Fertigbau, Marktanteil

Fertigbau 2026: Marktanteil springt auf 26,7 Prozent bei Eigenheimen

Veröffentlicht am: 09.09.2026 um 02:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Genehmigungen für Fertighäuser legten im ersten Halbjahr 2026 stärker zu als der Gesamtmarkt. Baden-Württemberg führte regional deutlich.

Fertigbau gewinnt Marktanteile bei deutschen Eigenheimen
Baustelle in einer deutschen Stadt mit gestapelten Holzwandelementen für den seriellen Hausbau. Illustration mit AI erstellt.

Die deutsche Bauwirtschaft verzeichnete in der ersten Jahreshälfte 2026 eine differenzierte Entwicklung im Segment der Ein- und Zweifamilienhäuser. Während der Gesamtmarkt ein moderates Wachstum aufwies, konnte die Fertigbauweise ihre Position weiter festigen. Daten des Statistischen Bundesamtes und des Bundesverbandes Deutscher Fertigbau belegen für diesen Zeitraum eine überdurchschnittliche Dynamik bei industriell vorgefertigten Eigenheimen.

Marktentwicklung im ersten Halbjahr 2026

In den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 wurden in Deutschland insgesamt 27.838 Baugenehmigungen für Ein- und Zweifamilienhäuser erteilt. Davon entfielen 7.432 Genehmigungen auf die Fertigbauweise. Dies entspricht einem Marktanteil von 26,7 Prozent, was eine Steigerung gegenüber dem Vorjahreszeitraum bedeutet, in dem der Anteil noch bei 26,2 Prozent gelegen hatte.

Besonders deutlich wird die Entwicklung beim direkten Vergleich der Wachstumsraten: Während die Zahl der genehmigten Fertighäuser im ersten Halbjahr 2026 um 16,9 Prozent stieg, legte der Gesamtmarkt in diesem Sektor lediglich um 14,5 Prozent zu. Damit setzt sich der Trend zur seriellen und industriellen Vorfertigung weiter fort.

Regionale Verteilung und städtische Schwerpunkte

Die Akzeptanz der Fertigbauweise variiert innerhalb Deutschlands stark nach Regionen. Den höchsten Anteil verzeichnete im ersten Halbjahr 2026 Baden-Württemberg mit 44,7 Prozent. Es folgten Hessen mit 33 Prozent und Rheinland-Pfalz mit 28 Prozent. In absoluten Zahlen erreichte Bayern mit 2.020 genehmigten Fertighäusern im selben Zeitraum den bundesweiten Spitzenwert.

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Ein Blick auf die Daten des Gesamtjahres 2025 unterstreicht die flächendeckende Relevanz: In 259 von 400 Kreisen erreichte der Fertigbau einen Marktanteil von über 20 Prozent, in 146 Kreisen lag dieser Wert sogar über 30 Prozent.

In 64 Kreisen wurde ein Anteil von mehr als 40 Prozent verzeichnet, wobei sich drei Viertel dieser Gebiete in Baden-Württemberg, Bayern und Hessen befinden.

Auch in städtischen Räumen gewinnt die Bauweise an Bedeutung. In Augsburg entfielen 221 Genehmigungen auf den Fertigbau, was einem Anteil von 46,9 Prozent entspricht.

In Berlin wurden 426 entsprechende Genehmigungen erteilt, in Hannover 179 (30,4 Prozent) und im Ortenaukreis 172 (42,7 Prozent). Im Großraum Köln inklusive Umland wurden 345 Genehmigungen für Fertighäuser registriert.

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Innovationen im seriellen Geschosswohnungsbau

Über den klassischen Eigenheimbau hinaus treiben Unternehmen die serielle Bauweise im mehrgeschossigen Wohnungsbau voran. Das Unternehmen GROPYUS realisiert für die INP-Gruppe ein Projekt in Hamburg-Wilhelmsburg, das 52 Wohneinheiten umfasst. Die Anlage wird in serieller Holzbauweise mit fünf bis sieben Geschossen und einer Bruttogrundfläche von zirka 5.850 m² errichtet.

Der Baustart ist für das Jahr 2027 geplant. Das Vorhaben zeichnet sich durch eine nicht rechtwinklige Geometrie aus und erfüllt den Effizienzhaus-40-Standard. Geplant sind zudem eine Photovoltaikanlage, Regenwassernutzung sowie 140 Fahrradstellplätze.

Parallel dazu hat Dennert-Bausystem ein serielles Holz-Beton-Hybrid-Modulsystem für den Geschosswohnungsbau vorgestellt. Das System sieht Wohngrößen von 41, 64 und 87 m² vor und nutzt Innenwände mit einer Stärke von 10 cm sowie einen Schallschutz nach DIN 4109-2015. Die Konstruktion beinhaltet Außenwände mit einem 20 cm starken Wärmedämmverbundsystem und ist als Effizienzhaus 40/55 mit QNG-Zertifizierung förderfähig über die KfW. Zur technischen Ausstattung gehören eine zentrale Wärmepumpe, eine Photovoltaikanlage sowie eine dezentrale Lüftung.

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