Fettleber und Herz: Hoher FIB-4-Wert erhöht Vorhofflimmerrisiko auf das 6,82-Fache
Veröffentlicht am: 24.10.2026 um 05:39 Uhr | Redaktion boerse-global.deEin wissenschaftlicher Blick auf die Zusammenhänge zwischen Leber- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen gewinnt in der kardiovaskulären Medizin zunehmend an Bedeutung. Eine Untersuchung des Soonchunhyang University Seoul Hospital verdeutlicht nun, wie eng eine fortgeschrittene Leberfibrose mit dem Auftreten von Herzrhythmusstörungen verknüpft ist.
Die wissenschaftliche Arbeit basiert auf Daten der niederländischen Lifelines-Kohorte und umfasst 10.263 Fettleber-Patienten. Wie sportschosun.com in einem Bericht vom 24.10.2026 darlegte, wurden die Ergebnisse der Untersuchung in der Fachzeitschrift Scientific Reports publiziert.
Erhöhte Arrhythmiegefahr bei fortgeschrittenem FIB-4-Index
Im Mittelpunkt der Untersuchung stand der sogenannte FIB-4-Index, ein klinischer Parameter zur Abschätzung von Leberfibrose. Die Analyse der Patientendaten ergab, dass ein FIB-4-Index von mindestens 1,45 im Vergleich zu Werten unter 1,45 mit einem gravierenden Risikoanstieg einhergeht.
Den Auswertungen zufolge zeigte sich bei Personen mit diesem erhöhten Index ein fünffaches Risiko für neu entdeckte Arrhythmien. Bei der spezifischen Betrachtung von Vorhofflimmern lag die Wahrscheinlichkeit sogar beim 6,82-Fachen gegenüber der Vergleichsgruppe mit niedrigeren Werten.
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Bemerkenswert ist dabei die Robustheit dieses Befunds im Hinblick auf klassische kardiologische Risikofaktoren. Der festgestellte Zusammenhang zwischen Leberfibrose und Arrhythmie-Risiko behielt auch nach einer Adjustierung für Diabetes, Hypertonie und Dyslipidämie vollständig Bestand. Dies deutet darauf hin, dass die fibrotische Veränderung der Leber als ein eigenständiger Risikofaktor für rhythmologische Störungen bewertet werden muss und nicht lediglich eine Begleiterscheinung bereits bestehender Stoffwechseldefizite oder Bluthochdruckerkrankungen darstellt.
Deutliche Unterschiede im Risikoprofil nach Altersgruppen
Die Untersuchung differenzierte zudem die Risikomuster nach dem Lebensalter der Betroffenen. Bei Personen ab 50 Jahren mit einem hohen FIB-4-Wert zeigte sich ein anhaltend erhöhtes Gefahrenpotenzial: Das Risiko für Vorhofflimmern belief sich in dieser Gruppe auf circa das 2,7-Fache, während das Risiko für Gesamtarrhythmien bei etwa dem Zweifachen lag.
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Im Gegensatz dazu stellten die Forscher bei jüngeren Patienten eine andere Ausgangslage fest: Bei den unter 50-Jährigen traten während des Beobachtungszeitraums keine neuen Arrhythmien auf. Diese altersabhängige Diskrepanz verdeutlicht, dass insbesondere ältere Patienten mit nachgewiesener Fettleber und Anzeichen von Leberfibrose einer engmaschigen rhythmologischen Beobachtung bedürfen.
Für das Management chronischer Krankheiten unterstreichen die in Scientific Reports veröffentlichten Resultate den Stellenwert interdisziplinärer Ansätze, die hepatologische Marker systematisch in die kardiovaskuläre Risikobewertung einbeziehen.
