Fasten und Entzündung: Zwei Tage pro Woche senken hs-CRP um 25 Prozent
Veröffentlicht am: 24.10.2026 um 16:48 Uhr | Redaktion boerse-global.deEine im Fachjournal Cell Metabolism veröffentlichte kontrollierte Fütterungsstudie vom 21. Oktober 2026 liefert neue Erkenntnisse über den Einfluss von Ernährungsformen auf systemische Entzündungsprozesse.
Demnach reicht eine Umstellung auf eine traditionelle mediterrane Kost allein nicht aus, um den Entzündungsmarker hs-CRP im Blut zu senken. Erst die Kombination aus zwei Fastentagen pro Woche und einer damit einhergehenden Gewichtsabnahme führte bei den Probanden zu einer messbaren Reduktion des Entzündungswerts.
An der über 16 Wochen angelegten Untersuchung nahmen 53 Erwachsene im Alter zwischen 30 und 65 Jahren teil, von denen 77 Prozent Frauen waren. Das Durchschnittsalter lag bei 54,7 Jahren.
Alle Teilnehmer wiesen mindestens einen metabolischen Risikofaktor auf, litten jedoch nicht unter starkem Übergewicht; 43 Personen beendeten die gesamte Studie. Gefördert wurde das Forschungsvorhaben unter anderem von der Australian Youth & Health Foundation sowie dem NHMRC.
Verbesserte Blutfettwerte bereits ohne Gewichtsverlust
Das Design der Untersuchung war in zwei aufeinanderfolgende Abschnitte unterteilt. In der ersten achtwöchigen Phase erhielt ein Teil der Teilnehmer eine vollständig bereitgestellte mediterrane Kost, die reich an Gemüse, Hülsenfrüchten, Vollkorn, Nüssen und Olivenöl war. Die Kontrollgruppe behielt währenddessen ihre gewohnte westliche Ernährung bei, wobei beide Gruppen eine vergleichbare Energiemenge zu sich nahmen.
Bereits in dieser ersten Phase traten deutliche kardiometabolische Verbesserungen ein. Im Vergleich zur Kontrollgruppe sanken die Blutlipide in der Interventionsgruppe um 22 Prozent, das Gesamtcholesterin verringerte sich um 6 Prozent und das LDL-Cholesterin ging um 7 Prozent zurück.
Allerdings blieb der Entzündungsmarker hs-CRP in diesem Zeitraum in beiden Gruppen unverändert, womit eine bloße Steigerung der Lebensmittelqualität die stillen Entzündungswerte zunächst nicht beeinflussen konnte.
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Entzündungshemmung erst durch Fasten und Kaloriendefizit
In der zweiten, ebenfalls achtwöchigen Phase führten die Probanden der Interventionsgruppe zusätzlich zwei Fastentage pro Woche ein. Erst unter dieser Maßnahme verzeichnete das Studienteam signifikante Effekte auf die Entzündungsprozesse: Der hs-CRP-Wert fiel im Vergleich zum Studienbeginn um rund 25 Prozent.
Parallel dazu verloren die Teilnehmenden der Interventionsgruppe durchschnittlich 3,6 Kilogramm an Körpergewicht, während die Kontrollgruppe lediglich 1,9 Kilogramm abnahm. Zudem verbesserten sich die Insulinsensitivität und die Insulinreaktion der Probanden, während der systolische Blutdruck im Vergleich zur Kontrollgruppe um rund 5 Punkte sank.
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Die Zusammensetzung der Darmbakterien erwies sich während des gesamten Zeitraums als weitgehend stabil. Die Studienautoren hielten fest, dass der Rückgang der Marker untrennbar mit dem Gewichtsverlust und der negativen Energiebilanz einherging, sodass sich der Effekt des Fastens nicht isoliert von der Gewichtsreduktion betrachten lasse.
Zudem fehlen im Abstract der Arbeit exakte Zahlen zu den absoluten Veränderungen der Entzündungswerte, und die langfristige Haltbarkeit der Resultate ist bislang nicht belegt.
Methodische Einschränkungen und Kritik am Studiendesign
Fachleute äußern methodische Vorbehalte gegenüber dem Versuchsaufbau. Christophe Matthys von der KU Leuven, der nicht an der Erhebung beteiligt war, bemängelte das Studiendesign. Er kritisierte, dass das Fasten methodisch mit dem Kaloriendefizit, dem Gewichtsverlust und einer verlängerten Phase mediterraner Ernährung vermischt worden sei.
Zudem sei hs-CRP als allgemeiner Marker für klinische Aussagen nur begrenzt nutzbar, und die postulierte Effektstärke von 1,5 erscheine fragwürdig. Als weitere Schwachpunkte nannte Matthys die kleine, überwiegend aus weißen Frauen bestehende Probandengruppe sowie den Umstand, dass der Ausgangswert des Entzündungsmarkers in der Interventionsgruppe von Beginn an höher gelegen habe als in der Kontrollgruppe.
