gleich mehrere Probleme: Eine von Amazon-Forschern entdeckte Sicherheitslücke (Jailbreak) sowie frühe Zugriffe von SK Telecom im Rahmen des Projekts Glasswing. Anthropic deaktivierte die betroffenen Modelle daraufhin weltweit. Die Unternehmensführung zeigt sich dennoch zuversichtlich, den Zugang in den kommenden Tagen wiederherstellen zu können – die Gespräche mit der Regierung liefen.

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Finanzbranche zieht nach

Microsoft ist nicht allein. Die Investmentbank JPMorgan Chase blockierte kürzlich den Zugriff auf Claude-Modelle für ihre Mitarbeiter in Hongkong – mit Verweis auf Lizenzbedingungen, die eine Nutzung in Großchina untersagen. Goldman Sachs hatte bereits im April ähnliche Schritte eingeleitet.

Die Hürden kommen zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Anthropic reichte am 1. Juni 2026 den Börsenprospekt für den geplanten IPO ein. Eine kürzlich angekündigte Series-H-Finanzierungsrunde über mehrere Dutzend Milliarden Dollar soll das Unternehmen mit rund 965 Milliarden Dollar bewerten.

Offener Brief und internationale Kritik

Mehr als 80 Cybersicherheits-Experten von Firmen wie Nvidia und Adobe fordern in einem offenen Brief die Aufhebung der Exportkontrollen. Die Maßnahmen könnten die heimische KI-Entwicklung benachteiligen, warnen sie.

Auch international wächst der Unmut. Mitglieder des britischen Oberhauses sehen in der Suspendierung ein Warnsignal: Die Abhängigkeit von wenigen Technologieanbietern werde zunehmend zum Risiko.

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