Feijoa bei PrÀdiabetes: Studie mit 97 Teilnehmern zeigt Blutdrucksignal
Veröffentlicht am: 02.10.2026 um 04:32 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Im Bereich der ErnĂ€hrungsmedizin rĂŒcken pflanzliche Wirkstoffe zunehmend in den Fokus der klinischen Forschung, um prĂ€ventive AnsĂ€tze fĂŒr Stoffwechsel- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu validieren.
Eine Untersuchung der UniversitÀt Auckland liefert nun detaillierte Einblicke in die Wirkung der Feijoa-Frucht auf die menschliche Gesundheit. Die als FERDINAND bezeichnete Studie stellt die weltweit erste klinische Untersuchung dieser Art dar und befasst sich mit den potenziellen Effekten von Feijoa-Extrakt auf Patienten mit PrÀdiabetes.
Methodik und Zielsetzung der FERDINAND-Studie
Die Human Nutrition Unit der UniversitĂ€t Auckland unter der Leitung von Dr. Ibrahim Mohamed untersuchte ĂŒber einen Zeitraum von sechs Monaten, inwieweit die regelmĂ€Ăige Einnahme von Feijoa-Pulver den Gewichtsverlust oder die Blutzuckerwerte bei Probanden beeinflussen kann.
An der Studie nahmen laut einem Bericht vom Oktober 2026 insgesamt 97 Personen mit diagnostiziertem PrÀdiabetes teil. Als StudienprÀparat wurde das Produkt Feiolix des Unternehmens Anagenix Ltd. verwendet.
Die Teilnehmer erhielten tĂ€glich eine Dosis von circa 1 g des Feijoa-Pulvers oder ein entsprechendes Placebo. Die Forschungsarbeit wurde in Kooperation mit mehreren wissenschaftlichen Institutionen durchgefĂŒhrt, darunter AgResearch, das Malaghan Institute sowie Plant and Food Research. Das primĂ€re Ziel des Vorhabens bestand ursprĂŒnglich darin, Wege zur PrĂ€vention von Typ-2-Diabetes aufzuzeigen. Die Ergebnisse der Untersuchung wurden in der Fachzeitschrift Diabetes, Obesity and Metabolism unter der DOI 10.1111/dom.71270 veröffentlicht.
Ergebnisse zur Stoffwechsel- und Blutdruckkontrolle
In Bezug auf die zentralen Parameter der Studie, den Gewichtsverlust und die Regulierung des Blutzuckerspiegels, konnten die Forscher der UniversitÀt Auckland keine bedeutsamen Effekte durch die Gabe des Feijoa-Pulvers feststellen.
Dennoch ergaben die Analysen eine spezifische Beobachtung im Bereich der vaskulÀren Gesundheit: Der systolische Blutdruck sank bei den Teilnehmern, die das Feijoa-PrÀparat einnahmen, stÀrker als in der Vergleichsgruppe, die ein Placebo erhielt.
Wer sich mit der UnterstĂŒtzung der vaskulĂ€ren Gesundheit befasst, findet in diesem kostenlosen Ratgeber von Prof. Dr. med. Thomas Kurscheid 7 konkrete Tipps zur natĂŒrlichen Regulierung der Werte. Blutdruck-Spezialreport jetzt kostenlos herunterladen
Allerdings wiesen die Wissenschaftler darauf hin, dass diese Evidenz nicht ĂŒber alle statistischen Analysen hinweg konsistent war. Die beobachtete Wirkung wird auf verschiedene bioaktive Verbindungen in der Frucht zurĂŒckgefĂŒhrt, darunter Polyphenole, Flavonoide, Vitamin C sowie AbscisinsĂ€ure.
Trotz der festgestellten Tendenzen betonten die Autoren, dass Feijoa nicht als Ersatz fĂŒr herkömmliche Blutdruckmittel zu betrachten sei. Die Ergebnisse deuteten jedoch darauf hin, dass die Frucht als natĂŒrliche ErnĂ€hrungsintervention zur UnterstĂŒtzung der Blutdruckkontrolle im Rahmen von Gewichtsverlustprogrammen dienen könnte. Zur endgĂŒltigen BestĂ€tigung dieser Effekte seien jedoch gröĂere klinische Studien notwendig.
Neben pflanzlichen Extrakten können auch gezielte AlltagsĂŒbungen die Blutdruckwerte positiv beeinflussen, wie wissenschaftliche Untersuchungen an ĂŒber 15.000 Teilnehmern zeigen. Kostenlosen Report ĂŒber 3 effektive Ăbungen sichern
Pflanzliche Substanzen in der internationalen medizinischen Leitlinie
Die Einbeziehung pflanzlicher Wirkstoffe in die klinische Praxis zeigt sich auch in anderen Fachbereichen der Medizin. So wurde im Juli 2026 bekannt, dass die American Urological Association (AUA) erstmals zwei spezifische MolekĂŒle in ihre Referenzleitlinie fĂŒr die Diagnose, Behandlung und PrĂ€vention von Nierensteinen aufgenommen hat. Es handelt sich dabei um Phytat und Theobromin, die von Forschern der UniversitĂ€t der Balearen (UIB) entwickelt und patentiert wurden.
Die neue Leitlinie der AUA aus dem Juli 2026 ersetzt eine Fassung aus dem Jahr 2014. FĂšlix Grases, Leiter der UIB-Forschungsgruppe fĂŒr Nierensteine, bezeichnete die Aufnahme dieser Substanzen als ein seltenes Ereignis. Phytat ist eine natĂŒrliche Substanz, die in pflanzlichen Lebensmitteln vorkommt und die Kristallisation von Calciumsalzen hemmt.
Theobromin, welches natĂŒrlicherweise in Kakao enthalten ist, erschwert die Bildung von Calciumsteinen. Diese Entwicklungen unterstreichen den Trend, wissenschaftlich fundierte pflanzliche Wirkstoffe verstĂ€rkt in offizielle medizinische Empfehlungen und PrĂ€ventionsstrategien zu integrieren.
