Fettleber: Ketogene DiÀt reduziert Leberfett um 67 Prozent
Veröffentlicht am: 20.09.2026 um 13:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In der medizinischen Forschung werden die Auswirkungen spezialisierter ErnĂ€hrungsformen auf metabolische Erkrankungen intensiv untersucht. Eine Ende August 2026 in der Fachzeitschrift âCell Metabolismâ veröffentlichte US-Studie liefert neue Erkenntnisse darĂŒber, wie eine ketogene DiĂ€t im Vergleich zu anderen ErnĂ€hrungsansĂ€tzen bei Patienten mit Adipositas, PrĂ€diabetes und einer Fettleber wirkt. Die Untersuchung an 42 Erwachsenen verdeutlicht signifikante Unterschiede in der metabolischen Reaktion des Körpers.
Signifikante Reduktion des Leberfettgehalts durch Ketose
Die Ergebnisse der im August 2026 publizierten Studie zeigen deutliche Vorteile einer ketogenen ErnĂ€hrung fĂŒr die Lebergesundheit. Den Daten zufolge sank der Leberfettgehalt bei den Teilnehmern unter einer ketogenen DiĂ€t um durchschnittlich 67 %. Im Gegensatz dazu erreichten Probanden, die sich mediterran oder fettarm ernĂ€hrten, lediglich eine Reduktion des Leberfetts um durchschnittlich 45 %.
Auch hinsichtlich der RĂŒckbildung eines PrĂ€diabetes wurden erhebliche Differenzen beobachtet. Nachdem die Teilnehmer 10 % ihres Körpergewichts verloren hatten, konnte bei der HĂ€lfte der Gruppe mit ketogener ErnĂ€hrung (50 %) kein PrĂ€diabetes mehr festgestellt werden. Bei der mediterranen DiĂ€t lag dieser Wert bei 29 %, wĂ€hrend die fettarme ErnĂ€hrung lediglich bei 7 % der Probanden zu einer Remission des PrĂ€diabetes fĂŒhrte.
Einordnung der ErnÀhrungskonzepte und klinische Richtlinien
Eine ketogene DiĂ€t zeichnet sich durch eine extreme Reduktion der Kohlenhydrate aus, die meist unter 10 % der tĂ€glichen Energiezufuhr liegen. Im Vergleich dazu sieht eine mediterrane Low-Carbohydrate-DiĂ€t einen Kohlenhydratanteil von 35 % bis 40 % vor. DemgegenĂŒber empfiehlt die Deutsche Gesellschaft fĂŒr ErnĂ€hrung (DGE) einen Anteil von ĂŒber 50 % Kohlenhydraten an der tĂ€glichen Energiezufuhr.
WĂ€hrend die ketogene ErnĂ€hrung in der Behandlung von Epilepsie bereits seit ĂŒber 100 Jahren medizinisch anerkannt ist, warnen Fachleute in anderen Bereichen vor ihrer Anwendung. So rĂ€t die S3-Leitlinie KomplementĂ€re Onkologie Krebspatienten explizit von einer ketogenen DiĂ€t ab.
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Physiologische Merkmale und Risiken der Ketose
Der Zustand der Ketose wird ĂŒblicherweise erreicht, wenn die Kohlenhydratzufuhr auf unter 20 bis 50 Gramm pro Tag begrenzt wird. Typische Anzeichen fĂŒr diesen Stoffwechselzustand sind ein charakteristischer Azetongeruch im Atem, ein schneller Gewichtsverlust sowie Appetitlosigkeit.
Ein Anstieg der Ketone lÀsst sich zudem im Urin nachweisen. Die Verteilung der Ketonkörper im Organismus setzt sich dabei aus 78 % Beta-Hydroxybutyrat, 20 % Azetoazetat und 2 % Azeton zusammen.
Zur Messung der Ketose werden hĂ€ufig Urin-Teststreifen eingesetzt, die den Gehalt an Azetoazetat bestimmen. Eine leichte Ketose wird dabei auf einer Farbskala im Bereich von 0,5 bis 1,5 mmol/l angezeigt. Werte von ĂŒber 8,0 mmol/l deuten hingegen auf ein Dehydrationsrisiko hin. Besonders kritisch ist die Ketose fĂŒr Typ-1-Diabetiker; hier besteht ohne Ă€rztliche Aufsicht die Gefahr einer lebensbedrohlichen Ketoazidose.
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Diagnostische Kriterien fĂŒr PrĂ€diabetes und Diabetes
Die Einordnung von StoffwechselzustĂ€nden folgt fest definierten Grenzwerten. Ein PrĂ€diabetes wird diagnostiziert, wenn der NĂŒchternblutzucker zwischen 100 und 125 mg/dl (5,6â6,9 mmol/l) liegt oder der 2-Stunden-Wert nach einem Belastungstest zwischen 140 und 199 mg/dl (7,8â11,0 mmol/l) betrĂ€gt.
Ein manifester Diabetes liegt vor, wenn der NĂŒchternblutzucker die Marke von 126 mg/dl (7 mmol/l) ĂŒberschreitet oder der HbA1c-Wert ĂŒber 6,5 % (48 mmol/mol) liegt.
Auch ein Wert von ĂŒber 200 mg/dl (11,1 mmol/l) zwei Stunden nach einem Glukosebelastungstest gilt als Diagnosekriterium. In der Regel wird die Diagnose erst nach zwei voneinander unabhĂ€ngigen, auffĂ€lligen Messungen gestellt.
