Fettleber, Selen

Fettleber: Selen senkt Sterblichkeit um 64 Prozent

10.06.2026 - 06:22:51 | boerse-global.de

Studien zeigen: Niedrige Selenwerte erhöhen Sterberisiko bei NAFLD-Patienten. Neue Erkenntnisse zu Genen und Medikamenten.

Fettleber-Risiko: Selenmangel, Gene und neuer Wirkstoff im Fokus
Fettleber - Nahaufnahme eines menschlichen Lebermodells mit angedeuteten Venen, umgeben von stilisierten Mikronährstoffen und DNA-Strängen. 10.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Starkes Übergewicht und Typ-2-Diabetes gelten als Hauptauslöser. Doch aktuelle Studien zeigen: Auch Mikronährstoffe, Gene und die Körperzusammensetzung spielen eine entscheidende Rolle.

Selen: Unterschätzter Schutzfaktor?

Eine im Mai 2026 im Scandinavian Journal of Gastroenterology veröffentlichte Studie beleuchtet die Bedeutung von Selen. Die Analyse von 1.787 Teilnehmern ergab: Niedrige Selenwerte im Blut korrelieren bei Fettleber-Patienten mit einem deutlich erhöhten Sterberisiko.

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Die Gruppe mit den höchsten Selenwerten hatte ein um 64 Prozent geringeres Mortalitätsrisiko als die mit den niedrigsten. Ab einer Konzentration von 200 ?g/L zeigte sich keine weitere Risikosenkung. Besonders stark war der Effekt bei Patienten über 60 Jahren und bei Menschen mit Bluthochdruck. Die Überwachung des Selenstatus könnte daher ein wichtiger Baustein im Krankheitsmanagement werden.

Warum der BMI oft in die Irre führt

Eine britische Studie mit über 400.000 Teilnehmern zeigt: Der Body-Mass-Index (BMI) ist als alleiniger Indikator unzureichend. Personen mit normalem BMI, aber hohem viszeralen Fettanteil oder vergrößertem Taillenumfang tragen ein deutlich höheres Risiko für Folgeerkrankungen.

Konkret: Sie haben ein vierfach erhöhtes Risiko für Typ-2-Diabetes und ein um 45 Prozent gesteigertes Risiko für schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Als einfache Warnsignale gelten Taillenumfänge über 80 Zentimeter bei Frauen und über 94 Zentimeter bei Männern. Auch genetische Faktoren spielen eine Rolle – bei Menschen asiatischer Herkunft wird bereits ein BMI von 27 als Adipositas gewertet.

Das Gedächtnis der Fettzellen

Forscher der Stanford University identifizierten im Juni 2026 genetische Varianten des Enzyms PAM, die die Wirkung von GLP-1-Medikamenten abschwächen können. Rund zehn Prozent der Bevölkerung tragen diese Varianten. Träger erreichten ihre Blutzuckerziele deutlich seltener als Nicht-Träger.

Die ETH Zürich liefert eine weitere Erklärung für Stoffwechselprobleme: Fettzellen besitzen ein epigenetisches Gedächtnis für Übergewicht. Diese Markierungen im Zellkern bleiben auch nach Gewichtsabnahme bestehen. Da Fettzellen bis zu zehn Jahre leben können, erklären diese Veränderungen den Jo-Jo-Effekt.

Neue Medikamente: Fortschritt mit Nebenwirkungen

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Der Wirkstoff Survodutid zeigt in Phase-3-Studien eine Reduktion des Leberfetts um 63,1 Prozent. Allerdings brachen 19 Prozent der Teilnehmer die Behandlung wegen Magen-Darm-Beschwerden ab.

Gleichzeitig erweitert sich das Einsatzspektrum von GLP-1-Präparaten wie Semaglutid und Tirzepatid. Studien deuten darauf hin, dass sie das Risiko für adipositasassoziierte Krebsarten um bis zu 41 Prozent senken könnten. Registerdaten aus Dänemark weisen zudem auf eine reduzierte Demenzrate hin – möglicherweise durch die Hemmung systemischer Entzündungen.

Trotz aller Fortschritte bleibt die Basistherapie gleich: Ernährungsumstellung und Bewegung. Eine frühzeitige Risikoerkennung bereits im jungen Erwachsenenalter gilt als entscheidend, um Langzeitfolgen wie Leberzirrhose oder Leberkrebs zu verhindern.

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