Ferritin-Test, ASH

Ferritin-Test: ASH nennt 20, 30 und 50 ng/ mL als wichtige Grenzwerte

Veröffentlicht am: 15.10.2026 um 11:15 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die Leitlinie differenziert Ferritin-Schwellen nach Risikoprofil und weist auf mögliche EisenmÀngel trotz unauffÀlligem Blutbild hin.

ASH legt neue Ferritin-Grenzwerte zur Erkennung von Eisenmangel vor
Symbolbild: SchĂŒssel mit frischem Salat Illustration mit AI erstellt.

Eisenmangel gilt global als der am weitesten verbreitete NĂ€hrstoffmangel, bleibt jedoch in der klinischen Praxis hĂ€ufig unerkannt. Nach SchĂ€tzungen der American Society of Hematology (ASH) betrifft das Defizit weltweit rund zwei Milliarden Menschen und damit etwa jeden dritten ErdenbĂŒrger.

Allein in den USA sind geschÀtzt zehn Millionen Erwachsene betroffen. Besonders gravierend stellt sich die Situation in Hochrisikogruppen dar: Hier bleiben nach ASH-Angaben bis zu 70 Prozent der FÀlle unentdeckt.

Um dieser diagnostischen LĂŒcke entgegenzuwirken, hat die Fachgesellschaft evidenzbasierte Leitlinien zur Erkennung von Eisenmangel vorgelegt. Wie ASH-PrĂ€sident Robert S. Negrin hervorhob, zielen die Vorgaben darauf ab, Diagnosen frĂŒher und mit höherer PrĂ€zision zu ermöglichen.

Differenzierte Ferritin-Grenzwerte nach Risikoprofil

Im Zentrum der ASH-Empfehlungen steht eine Neujustierung der diagnostischen Schwellenwerte fĂŒr Serumferritin, das als zentraler Indikator fĂŒr die körpereigenen Eisenspeicher dient.

FĂŒr Kleinkinder im Alter von 9 Monaten bis 4 Jahren setzt die Fachgesellschaft die Schwelle bei einem Ferritinwert von höchstens 20 ng/mL an. Bei Erwachsenen sowie menstruierenden oder schwangeren Personen gilt ein Wert von höchstens 30 ng/mL als maßgeblich fĂŒr das Vorliegen eines Mangels.

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FĂŒr definierte Hochrisikogruppen, darunter Schwangere mit AnĂ€mie oder Personen mit starken Menstruationsblutungen, empfiehlt die Leitlinie einen höheren Schwellenwert von maximal 50 ng/mL.

Komplexer gestaltet sich die Beurteilung bei gleichzeitig bestehenden EntzĂŒndungszustĂ€nden, etwa im Rahmen von Infektionen, Krebserkrankungen oder chronisch-entzĂŒndlichen Darmerkrankungen: Da Ferritin als Akute-Phase-Protein bei EntzĂŒndungen ansteigen kann, definiert die ASH fĂŒr erwachsene Patienten in diesen FĂ€llen einen Grenzwert von unter 100 ng/mL oder eine TransferrinsĂ€ttigung von unter 20 Prozent.

TĂŒckische Laborbefunde und unerkannte MangelzustĂ€nde

HĂ€matologen weisen darauf hin, dass ein Eisenmangel bereits vor dem Auftreten einer manifesten AnĂ€mie vorliegen kann. Bei sinkenden Speicherwerten bleibt das HĂ€moglobin im Blutbild hĂ€ufig noch ĂŒber lĂ€ngere Zeit im Normbereich, weshalb ein unauffĂ€lliges Standardblutbild einen beginnenden Mangel nicht ausschließt.

Zudem wird ein Ferritinwert von 20 ng/mL von manchen Laboren noch als normal ausgewiesen, obgleich er nach den neuen Kriterien bereits ein klares Defizit anzeigt. Umgekehrt schließt ein scheinbar normaler oder erhöhter Ferritinwert bei entzĂŒndlichen Prozessen einen Eisenmangel keineswegs aus, was ergĂ€nzende Tests des Eisentransports erforderlich macht.

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Zu den besonders gefÀhrdeten Gruppen zÀhlen heranwachsende Kinder, Jugendliche nach Beginn der Menstruation, Sportler sowie Àltere Menschen, bei denen FehlernÀhrung, Resorptionsstörungen oder unentdeckte Blutungen im Magen-Darm-Trakt vorliegen können. Die Symptomatik reicht von Erschöpfung, BlÀsse und Kopfschmerzen bis hin zu Haarausfall, Kurzatmigkeit und dem Verlangen nach nicht essbaren Substanzen.

Ursachenforschung vor Beginn einer Supplementierung

Mediziner warnen vor einer unkontrollierten Einnahme von EisenprĂ€paraten ohne gesicherte Diagnose, da eine Überladung Organe schĂ€digen kann. Eine AnĂ€mie sei stets als Symptom und nicht als eigenstĂ€ndige Krankheit zu betrachten.

Neben Eisenmangel kommen unter anderem Vitamin-B12- oder FolsÀuremÀngel, Nierenerkrankungen, HÀmolyse oder genetisch bedingte HÀmoglobinopathien wie ThalassÀmien als Ursache in Betracht.

Bei MĂ€nnern und postmenopausalen Frauen mit unklarem Mangel steht die AbklĂ€rung potenzieller chronischer Blutverluste im Gastrointestinaltrakt im Vordergrund, da selbst leichte HĂ€moglobinabfĂ€lle ein erstes Anzeichen fĂŒr gastrointestinale Tumore sein können.

Liegen auffĂ€llige Begleitsymptome wie Fieber, Nachtschweiß oder Gewichtsverlust vor oder schlĂ€gt eine orale Therapie nach mehreren Monaten nicht an, ist eine weitergehende fachĂ€rztliche AbklĂ€rung erforderlich.

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