Falsche, Bankmitarbeiter

Falsche Bankmitarbeiter: Täter erbeuten in Wartenberg 10.000 Euro

Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 18:55 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Betrüger erbeuten mit Kartenübergaben und manipuliertem Online-Banking teils hohe Beträge; in Dessau-Roßlau blieb ein Schaden aus.
Leere Wohnstraße in einer deutschen Kleinstadt an einem bewölkten Herbsttag ohne Personen. Illustration mit AI erstellt.

Die Polizei warnt vor einer aktuellen Betrugsmasche, bei der sich Kriminelle am Telefon als Bankmitarbeiter ausgeben. Ziel der Täter ist es, an sensible Kontodaten oder direkt an das Ersparte der Betroffenen zu gelangen. Wie die Behörden mitteilen, häufen sich entsprechende Vorfälle in mehreren Regionen, bei denen Geschädigte teils erhebliche Summen verloren haben.

Masche mit Kartenübergabe an der Haustür

Im hessischen Wetteraukreis registrierte die Kriminalpolizei innerhalb einer Woche mehrere Mitteilungen über verdächtige Anrufe falscher Bankmitarbeiter. Am 4. November übergaben Geschädigte in Eckartsborn und Dauernheim ihre EC-Karten samt persönlicher Identifikationsnummer (PIN) an unbekannte Abholer, nachdem ihnen die Anrufer zuvor Probleme mit den Bankkarten vorgegaukelt hatten.

Im Anschluss hoben die Täter im Wetteraukreis mit den erlangten Karten einmal 5.000 EUR und einmal 2.000 EUR ab. Die Ermittler schließen eine Ausweitung der Betrugsmasche auf benachbarte Landkreise nicht aus.

Nach einem ähnlichen Muster gingen Täter am 2. November in Wartenberg vor. Eine 86-jährige Frau erhielt am Nachmittag einen Anruf angeblicher Bankmitarbeiter, die Unregelmäßigkeiten nach einem Online-Einkauf behaupteten. Noch während des Telefonats erschien ein Mann an der Haustür und ließ sich Karte sowie PIN aushändigen. Kurz darauf hoben die Täter 10.000 Euro von ihrem Girokonto ab.

Am 4. November wurde zudem gegen 11 Uhr eine Seniorin aus dem Brühlsweg in Sinzig Opfer der Masche. Ein Anrufer berichtete von verdächtigen Aktivitäten auf ihrem Konto, woraufhin die Frau eine angeblich gehackte Bankkarte an eine Abholerin an der Haustür übergab, mit der kurz darauf Geld abgehoben wurde.

Die Polizei in Sinzig sucht nach Zeugen und beschreibt die Abholerin als etwa 18 bis 20 Jahre alt, circa 165 Zentimeter groß, dunkel gekleidet, mit schwarzem gelocktem Haar und südländischem Phänotyp.

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Die Polizeiinspektion Rotenburg warnt vor den Betrügern, die sowohl telefonisch als auch direkt an der Haustür auftreten. Mitunter geben sich die Personen auch als Polizisten aus und behaupten Festnahmen oder unberechtigte Kontobewegungen.

In Rotenburg, Sittensen und Zeven kam es in den vergangenen Wochen zu vollendeten Taten, bei denen EC-Karten und Geheimnummern übergeben wurden. Der Gesamtschaden liegt dort bei mehr als 10.000 Euro; ein Zusammenhang zwischen den fällen wird geprüft.

Hohe Schäden durch Online-Banking und Schadsoftware

Neben der physischen Abholung nutzen die Täter auch digitale Wege. In Stuttgart-Mitte wurde eine 67-jährige Frau am 3. November von Telefonbetrügern um mehrere Zehntausend Euro gebracht. Dem Anruf ging eine gefälschte E-Mail zur Änderung von Online-Banking-Daten voraus.

Am Telefon nutzten die Täter eine manipulierte Anzeige der echten Banknummer und gaben an, es fehlten 50.000 Euro auf dem Konto. Die Betroffene gab daraufhin eine Überweisung von 50.000 Euro über das Online-Banking frei; ein zweiter Versuch über 40.000 Euro schlug fehl.

In Dessau-Roßlau klickte eine 58-jährige Frau am 30. Oktober nach Erhalt einer gefälschten Elster-Nachricht auf einen Link und gab Bankdaten ein. Am 2. November folgte gegen 18.15 Uhr der Anruf eines falschen Bankmitarbeiters, der ein erhöhtes Limit sowie Schadsoftware vortäuschte und das Ehepaar zur Installation einer Fernzugriffs-App bewegte. Der 63-jährige Ehemann beendete das Telefonat rechtzeitig, sodass kein finanzieller Schaden entstand.

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Die Betrugswelle reicht zudem über die Landesgrenzen hinaus. Am 4. November manipulierte ein angeblicher LuxTrust-Mitarbeiter die Konten eines Mannes in Luxemburg per Fernzugriff, entwendete später dessen Karten und hob eine höhere Geldsumme am Automaten ab. Die luxemburgische Polizei hatte bereits im Oktober vor dieser Vorgehensweise gewarnt.

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