Fettleber-Risiko, Frauen

Fettleber-Risiko: Frauen müssen 12–14 Prozent abnehmen, Männer 8–11 Prozent

Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 17:24 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine Charité-Studie ermittelt unterschiedliche Abnahmeschwellen; genetische Veranlagung und Stoffwechselrisiken verändern die Werte.
Anatomisches Modell einer menschlichen Leber in einer klinischen Umgebung. Illustration mit AI erstellt.

Bei der Vorbeugung einer stoffwechselbedingten Fettleber spielen geschlechtsspezifische Faktoren eine maßgebliche Rolle. Eine Untersuchung der Charité Berlin verdeutlicht, dass Männer und Frauen unterschiedliche Schwellenwerte bei der Gewichtsreduktion erreichen müssen, um der Erkrankung wirksam vorzubeugen. Während Männer ihr Ausgangsgewicht um 8–11 % senken müssen, liegt der notwendige Wert bei Frauen bei 12–14 %.

Die Datenbasis dieser wissenschaftlichen Erhebung umfasst 11.882 Personen ohne Fettleber sowie 6.013 Betroffene mit einer bereits bestehenden Erkrankung.

Wie Studienleiter Frank Tacke von der Berliner Universitätsmedizin erläuterte, sind die ermittelten Prozentwerte vorerst als Orientierungspunkte und nicht als abschließend geprüfte Therapieziele zu verstehen. Bisherige medizinische Leitlinien geben unabhängig vom Geschlecht einen Richtwert von mindestens 5 % Gewichtsabnahme vor.

Stoffwechselrisiken und genetische Faktoren beeinflussen Zielwerte

Die notwendige Gewichtsreduktion variiert je nach individuellem Risikoprofil erheblich. Liegt bereits eine Fettleber in Verbindung mit einem hohen Stoffwechselrisiko wie Übergewicht oder Diabetes vor, gleicht sich der Aufwand zwischen den Geschlechtern an: In diesen Fällen genügte bei beiden Geschlechtern ein Gewichtsverlust von mindestens 6 %, um eine Rückbildung der Fettleber zu erreichen.

Deutliche Abweichungen traten hingegen bei einer genetischen Veranlagung zutage. Männer mit entsprechender genetischer Vorbelastung benötigten eine Verringerung des Ausgangsgewichts um ca. 5 %, um den Leberzustand zu verbessern. Bei Frauen mit vergleichbarer Veranlagung lag die erforderliche Reduktion hingegen bei ca. 13 %.

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Einfluss von Ausdauertraining auf molekularer Ebene

Ergänzende Erkenntnisse zu den biologischen Mechanismen im Lebergewebe liefert eine an der University of Missouri durchgeführte und von den National Institutes of Health (NIH) finanzierte Forschungsarbeit unter der Leitung von Scott Rector an der MU School of Medicine.

In einer Untersuchung an männlichen und weiblichen Ratten führte ein achtwöchiges Ausdauertraining bei beiden Geschlechtern zu messbaren Verbesserungen der Lebergesundheit. Die Tiere wiesen weniger Leberfett, eine verbesserte Cholesterinverarbeitung sowie verringerte Fibrose-Marker auf, ohne dass ein Geschlecht dabei einen stärkeren Gesamtnutzen verzeichnete.

Dennoch zeigten sich auf zellulärer Ebene geschlechtsspezifische Anpassungsmechanismen: Weibliche Ratten bildeten infolge der Bewegung mehr Mitochondrien-Proteine neu, während bei männlichen Tieren vermehrt chemische Modifikationen an bereits bestehenden Mitochondrien-Proteinen auftraten.

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Die stoffwechselbedingte Fettlebererkrankung MASLD betrifft in den USA über 100 Mio. Menschen. Zur Förderung der Lebergesundheit und Unterstützung des Stoffwechsels wird regelmäßige körperliche Betätigung von 30–45 Min. mit moderater Aktivität an den meisten Tagen empfohlen.

Die neuen Erkenntnisse aus Berlin und Missouri verdeutlichen, dass künftige Behandlungskonzepte sowohl biologische Geschlechterunterschiede als auch genetische Voraussetzungen stärker berücksichtigen müssen.

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