Fairphone Gen 6+: Zwölf Bauteile austauschbar, 650 Dollar
Veröffentlicht am: 03.09.2026 um 05:43 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Fairphone hat sein neues Modell Gen 6+ am 2. September 2026 in den USA eingeführt. Das Smartphone kostet 650 US-Dollar und setzt konsequent auf Reparierbarkeit: Zwölf Bauteile lassen sich austauschen, ohne dass das gesamte Gerät zum Hersteller eingeschickt werden muss.
Eine neue Batterie kostet 40 US-Dollar, ein Ersatzdisplay 90 US-Dollar, und der USB-C-Anschluss ist für 20 US-Dollar erhältlich. Das Gerät läuft mit Android 16, verfügt über einen Akku mit einer Laufzeit von bis zu 53 Stunden und unterstützt microSD-Karten mit bis zu 2 Terabyte Speicherplatz.
Fairphone gibt fünf Jahre Garantie auf das Gen 6+ und verspricht Software-Updates bis ins Jahr 2033. Das Modell ist kompatibel mit den Netzen von T-Mobile und AT&T und richtet sich damit gezielt an den US-Markt, in dem der Hersteller bislang eine geringere Präsenz hatte als in Europa.
Reparierbarkeit als Antwort auf wachsenden Elektroschrott
Der Marktstart des Gen 6+ fällt in eine Zeit, in der Reparierbarkeit von Elektronikgeräten zunehmend regulatorisch adressiert wird. In der Europäischen Union bilden die 2024 verabschiedete Sustainable Products Regulation sowie die Batteries Regulation den rechtlichen Rahmen für langlebigere Produkte.
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Die Gemeinsame Forschungsstelle der EU (JRC) hat zudem Reparierbarkeits-Scores für Smartphones, Tablets und Batterien entwickelt. Erste praktische Auswirkungen dieser Vorgaben zeigen sich bereits in Form von rückstandsfrei lösbaren Klebstoffen und schraubbaren Gehäusen bei verschiedenen Herstellern.
Der Handlungsdruck ist erheblich: Die Menge an Elektroschrott hat sich zwischen 2010 und 2022 verdoppelt, und Prognosen gehen von einem weiteren Anstieg um 32 Prozent bis 2030 aus. Vor diesem Hintergrund positioniert sich Fairphone mit seinem modularen Reparaturkonzept als Gegenentwurf zu geschlossenen Gerätearchitekturen, wie sie bei vielen Mitbewerbern üblich sind.
Weiteres Beispiel für modulare Reparierbarkeit
Auch außerhalb etablierter Hersteller gibt es Bewegung in Richtung reparierbarer Hardware. Das Projekt Enough Phone plant ein kompaktes Android-Smartphone mit MediaTek-Dimensity-7500-Chip, 8 Gigabyte RAM, 128 Gigabyte internem Speicher, einem 5,3-Zoll-Display, einer 50-Megapixel-Kamera und einem Akku mit 3.500 bis 4.000 Milliamperestunden.
Die Komponenten sollen sich per Schrauben austauschen lassen. Für das Projekt ist eine Kickstarter-Kampagne geplant; Stand 31. August 2026 hatten sich 4.500 von den benötigten 20.000 Interessenten gemeldet, die für eine Finanzierung notwendig wären.
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Wachsender Markt für Reparaturdienstleistungen
Der trend zu reparierbaren Geräten trifft auf einen expandierenden Markt für Elektronikreparaturen. Der globale Markt für Consumer-Electronics-Reparaturen wurde 2024 mit 154,78 Milliarden US-Dollar beziffert und soll 2025 auf 164,72 Milliarden US-Dollar wachsen.
Bis 2035 wird ein Anstieg auf 306,89 Milliarden US-Dollar prognostiziert, was einer jährlichen Wachstumsrate von 6,42 Prozent zwischen 2025 und 2035 entspräche. Smartphones bilden dabei die dominante Kategorie, und Nordamerika gilt als größter Einzelmarkt.
Für Verbraucher bedeutet diese Entwicklung mehr Auswahl bei der Frage, wie lange sie ein Gerät nutzen und selbst instand halten können, statt es bei Defekten zu ersetzen. Fairphones US-Markteinführung des Gen 6+ reiht sich damit in eine breitere Bewegung ein, in der Langlebigkeit und Reparierbarkeit zunehmend zum Differenzierungsmerkmal auf dem Smartphone-Markt werden.
