Familienleistungen: Kinderfreibetrag bringt bis zu 32.000 Euro mehr
Veröffentlicht am: 15.10.2026 um 12:30 Uhr | Redaktion boerse-global.deEin Bericht vom 14. Oktober 2026 verdeutlicht die zunehmende Diskussion über die wirtschaftliche Situation von Familien in Deutschland. Das Deutsche Kinderhilfswerk und dessen Präsidentin Anne Lütkes warnen vor wachsenden finanziellen Belastungen für Haushalte mit geringerem Einkommen. Anlass zur Sorge geben unter anderem Befunde einer Studie der Arbeiterwohlfahrt (AWO) sowie geplante Kürzungen bei zentralen Sozialleistungen.
Wachsende Schere zwischen Kinderfreibetrag und Kindergeld
Im Mittelpunkt der Kritik steht die steuerliche Behandlung von Familien unterschiedlicher Einkommensgruppen. Einer AWO-Studie zufolge wächst der finanzielle Vorteil für Haushalte, die vom steuerlichen Kinderfreibetrag profitieren, bis zum Jahr 2028 von derzeit 127 Euro auf maximal 151 Euro pro Monat im Vergleich zum regulären Kindergeld.
Auf den gesamten Zeitraum von 18 Lebensjahren eines Kindes hochgerechnet summiert sich diese Differenz zwischen der maximalen Steuerentlastung und dem Kindergeld auf über 32.000 Euro.
Zwar sieht die Bundespolitik Anpassungen bei den Freibeträgen und den laufenden Zahlungen vor, das Ungleichgewicht bleibt jedoch bestehen. Nach entsprechenden Entwürfen soll das Kindergeld, das seit Januar 2026 bei monatlich 259 Euro je Kind liegt, ab Januar 2027 auf 267 Euro und ab Januar 2028 auf 272 Euro steigen.
Parallel dazu ist vorgesehen, den steuerlichen Kinderfreibetrag inklusive des Betreuungsanteils von aktuell 9.756 Euro auf 10.056 Euro im Jahr 2027 und weiter auf 10.236 Euro im Jahr 2028 anzuheben.
Die AWO-Studie zeigt: Haushalte mit Kinderfreibetrag liegen bis 2028 monatlich bis zu 151 Euro über dem Kindergeld — über 18 Jahre summiert sich das auf mehr als 32.000 Euro. Wer einordnen will, ob sich für die eigene Steuererklärung der Freibetrag oder das Kindergeld rechnet, findet in diesem kostenlosen Report die entscheidenden Rechenwege und den Überblick über die geplanten Anpassungen bis 2028. Kostenlosen Familien-Report anfordern
Geplante Einschnitte beim Wohngeld und Unterhaltsvorschuss
Neben der steuerlichen Schere belasten geplante Sparmaßnahmen im Bundeshaushalt die finanzielle Absicherung einkommensschwächerer Familien. Nach Angaben des Deutschen Kinderhilfswerks summieren sich die Einsparungen beim Wohngeld in den kommenden zwei Jahren auf mehr als 2,6 Milliarden Euro. Schätzungen zufolge könnte rund ein Drittel der bisherigen Haushalte den Anspruch auf Wohngeld komplett verlieren.
Zusätzlich sind Kürzungen beim Kindersofortzuschlag und beim Unterhaltsvorschuss vorgesehen. Auch auf kommunaler Ebene stoßen diese Vorhaben auf Kritik: Schaumburgs Gleichstellungsbeauftragte Nadine Nelle warnte am 13. Oktober 2026 davor, dass die Sparpläne besonders benachteiligte Gruppen wie Alleinerziehende träfen, und forderte eine genaue Prüfung aller staatlichen Leistungskürzungen.
Forderung nach europäischer Absicherung
Angesichts der drohenden Belastungen rücken auch übergeordnete Fördermechanismen in den Fokus. Das Deutsche Kinderhilfswerk verweist in diesem Zusammenhang auf das Europäische Parlament, welches ein eigenes Budget von mindestens 20 Milliarden Euro für die Europäische Kindergarantie fordert.
Geplante Einsparungen beim Wohngeld summieren sich laut Deutschem Kinderhilfswerk auf über 2,6 Milliarden Euro — Schätzungen zufolge könnte rund ein Drittel der Haushalte den Anspruch verlieren. Auch Kindersofortzuschlag und Unterhaltsvorschuss stehen laut aktuellen Vorhaben zur Kürzung. Dieser kostenlose Report zeigt, welche Leistungen betroffen sind und wie Familien ihren Anspruch frühzeitig prüfen können. Report zu Familien-Förderungen jetzt anfordern
Eine solche Zweckbindung soll sicherstellen, dass Mittel gezielt zur Bekämpfung von Kinderarmut eingesetzt und grundlegende Versorgungsstandards unionsweit abgesichert werden.
